Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Großrazzia in Bordell „Artemis“: Würzburger Betreiber in Haft

Bordell-Betreiber in Haft

BERLIN / WÜRZBURG. Ein Großaufgebot von Polizei, Staatsanwaltschaft, Zoll und Steuerfahndung durchsuchte am Mittwochabend das Großbordell „Artemis“ in Berlin-Charlottenburg. Rund 900 Beamte und sieben Staatsanwälte durchsuchten insgesamt sechs Wohnungen u.a. in Würzburg und vollstreckten sechs Haftbefehle. Darunter auch die zwei Würzburger Betreiber des FKK-Clubs.

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Durchsuchungen auch in Würzburg

An der Aktion in dem Gebäude an der Autobahn 100 waren insgesamt rund 900 Beamte beteiligt, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Berlin. Bei dem gegen 20.00 Uhr begonnenen Großeinsatz wurden in dem Bordell Prostituierte und Freier, insgesamt 212 Personen, angetroffen worden.

Weiter sind auch mehrere Wohnungen im Bundesgebiet durchsucht worden. Im Rahmen dieser Durchsuchungsaktionen gab es auch Maßnahmen in Unterfranken, wie Kathrin Thamm vom Polizeipräsidium Unterfranken bestätigte.

Die Würzburger Kenan S. (52) und sein Bruder Hakki betreiben das größte Bordell Berlins, welches 2005 von einer alten Lagerhalle zu einem dreistöckigen Luxus-Etablissement umgebaut wurde. Rund 5 Millionen Euro sollen damals investiert worden sein.

23 Millionen Euro Gesamtschaden

Wie die Polizei Berlin mitteilte ermittelt die Staatsanwaltschaft Berlin, das Hauptzollamt, die Steuerfahndung und das LKA bereits seit 2015, wegen des Verdachts der Beitragsvorenthaltung, bandenmäßiger Umsatzsteuerhinterziehung und wegen schweren Menschenhandels.

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, den Behörden vorgetäuscht zu haben, die Frauen würden dort selbstständig tätig, um so die Beiträge für die Sozialversicherung zu sparen. Tatsächlich sollen sich die Arbeitsabläufe der Prostituierten im „Artemis“ nach festen Regeln, welches einem Arbeitnehmerverhältnis entspräche verrichtet worden sein.

Seit der Eröffnung des Bordells im Jahr 2005 sollen so etwa 23 Millionen Euro Gesamtschaden entstanden sein. Allein der Sozialversicherungsschaden beläuft sich auf ca. 17,5 Millionen Euro.

Mögliche Verbindungen zu den „Hells Angels“

Die BILD berichtete zudem, dass die Ermittler auch mehrere 100.000 Euro Bargeld bei der Durchsuchung gefunden hatten. Nach den Recherchen der BILD, wurden auch Verbindungen zu den „Hells Angels“ entdeckt. Einige Mitglieder des Motorradclubs sollen demnach Frauen in dem Edelbordell zum Anschaffen geschickt haben.

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