Banner
Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

„Zu gut für die Tonne!“: App gegen Lebensmittelverschwendung

In den vergangenen Wochen wurde vermehrt über das Mindesthaltbarkeitsdatum auf Lebensmittel diskutiert – Bundesernährungsminister Christian Schmidt will laut Medienberichten dieses nämlich abschaffen. Massenhaft Lebensmittel würden weggeschmissen, obwohl man sie noch problemlos verzehren könnte, so der Minister in einem Bericht der SZ. Stattdessen sollen beispielsweise „intelligente Verpackungen“ eingesetzt werden, z.B. elektronische Chips, die anzeigen, wie sich das Produkt von Tag zu Tag verändere.

11 Millionen Tonnen landen jährlich im Müll

Bis tatsächlich Verpackungen eingesetzt werden können, die „intelligent“ die Haltbarkeit eines Produktes ermitteln können, dürfte es jedoch noch einige Zeit dauern. Auf der Facebook-Seite der Bundesregierung wurde in einem Posting angegeben, dass in Deutschland 11 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr in der Tonne landen – was wiederum 313 Kilo pro Sekunde entspräche!

App: Rezeptvorschläge je nach Lebensmittel

„Das ist zu viel!“, heißt es, woraufhin eine App des Bundesministerium für Ernährung vorgestellt wird. „Zu gut für die Tonne!“ enthält 433 Rezepte und es werden stetig mehr, für die man meist nur wenige Zutaten braucht. Auf der Startseite der App können bis zu drei Zutaten angegeben werden, die man Zuhause hat und die verbraucht werden sollen. Die App schlägt einem dann ein Rezept vor. Gibt man z.B. Kartoffeln, Eier und Zucchini ein, so werden einem zwei Rezepte vorgeschlagen: Gemüsepuffer und Tortillas nach Art von Starkoch Tim Mälzer.

Einkaufsplaner und Tipps zur Aufbewahrung

Außerdem kann man sich in der App Tipps und Wissenswertes zum Einkauf und zur richtigen Aufbewahrung von Lebensmitteln holen. Dazu gibt es auch einen Einkaufsplaner, mit dem man im Supermarkt den Überblick behält und der einem dabei hilft, Essensmengen richtig einzuschätzen.

Rectangle
topmobile2

Foodsharing in Würzburg – Lebensmittel vor der Tonne retten

Auch in Würzburg setzen sich Initiativen und Organisatoren für die Rettung von Lebensmittel ein. So wurde z.B. im Oktober 2014 ein Fairteiler etabliert – ein Kühlschrank, in dem Lebensmittel hineingelegt und auch herausgenommen werden dürfen. Momentan steht ein Fairteiler im 1. Stock des Café Cairo und kann zu den Öffnungszeiten des Cairo (Mo-Do von 14 bis 21 Uhr und Fr ab 16 Uhr) genutzt werden.

Darüber hinaus setzen sich sogenannte Foodsaver gegen die Verschwendung ein. Hier lest Ihr ein Interview mit Annette, die beispielsweise nicht benötigte Backwaren von Betrieben einsammelt und sie an Interessierte kostenlos abgibt.

Banner 2 Topmobile