Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Sexismus – künftig keine nackte Haut in der Werbung?

Sexistische Werbung und Tabakwerbung im Visier

Wie diverse Medien berichteten, plant die Bundesregierung ein Verbot von Plakatwerbung für Zigaretten und sexistische Werbung. So schreibt die FAZ, dass Bundesernährungsminister Christian Schmidt Zigarettenwerbung auf Plakaten und im Kino unterbinden will. Werbung, die „Frauen und Männer auf Sexualobjekte reduziert“, will laut dem Spiegel Justizminister Heiko Maas von der SPD verbieten.

Verbot sexistischer Werbung

Justizminister Heiko Maas plädiert für ein Verbot „geschlechterdiskriminierender Werbung“, dies berichtet der Spiegel. Sein Gesetzesentwurf soll in Kürze in die Ressortabstimmung geschickt werden und unlauteren Wettbewerb unterbinden. Somit könnten laut dem Spiegel „Plakate und Anzeigen verboten werden, die Frauen oder Männer auf Sexualobjekte reduzieren“. Käme es zum Streitfall solle ein Gericht entscheiden, ob es sich um sexistische Werbung handele. Wie der Spiegel berichtet würde der Justizminister einen Beschluss der SPD-Parteispitze umsetzen. Dort hätte man nach den Vorfällen in der Silvesternacht in Köln beschlossen, sich für ein „moderneres Geschlechterbild“ in Deutschland einzusetzen.

Der Vorstoß des Justizministers schlägt in den sozialen Netzwerken bereits große Wellen. Diverse Medien griffen das Thema auf und ein Plakat der Liberalen verbreitet sich indessen auf Facebook. Geworben wird mit dem Hashtag #toosexyforMaas und einem Plakat, auf dem ein Mann oben ohne ein Erfrischungsgetränk genießt – das wolle der Justizminister den Frauen laut den Liberalen schließlich nicht mehr gönnen.

Würzburger Frauenverein warf Hunkemöller 2014 Sexismus vor

Was haltet Ihr in Würzburg von so einem Verbot – völlig überzogen oder längst überfällig? Ist Euch in Würzburg kürzlich eine Werbung ins Auge gefallen, die Ihr für zu „sexistisch“ haltet? Im Jahr 2014 warb Hunkemöller zur Eröffnung des Ladengeschäfts in der Würzburger Innenstadt mit einem Plakat (siehe Bild), welches damals bereits für heftige Kritik sorgte – der Würzburger Frauenverein warf dem Unterwäschehersteller damals sexistische Werbung vor. Ob so eine Werbung dann noch erlaubt wäre?

Tabakwerbeverbot ab 2020 geplant

Noch ein weiteres Verbot könnte unterdessen in den Startlöchern stehen. Schon im letzten Jahr hätte der Bundesernährungsminister den Vorstoß eines Tabakwerbeverbots angekündigt, laut der FAZ wird demnächst ein Gesetzesentwurf dazu im Bundeskabinett beraten. Jugendlichen und Kindern seien das Hauptaugenmerk des Verbots, ihnen soll verdeutlicht werden, dass es sich beim Rauchen nicht um eine harmlose Sache handele. Dabei sei Deutschland in der Europäischen Union das letzte Land, in dem diese Art der Außenwerbung für derartige Erzeugnisse noch erlaubt sei, schreibt die Tageszeitung über Schmidts Standpunkt.

Ab dem Jahr 2020 soll das Werbeverbot laut der FAZ in Kraft treten. Dabei sollen nicht nur herkömmliche Tabakwaren eingeschlossen werden, sondern auch E-Zigaretten. Gelten soll das Gesetz für Werbung an „Außenflächen“, darunter fielen beispielsweise Plakatwände und auch Litfaßsäulen, und bei Kinofilmen, die für ein Publikum unter 18 Jahren freigegeben seien. Erlaubt bleiben soll dagegen Werbung an „Außenflächen von Fachgeschäften und in Verkaufsstellen wie Tankstellen“.

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