Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Personalnot der Polizei auch in Würzburg spürbar

121 Stellen alleine in Würzburg unbesetzt

Die bayerische Polizei ist chronisch unterbesetzt – zum 1. Februar 2016 fehlten exakt 2.472 Vollzeit-Beamte gegenüber der eigentlichen Sollstärke, wie sich aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Landtags-SPD ergibt. Alleine in den Würzburger Polizeidienststellen sind 121 Stellen unbesetzt. Um das auszugleichen, müssen die Kollegen längere Dienste schieben. Allein im Jahr 2015 sind dadurch in Würzburg über 26.509 Überstunden angefallen.

Rund 107.000 Überstunden in Unterfranken

Jeder Würzburger Beamte hat somit im letzten Jahr durchschnittlich 38,6 Überstunden angehäuft. In ganz Unterfranken waren es sogar 106.929 Überstunden, wodurch jeder Polizist und jede Polizistin letztes Jahr durchschnittlich 37 Überstunden machen musste.

„Dass alleine bei der Polizeiinspektion in der Nürnberger Straße von 290 Stellen gerade einmal 228 Stellen besetzt sind, ist erschreckend.“, kritisiert der Würzburger SPD-Abgeordnete Georg Rosenthal. Unsere Polizistinnen und Polizisten verdienen es, unter angemessenen und familienfreundlichen Arbeitsbedingungen ihren wichtigen Dienst für unserer Stadt zu leisten.“

Durch Einmalzahlungen ablösen

Als Sprecher der unterfränkischen SPD-Abgeordneten spricht sich Rosenthal seit längerem dafür aus, Überstunden durch Einmalzahlungen abzulösen, auch wenn das bei Beamten nicht so einfach ist. Langfristig führe aber an mehr Stellen im Polizeidienst kein Weg vorbei. Es sei absehbar, dass dauerhaft mehr Dienste der Polizei benötigt werden.

Die SPD-Landtagsfraktion fordert seit vielen Jahren zusätzliche Stellen bei der Polizei. Doch der Innenminister unternimmt hier bei weitem nicht genug. Selbst die im Nachtragshaushalt vorgesehenen zusätzlichen 500 Stellen können frühestens nach Beendigung der Ausbildung im September 2018 besetzt werden. Bis dahin sind aber schon weitere 2.657 Beamte in Pension gegangen. Der Plan des Ministers geht also nicht auf und ist eine Milchmädchenrechnung.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Abgeordnetenbüros Georg Rosenthal, MdL.

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