Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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Jagd auf Raser: Polizei kündigt europaweiten Blitzmarathon an

Geschwindigkeit ist nach wie vor die Hauptunfallursache Nr. 1

UNTERFRANKEN. Weniger Verkehrstote, aber mehr Verkehrsunfälle und Verletzte auf Unterfrankens Straßen. Das waren die Kernpunkte der Verkehrsunfallstatistik 2015. Die Überschreitung der zulässigen bzw. die nicht angepasste Geschwindigkeit ist nach wie vor die Hauptunfallursache Nr. 1 bei den Verkehrsunfällen mit getöteten und schwerverletzten Personen in Unterfranken.

Jagd auf Temposünder: Europaweit 21.April 2016

Um die Unfallzahlen weiter zu senken, wird die Polizei auch in diesem Jahr wieder verstärkt Jagd auf Temposünder machen – eine Maßnahme ist der sogenannte „Blitzmarathon„. Der europaweite Blitzmarathon findet in diesem Jahr am Donnerstag, 21. April statt und wird in mehr als 20 Ländern laufen.  Er beginnt um 6 Uhr und endet um 22 Uhr. Zuvor liefen die Kontrollen über 24 Stunden. Die Messstellen werden noch veröffentlicht.

Schwerpunkte: Bundes-, Staats-, Kreis- und Gemeindestraßen

Die positive Gesamtentwicklung wird auch als Ergebnis der Verkehrssicherheitsarbeit in allen Bereichen angesehen. Die meisten der tödlichen Verkehrsunfälle (93%) geschehen außerorts auf Land- straßen (Bundes-, Staats-, Kreis- und Gemeindestraßen). Besonders häufig führen hier Geschwindigkeitsunfälle, Überholunfälle und Abbiege-/Vorfahrtsunfälle zu schwersten Unfallfolgen.

Die Überschreitung der zulässigen bzw. die nicht angepasste Geschwindigkeit ist nach wie vor die Hauptunfallursache Nr. 1 bei den Verkehrsunfällen mit getöteten und schwerverletzten Personen.

Kein Kavaliersdelikt

Bei vielen Verkehrsteilnehmern gelten Geschwindigkeitsüberschreitungen noch immer als Kavaliersdelikt. Ein einfaches Beispiel soll jedoch die Bedeutung überhöhter Geschwindigkeit darstellen. Vielfach wird die Geschwindigkeit um rund 20 km/h überschritten, weil dies nur einen Verwarnungstatbestand darstellt und keine Punkte beim Kraftfahrtbundesamt anfallen.

Fährt ein Pkw statt der erlaubten 100 km/h mit nahezu 120 km/h, so verlängert sich der Weg bis zum Stillstand des Fahrzeugs um 32 m auf insgesamt 119 m. Die Geschwindigkeit beim Aufprall auf ein Hindernis beträgt bei 120 km/h noch 73 km/h, bei 100 km/h wäre das Fahrzeug schon gestanden. Somit können die 20 km/h über Leben oder Tod entscheiden.

Beim Geschwindigkeitsverhalten handelt es sich um eine der wenigen Verhaltensweisen von Autofahrern, bei denen ein konsistenter Zusammenhang von Durchschnittsgeschwindigkeit und Anzahl an Verkehrsunfällen als nachgewiesen gilt. Die Unfallursachenanalyse des vergangenen Jahres zeigt, dass nicht angepasste bzw. überhöhte Geschwindigkeit anteilmäßig die meisten Opfer forderte.

 

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