Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Gleitzeit für Schüler – wenn die innere Uhr anders tickt

Auf Wunsch länger schlafen – auch etwas für Würzburg?

Viele Arbeitnehmer wünschen sich flexiblere Arbeitszeiten, eine Maßnahme, die Unternehmen dafür häufig umsetzen, ist die Gleitzeit. Wie mehrere Medien berichteten, dürfen sich darüber nun nicht mehr nur Arbeitnehmer freuen, sondern auch Schüler. Laut dem Spiegel dürfen Schüler des Gymnasiums in Alsdorf bei Aachen ein bisschen länger schlummern, wenn sie das denn möchten. In der Oberstufe der Schule darf nämlich gewählt werden, ob man zur 1. Stunde um 8 Uhr erscheint oder doch erst zur zweiten gegen 9 Uhr. Seit dem 1. Februar werde die Gleitzeit in Alsdorf getestet und die dortigen Schüler zeigen sich begeistert – ob sich auch die Würzburger Schüler darüber freuen würden?

Anwesenheitspflicht erst ab der 2. Stunde

Spiegel Online sprach mit dem Leiter des Gymnasiums Wilfried Bock, der erklärte, bei der ersten Stunde handele es sich um die so genannte „Dalton-Stunde“. Dabei läge es in der Verantwortung der Schüler, wie diese erste Stunde gestaltet werde. Wenn sich ein Schüler dazu entschließt, später zu kommen, hieße das jedoch nicht, dass er den Stoff nicht nachholen müsse. Dies müsse dann eben in den Freistunden erfolgen. Anwesenheitspflicht gebe es erst ab der zweiten Stunde, so Spiegel Online.

Innere Uhr nach hinten verschoben

Dies hätte jedoch nichts mit „Schwächen bei der Zeiteinteilung“ zu tun, sondern mit dem Stand der Wissenschaft, so Bock gegenüber dem Online-Medium. Bei Jugendlichen wäre die innere Uhr nämlich etwa eine bis zwei Stunden nach hinten verschoben, sie schlafen also später ein und morgens würde ihnen dadurch oft die REM-Schlafphase fehlen. Dies sei hormonell bedingt und das Ausfallen der wichtigen Schlafphase hätte zur Folge, dass das Verknüpfen von Zusammenhängen sehr viel schwerer fiele, auch Inhalte könnten schwerer behalten werden.

Nach einer 10-wöchigen Einstiegsphase würden laut Spiegel-Online erste Evaluationen durchgeführt, denn der Münchner Chronobiologe Till Roenneberg führt zu dem Alsdorfer Projekt Forschungen an der Uni München durch. Danach wisse man, so Bock gegenüber dem Online-Medium mehr.

Unterricht nach dem Dalton-Plan

Doch nicht nur die Gleitzeit ist eine Besonderheit im Lehrplan der Aachener Schule. Dort werde nach dem Dalton-Plan der amerikanischen Pädagogin Helen Parkhurst unterrichtet. Die Schüler können dadurch ihren Unterricht sehr viel selbstständiger gestalteten. So müssten sie laut Spiegel Online ein Drittel der Unterrichtsinhalte selbst erarbeiten.

Arbeitsweise und Fach könnten zum Teil selbst gewählt werden, so käme der Input nicht durch die Lehrer, sondern die Schüler erarbeiten sich den Stoff und dadurch ihr Wissen selbst. Wodurch sich die Schüler den Stoff nicht nur länger merken würden, sondern auch die Arbeitsweise finden können, die individuell am besten für sie funktioniere und sich am effizientesten gestalte. Ihr Wissen müssen natürlich auch die Schüler in Alsdorf in Prüfungen beweisen.

 

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