Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

So viele Käufe wie noch nie: Droht eine Immobilienblase?

Etwa 200 Milliarden Euro: Das Immo-Geschäft blüht

Dank der niedrigen Zinsen blüht in Deutschland das Geschäft mit den Immobilien. Im Jahr 2015 haben in Deutschland Immobilien für geschätzt etwa 200 Milliarden Euro den Besitzer gewechselt, das schreibt tagesschau.de und fragt: Droht in Deutschland eine Immobilienblase?

Seit 2010 würden die Verkäufe linear nach oben gehen, 2015 wäre der Anstieg sogar noch deutlich stärker gewesen, dies berichtet tagesschau.de in Bezugnahme auf den Arbeitskreis der amtlichen Gutachterausschüsse, die diese Zahlen aufgrund von Erkenntnissen von Kaufverträgen veröffentlichen. Noch bestehe nicht die Gefahr einer Immobilienblase für Deutschland, ein weiterer Preisanstieg sei aber mit Vorsicht zu genießen, so das Online-Portal, und man sei seitens des Arbeitskreises gespannt, sofern die Zinsen wieder ansteigen. Es sei abzuwarten, ob die Immobilien dann ihren Wert behielten.

Niedrige Zinsen – viele Immobilienkredite

Wie sieht die Situation in Würzburg aus? Wir haben den Würzburger Immobilienexperten und Inhaber von „Dürrnagel Immobilien“ Matthias Dürrnagel um seine Einschätzung der Lage gebeten: „Eine Immobilienblase, wie sie in den vergangenen Jahren etwa in den USA oder in Spanien passiert ist, droht in Deutschland derzeit nicht. In Ländern wie Spanien oder Irland hatte sich das Kreditvolumen im Vorfeld der Finanzkrise nahezu verdreifacht.“

Hintergrund sei die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Um die Inflation in der Eurozone zu erhöhen, hatte die EZB den Leitzins im März erstmals in ihrer Geschichte auf 0,0 Prozent gesenkt. Der sogenannte Einlagezins für Banken liegt laut Dürrnagel sogar im negativen Bereich bei minus 0,4 Prozent. „Damit steigt auch der Anlagedruck für die Banken. Irgendwas müssen sie mit ihrem Geld machen – und deshalb vergeben sie so viele Immobilienkredite.“ Problematisch könne das werden, wenn sich die Konjunktur eintrübt und die Arbeitslosigkeit steigt.

Kleine und mittelgroße Wohnungen besonders attraktiv

Das sei nicht der einzige Trend, den Käufer laut dem Immobilienexperten kennen sollten. „Die Bevölkerungsstruktur entwickelt sich auch in Würzburg weiter zu Ein-Personen-Haushalten. Kleine und mittelgroße Wohnungen könnten bei Käufern und Mietern noch weiter an Attraktivität gewinnen. Das führe aber auch zu steigenden Flächenverbrauch und sinkenden Leerständen.“ Laut Dürrnagel müsste das Wohnungsangebot eigentlich deutlich ausgeweitet werden. Das ließe sich in der Praxis aber nur schwer realisieren. „In der Regel sind Flächenpotentiale in Würzburg weitestgehend ausgeschöpft und die Aufgabe von Grünflächen sowie Grüngürteln sind gesellschaftlich nicht gewollt.“

Für eine Immobilienblase in Würzburg bräuchte es „exzessive, langanhaltende Preiserhöhungen, exzessive und leichtfertige Kreditvergabe und ein exzessives Überangebot an Wohnungen, das in Würzburg derzeit nicht gegeben ist. Da fällt es schwer in Würzburg von einer Blase auf den Wohnimmobilienmärkten zu sprechen.“

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