Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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Zeitumstellung: Über Ostern wird uns eine Stunde „geklaut“

Wer hat an der Uhr gedreht?

Seit dem 25. Oktober 2015 befinden wir uns in der Winterzeit. Für viele Menschen ist das „die gute Zeitumstellung“, weil die Uhr um eine Stunde von drei auf zwei Uhr zurückgestellt und die Nacht somit länger wird. Am Sonntag, den 27. März 2016 wird uns allerdings eine Stunde Schlaf „geklaut“ – in diesem Jahr fällt die Zeitumstellung auf das Osterwochenende. Die Uhr wird dann um eine Stunde vorgestellt. Eine Schlafexpertin der Universität Würzburg hat uns erklärt, welche Auswirkungen das auf unser Schlafverhalten haben kann.

Vergleichbar mit einem Jetlag

Für viele Menschen hat der Wechsel von der Winterzeit in die Sommerzeit oft unangenehme Konsequenzen: Müdigkeit, Schlafprobleme und ein „Schlappheitsgefühl“. Woran das liegt, erklärte uns Schlafforscherin Dr. Karolin Roeser von der Uni Würzburg: „Die Zeitumstellung ist für unseren Körper vergleichbar mit einem kleinen Jetlag, den die meisten von uns von Flugreisen kennen.“ Denn auch da müsse man sich erst an den neuen Rhythmus gewöhnen. Roeser: „In der Regel gelingt uns das innerhalb weniger Tage bis maximal 1-2 Wochen.“

Mehrzahl hält Zeitumstellung für überflüssig

Seit der Einführung der Zeitumstellung ist ihr Nutzen umstritten. Angaben der Main-Post zufolge, hält die Mehrheit der Bevölkerung den Wechsel von Winter- und Sommerzeit für unnötig. Das Ergebnis einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit aus dem Jahr 2015 ergab, dass fast drei Viertel der Menschen in Deutschland gegen die Zeitumstellungen in Frühjahr und Herbst seien. 73 Prozent der Befragten hielten die Zeitumstellung für überflüssig und seien dafür, dass sie abgeschafft wird. 1001 Menschen wurden in der ersten Februarhälfte im Rahmen der Umfrage befragt.

Anzahl der Gegner gestiegen

Nur 26 Prozent hielten 2015 die Zeitumstellung laut der Umfrage für sinnvoll – 2013 waren es noch 29 Prozent. 27 Prozent der Befragten hatten bereits einmal Probleme mit der Zeitumstellung, wobei mehr Frauen (32 Prozent) als Männer (23 Prozent) betroffen waren. Besonders häufig klagten außerdem die 45- bis 59-Jährigen über Beeinträchtigungen mit 36 Prozent.

Müde und schlapp fühlten sich 75 Prozent der Befragten, die schon Probleme mit der Zeitumstellung hatten. 62 Prozent gaben Einschlafprobleme oder Schlafstörungen an. Kognitive Auswirkungen hatte die Zeitumstellung für 36 Prozent, die sich den Ergebnissen zufolge schlechter konzentrieren konnten. 31 Prozent fühlten sich außerdem schneller reizbar.

Unterschiede: Morgen- und Abendtypen 

„Interessanterweise scheinen Morgentypen, also Menschen, die gerne eher früh aufstehen und ins Bett gehen, mit der Zeitumstellung im Frühjahr besser zurecht zu kommen als Abendtypen, während es im Herbst genau anders herum ist“, meint Schlafforscherin Roeser. „Früher aus den Federn, später ins Bett“, empfiehlt DAK-Ärztin Elisabeth Thomas.  Bei vielen wirke sich das vermeintlich unbedeutende Drehen an der Uhr spürbar auf Gesundheit und Wohlbefinden aus, so die Ärztin.

Folgen für die Arbeitgeber

Laut der DAK-Gesundheit könne die Zeitumstellung auch Folgen für Arbeitgeber haben:  An den drei Werktagen nach der Umstellung auf die Sommerzeit meldeten sich 15 Prozent mehr DAK-Versicherte krank als an vergleichbaren Arbeitstagen. Dabei fielen vor allem die 45- bis 59-Jährigen (17 Prozent) aus.

Nie mehr die Richtung vergessen

Die Uhr umstellen – aber in welche Richtung? Diese Frage ist zwei Mal im Jahr sehr beliebt. Hier eine kleine Merkhilfe von uns für Euch: Vergleicht es einfach mit Eurer Laune in der jeweiligen Jahreszeit. Im Sommer geht ihr gerne VOR die Türe, Ihr unternehmt viel draußen. Wird es Sommer werden die Uhren vor gestellt. Kommt der Winter verkriecht man sich gerne ZURÜCK ins Haus. Die Uhren wollen im Oktober auch eine kleine Verschnaufpause und werden zum Winteranfang wieder zurück gestellt.

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