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Bewerbung Teil 1: Kosten im Bewerbungsverfahren

Zahlreiche Bewerbungen bis zur gewünschten Stelle

Mit dem erfolgreichen Abschluss des Studiums oder der Ausbildung stehen wir alle vor der Herausforderung uns um eine Stelle zu bewerben. Nur in den wenigsten Fällen gelingt es, mit einer oder wenigen Bewerbungen die gewünschte Stelle zu bekommen. Nicht selten kommt es vor, dass Bewerber 100 oder mehr Bewerbungen versenden. Unser Experte für Arbeitsrecht, Dr. Alexander Hess von den Reitmaier Rechtsanwälten, erklärt in Teil 1 zu Bewerbungen, wie es sich mit den Kosten von Bewerbungsunterlagen, Anreise zum Bewerbungsgespräch und Co. verhält.

Wer trägt eigentlich die Kosten für die Bewerbungsunterlagen?

Gerade nach Abschluss des Studiums oder der Ausbildung ist das Geld knapp. Die Aufwendungen für die Erstellung der meist aufwendigen Bewerbungsmappe schmerzen daher umso mehr. Wer trägt diese also eigentlich? Die Kosten für die Erstellung der Bewerbungsmappe, d.h. für Fotos, Papier, Kopien und Bescheinigungen muss der Bewerber tragen. Dies gilt auch für die anfallenden Portokosten im Rahmen der Übermittlung der Bewerbungsmappe an potentielle Arbeitgeber. Ihr könnt diese nicht vom Arbeitgeber ersetzt verlangen.

Wie muss der Arbeitgeber mit Bewerbungsunterlagen umgehen?

Bewerbungsunterlagen gehören zu den personenbezogenen Daten und unterliegen damit einem besonderen Schutz. Die Verantwortung für deren Sicherheit und Vertraulichkeit obliegt dem jeweiligen Unternehmen, bei dem die Bewerbung eingeht.

Was passiert mit den Bewerbungsunterlagen nach Abschluss des Bewerbungsverfahrens?

Ist das Bewerbungsverfahren abgeschlossen und kam es zu einer Einstellung, so werden die Bewerbungsunterlagen in die Personalakte aufgenommen.

Doch was passiert mit den Unterlagen, wenn es zu einer Absage kommt?

Grundsätzlich ist der Arbeitgeber verpflichtet in einem solchen Fall, diese nach sorgfältiger Aufbewahrung zurückzuschicken. Dies gilt jedoch nicht bei einer Initiativbewerbung.

Wer trägt die Kosten für das Vorstellungsgespräch?

Wird ein Bewerber von einem Arbeitgeber zu einer Vorstellung eingeladen, ist der Arbeitgeber grundsätzlich zur Übernahme der anfallenden Kosten verpflichtet. Dies ergibt sich aus § 670 BGB. Hiernach kann der Bewerber vom Arbeitgeber, soweit nicht anders vereinbart, Ersatz seiner Kosten verlangen.

Bringt hingegen der Arbeitgeber in der Einladung zum Vorstellungsgespräch rechtzeitig und unmissverständlich zum Ausdruck, dass er die Vorstellungskosten nicht erstattet, muss diese der Bewerber tragen. In der Regel wird dies mit der Aufforderung zu Vorstellung bekannt gegeben.

Was gehört zu den zu erstattenden Kosten?

Hierunter fallen Fahrtkosten, aber auch Übernachtungs- und Verpflegungskosten in einer angemessenen Höhe.
Tipp: Um spätere Streitigkeiten über die Frage der Erstattung zu vermeiden, ist es ratsam sich die Übernahme der Kosten durch den Arbeitgeber vor dem Vorstellungsgespräch schriftlich bestätigen zu lassen.

In Teil 2 zum Thema Bewerbungen wird Dr. Hess erklären, welche Fragen der Bewerber beim Vorstellungsgespräch stellen darf und wie der Bewerber mit unzulässigen Fragen umgehen kann.

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