Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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Optimierung der Psychotherapie bei Angsterkrankungen

Übermäßige Angst ist weit verbreitet

Das Zentrum für Psychische Gesundheit am Universitätsklinikum Würzburg arbeitet eng mit der Hochschulambulanz für Psychotherapie am Lehrstuhl für Psychologie I der Universität zusammen, um die Behandlung von Angsterkrankungen zu optimieren.

Ob plötzliche Panikattacken in der Öffentlichkeit mit Herzrasen, Atemnot und Schwindel, panische Angst vor Spinnen oder Höhen, unverhältnismäßige Anspannung in sozialen Situationen oder Kinder, die ohne ihre Eltern große Angst haben – Übermäßige Angst vor etwas zu haben ist laut Pressemitteilung der Uni Würzburg weit verbreitet. Wenn jedoch Ängste so ausgeprägt sind, dass sie das alltägliche Leben von Betroffenen dauerhaft beeinträchtigen (z.B. sozialer Rückzug, berufliche Einschränkungen), spricht man von einer Angsterkrankung.

15 Prozent der Erwachsenen leiden an Angsterkrankung

Ungefähr 15 Prozent aller erwachsenen Bundesbürger sowie zehn Prozent aller Kinder leiden unter einer solchen Angsterkrankung. Diese können sich beispielsweise als Panikstörung, soziale oder spezifische Phobie oder aber Trennungsangst im Kindesalter zeigen. Derartige Erkrankungen zu erkennen und eine passende Therapie zu finden, ist nicht leicht, schreibt die Uni Würzburg in einer Pressemitteilung. Oft sehen sich Betroffene mit langen Wartezeiten und begrenzt wirksamen Therapiemethoden konfrontiert.

Zusätzliche Beschwerden

Die Folgen: Die Erkrankten leiden oft jahrzehntelang. Sie entwickeln zusätzliche Beschwerden wie eine Depression oder Suchterkrankungen. Zudem wird die persönliche, zwischenmenschliche und berufliche Entwicklung gestört.

Optimierung der „Kognitiven Verhaltenstherapie“

Das Forschungsprogramm PROTECT-AD (Providing Tools for Effective Care and Treatment of Anxiety Disorders), gefördert von Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), will die Behandlung von Angsterkrankungen optimieren. Im Rahmen einer deutschlandweiten Studie in sieben verschiedenen Städten soll auf verschiedenen Wegen die wirksamste und wissenschaftlich am besten bewährte Therapieform, die „kognitive Verhaltenstherapie (KVT)“ weiter verbessert und so verändert werden, dass sie für alle Betroffenen langfristig wirksam ist.

Um dieses Ziel zu erreichen, arbeitet hier in Würzburg das Zentrum für Psychische Gesundheit am Universitätsklinikum Würzburg eng mit der Hochschulambulanz für Psychotherapie am Lehrstuhl für Psychologie I der Universität zusammen. Die Behandlung wird sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene angeboten.

Intensive psychologische Diagnostik

Die Behandlung für die Patienten beginnt mit einer Phase intensiver psychologischer Diagnostik durch speziell geschultes Personal. Teil der Untersuchungen sind eine Magnetresonanztomographie vom Kopf (MRT) vor und nach der Therapie, Blutentnahmen für eine genetische Untersuchung sowie psychologische Tests am Computer und eine Aufgabe in virtueller Realität.

Dauer der Therapie: Sechs bis zehn Wochen

Die Therapie selbst ist eine Form der kognitiven Verhaltenstherapie und besteht aus der Vermittlung von Informationen über die Erkrankung und intensiven Übungen. Die Behandlung dauert sechs bis zehn Wochen mit bis zu drei Terminen pro Woche. Es findet nach zwei, vier und sechs Monaten je eine Nachuntersuchung statt.

Langfristige Wirksamkeit der Therapie

Das Ziel des Forschungsprojektes ist die Etablierung einer Therapie, die langfristig hochwirksam ist.
Wenn Ihr Euch in den beschriebenen Problemen wiederfinden, könnt Ihr Kontakt mit den Ansprechpartnern vor Ort aufnehmen:

Für Kinder und Jugendliche:
Prof. Dr. med. Marcel Romanos & M. Sc. Katharina Kneer unter der Telefonnummer 0931/201 76448
Oder E-Mail: KJ_KiBa@ukw.de

Für Erwachsene:
Dipl.-Psych. Jennifer Gamer & Dipl.-Psych. Kristina Dickhöver unter der Telefonnummer 0931/31 82006
Telefonsprechzeiten (Patientenaufnahme): Dienstag, 16:00 – 17:00 Uhr und Donnerstag, 13:00 – 14:00 Uhr
Oder E-Mail Protect-angst@uni-wuerzburg.de


Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Universität Würzburg. 

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