Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Arbeitsmarkt Januar 2016

Arbeitslosenquote erhöht sich

Aufgrund der gedämpften wirtschaftlichen Aktivitäten um diese Jahreszeit waren, laut Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Würzburg, im Januar 1.270 Frauen und Männer mehr arbeitslos als im Dezember. Insgesamt waren es 9.010. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,5 Prozentpunkte auf 3,2 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 3,4 Prozent. Obwohl der Anstieg gegenüber Dezember deutlich ausfiel, bewegte er sich geringfügig unter dem Durchschnitt der zurückliegenden fünf Jahre. Günstig beeinflusst wurde die Beschäftigungssituation durch die milde Witterung. Hierdurch wurde die Arbeit in vielen Außenberufen, wie beispielsweise im Bausektor, nur zeitweise unterbrochen, jedoch nicht gänzlich eingestellt.

Arbeitskräftenachfrage auf hohem Niveau

Eugen Hain, Leiter der Agentur für Arbeit Würzburg, mit einer Einschätzung der Arbeitsmarktentwicklung im Januar in der Pressemitteilung: „Der heimische Arbeitsmarkt ist erwartungsgemäß in das neue Jahr gestartet. Es gibt daher keinen Grund, sich Sorgen um seine weitere Performance zu machen. Da sich die Arbeitskräftenachfrage unverändert auf einem sehr hohen Niveau bewegt, wird es nach der „Winterpause“ wieder mit den Arbeitslosenquoten nach unten gehen. Anlass genug, jetzt auch die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt in den Fokus zu nehmen. Allerdings dürfte dies erst nach erfolgreichen Deutschsprachkursen und, in den allermeisten Fällen, einer beruflichen Nachqualifizierung zu bewerkstelligen sein. Dies ist die einhellige Meinung der Unternehmen.“

Fast 3.600 Zugänge in Arbeitslosigkeit

Im zugangsstärksten Monat des Jahres haben sich in den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern des Agenturbezirks 3.590 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das waren 870 mehr als im Dezember (+32 Prozent) und 210 mehr als vor einem Jahr (+6 Prozent). Rund 60 Prozent aller Neugemeldeten übten im Vorfeld eine Erwerbstätigkeit aus. Mit 2.120 Betroffenen waren das 850 mehr als im Dezember. Im Gegenzug haben 2.320 Personen die Arbeitslosigkeit beendet. 70 weniger als im Dezember, jedoch 210 mehr als vor einem Jahr. Etwa 770 waren im Anschluss daran wieder erwerbstätig. Das waren ähnlich viele wie im Vormonat und im Vorjahr.

Mehr Flüchtlinge meldeten sich arbeitslos

Von den 9.010 Arbeitslosen war etwa jeder Fünfte langzeitarbeitslos (1.970) oder 55 Jahre und älter (1.960). Nahezu jeder Zehnte war unter 25 Jahre alt (820) oder schwerbehindert (800). Rund jeder Fünfte (1.690) besaß nicht die deutsche Staatsangehörigkeit.

Im Vorjahresvergleich hat sich die Langzeitarbeitslosigkeit um circa 15 Prozent verringert. Der Bestand der über 55-Jährigen hat sich um sieben Prozent und der der Schwerbehinderten um sechs Prozent reduziert. Die Zahl der unter 25-Jährigen ist um fast drei Prozent gesunken. Der ungebrochene Flüchtlingsstrom hat sich inzwischen auch in den Arbeitslosenzahlen niedergeschlagen. Im Vormonatsvergleich ist der Bestand ausländischer Arbeitsloser um über 20 Prozent angewachsen. Im Vorjahresvergleich war das ein Plus von rund sechs Prozent.

Arbeitskräftenachfrage bleibt

Im aktuellen Berichtsmonat haben die Arbeitgeber des Agenturbezirks 920 freie Stellen gemeldet – fast 20 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Stellenbestand erhöhte sich im Vorjahresvergleich um rund ein Viertel auf 3.430. Gesucht wurden unverändert Fachkräfte in folgenden Berufsfeldern: Verkauf, Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik, Metall-, Maschinen- und Fahrzeugtechnik, Verkehr und Logistik, Führer von Fahrzeug- und Transportgeräten, Medizinische Gesundheitsberufe sowie Lebensmittelherstellung und – verarbeitung.

Stabile Entwicklung in der Stadt

In allen Regionen des Agenturbezirks wurden gegenüber Dezember höhere Arbeitslosenzahlen registriert. Allerdings fielen die Veränderungen unterschiedlich stark aus. Der Landkreis Main-Spessart verzeichnete mit einem Anstieg um 410 (+25 Prozent) auf 2.020 arbeitslose Frauen und Männer die deutlichste Veränderung. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,6 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent.

Rund 16 Prozent mehr Arbeitslose wurden in den Landkreisen Kitzingen und Würzburg gezählt. Auf der Basis von 1.660 Betroffenen errechnete sich für den Landkreis Kitzingen eine Quote von 3,3 Prozent (Vormonat 2,8 Prozent). Die 2.240 Arbeitslosen im Landkreis Würzburg entsprachen einer Quote von 2,5 Prozent (Vormonat 2,1 Prozent). In der Stadt Würzburg ist der Arbeitslosenbestand um 310 oder elf Prozent auf 3.080 angewachsen. Die Quote stieg um 0,5 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent.

Entwicklung Landkreise

Im Berichtsmonat waren nur im Landkreis Main-Spessart mehr Menschen arbeitslos als vor einem Jahr. Der Bestand ist hier um rund zwei Prozent (40 Personen) angewachsen. Im Landkreis Würzburg war ein Rückgang um 13 Prozent (330 Personen), im Landkreis Kitzingen um sieben Prozent (130 Personen) und im Stadtgebiet um fünf Prozent (160 Personen) zu beobachten.

Der hohe Anstieg der Arbeitslosigkeit in Main-Spessart war überwiegend darauf zurückzuführen, dass sich dort bereits vermehrt Personen mit Fluchthintergrund arbeitslos gemeldet haben. Außergewöhnliche saisonale oder konjunkturelle Einflussfaktoren waren hierfür weniger ausschlaggebend.

Entwicklung in den Rechtskreisen

In den Arbeitsagenturen Würzburg, Kitzingen und Lohr waren 5.120 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. In den vier Jobcentern des Agenturbezirks wurden 3.890 arbeitslose erwerbfähige Leistungsberechtigte betreut. Der Bestand an Arbeitslosen erhöhte sich in den Arbeitsagenturen gegenüber Dezember um 1.000 (24 Prozent) und in den Jobcentern um 270 (7 Prozent). Gegenüber dem Vorjahr reduzierte sich die Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung um sieben und in der Grundsicherung um fünf Prozent.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Würzburg. 

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