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Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Nur für jeden dreißigsten Studenten ein Master-Platz

Missverhältnis bei Psychologen und Wirtschaftswissenschaftlern

Auch Jahre nach der Einführung des Bologna-Systems an den bayerischen Hochschulen stehen in mehreren Fächern noch immer deutlich zu wenige Master-Plätze zur Verfügung, um jungen Menschen einen fundierten Abschluss ihres Hochschulstudiums zu gewährleisten, so SPD-Landtagsabgeordneter Georg Rosenthal in seiner Pressemitteilung. Eklatant sei das Missverhältnis insbesondere bei den Psychologen und den Wirtschaftswissenschaftlern. Besonders schlecht schneiden einige Fächer an den Würzburger Hochschulen ab: An der Universität seien im Business Management 82 Prozent und in Economis 76 Prozent der Bewerber für einen Masterplatz abgelehnt worden, im Wirtschaftsingenieurwesen an der FH Würzburg-Schweinfurt seien es 73 Prozent.

Unterfinanzierung der Hochschulen

„Diese Situation ist nicht hinnehmbar“, stellt SPD-Landtagsabgeordneter Georg Rosenthal fest, auf dessen schriftlicher Anfrage die aktuellen Zahlen ermittelt wurden. „Die anhaltende Unterfinanzierung der Hochschulen darf nicht auf Kosten junger Akademiker gehen.“ Dabei sei für die Psychologen ein Masterabschluss überhaupt erst die Voraussetzung dafür, sich eine entsprechende Berufsperspektive zu eröffnen. Auch bei den Ökonomen sei die Lage besorgniserregend. „Eben hier handelt es sich um die Fächer, auf die die deutsche Wirtschaft besonders angewiesen ist“, so Rosenthal, Mitglied im für die Hochschulen zuständigen Wissenschaftsausschuss des Landtags, laut Pressemitteilung weiter.

Zu wenige Master-Plätze

Die vom Ministerium ermittelten Zahlen sprechen eine klare Sprache: So stehen bei den Psychologen etwa an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg gerade einmal 78 Plätze für 345 Bewerber zur Verfügung, an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München sind es insgesamt 91 Plätze für 630 Bewerber. Auch in Würzburg ist die Situation weiterhin äußerst angespannt. Bei 84 Plätzen für 184 Bewerber erhält nur jeder Zweite die Möglichkeit, sein Studium fortzusetzen. In extremen Fällen kommen wie etwa an der Technischen Hochschule in Ingolstadt im Fach International Automotive Engineering auf nur 21 Plätze 729 Bewerber. Damit erhält nicht einmal jeder dreißigste die Chance, nach dem Bachelor in Ingolstadt weiter zu studieren.

Engpässe bei Wirtschaftswissenschaften

Ebenso angespannt ist die Situation bei den wirtschaftswissenschaftlichen Fächern. In dem Fach „Business Management“ in Würzburg kam auf gerade einmal 70 Plätze die stattliche Anzahl von 1.608 Bewerber, bei „Economics“ waren es 20 für 285 oder für die Wirtschaftsinformatik 25 Plätze 139. Auch an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften ergeben sich eklatante Engpässe. An der Fachhochschule München 35 Plätze für 567 Bewerber in den Wirtschaftsingenieurwesen. An der FH Würzburg-Schweinfurt kommen auf 30 Plätze 275 Marken- und Medienmanagement und 25 auf 273 für Wirtschaftsingenieurwesen.

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Nur für zulassungsbeschränkte Studiengänge

Die Aufstellung des Wissenschaftsministeriums ist nicht vollständig. Die Zahlen erfassen nur die zulassungsbeschränkten Studiengänge, da nur hierfür entsprechende Daten vorliegen. Dies betrifft im Wintersemester 2015/16 35 von insgesamt 909 Masterstudiengängen.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des SPD-Landtagsabgeordneten Georg Rosenthal.

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