Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Urteil gefallen: Lupus-Chef muss ins Gefängnis

Einsatzgruppe Lupus auf Streife

WÜRZBURG. Wochenlang patrouillierte die Gruppe vor Diskotheken, lief „Streife“ in der Innenstadt und sorgte für einigen Gesprächsstoff. Mit weißen Hemden mit aufgestickten „LUPUS“-Logo, Handschellen und Pfefferspray gingen die selbsternannten Ordnungshüter auf Tour und spielten Polizei – um die „Straßen sicherer zu machen“.

„Wildpinkler“, betrunkene Jugendliche, die randalierten oder zu laut durch die Nacht gezogen sind. In Würzburg hütete die „Einsatzgruppe Lupus“ das Gesetz. Ihre „Einsätze“ filmten sie mit dem Smartphone und verbreiteten sie im Netz – es sollte ja jeder sehen, wie „nötig“ die Stadt die Gruppe doch hat. Der Stadt Würzburg und der Polizei war das aber irgendwann zu viel. Die „Bürgerwehr“ wurde 2013 verboten.

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Der Chef der Würzburger Hilfssheriffs hatte nach diesem Verbot, wohl zu viel Zeit – so ganz ohne Hemd und Handschellen. Seine Laufbahn als Hobby-Ordnungshüter hat er im Anschluss jedenfalls gegen eine „Karriere“ als Einbrecher eingetauscht.

Schaden von rund 800.000 Euro

Seit Oktober stand der ehemalige Bürgerwehr-Chef zusammen mit einem 36-Jährigen Mechaniker, wegen des gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstahls in rund 50 Fällen vor dem Landgericht Würzburg. Die Angeklagten sollen laut Staatsanwaltschaft dabei rund 377.000 Euro erbeutet und einen Sachschaden von über 400.000 Euro hinterlassen haben. Autohäuser, Motorradhändler oder auch das Mainfranken Theater gehörten zu den Zielen des Duos.

Die Taten hatte er weitestgehend gestanden und damit auch seinen Komplizen schwer belastet – in der Hoffnung, nochmal mit einem blauen Auge davonzukommen. Fehlanzeige.

Nun hat das Würzburger Landgericht ein Urteil gefällt und den 26-Jährigen für eine lange „Patrouille“ ins Gefängnis geschickt. 3 Jahren und 9 Monaten Haft – trotz Geständnis. Sein Komplize, der bis zuletzt beteuert, nichts mit den Einbrüchen zu tun gehabt zu haben, traf es deutlich härter. Der 36-Jährige muss für acht Jahre ins Gefängnis. Er stand zum Tatzeitpunkt unter Bewährung.

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