Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Digitaler Einsatzfunk seit Ende 2015 flächendeckend verfügbar

Knapp 900 Basisstationen

MÜNCHEN. Der Aufbau des Digitalfunks schreitet voran. In immer mehr Städten und Regionen können die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz den neuen BOS-Funk nutzen. Die Netzabdeckung erreicht mittlerweile knapp 99 Prozent der Fläche der Bundesrepublik Deutschland.

In Bayern wurde das Netz für den Digitalfunk BOS Ende 2015 flächendeckend in Betrieb genommen und steht seit Anfang 2016 allen bayerischen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) zur Verfügung.

Das bayerische Netz umfasst knapp 900 Basisstationen und damit ein Fünftel der bundesweit benötigten Standorte. Vor seine bislang größte Herausforderung stellte der G7-Gipfel 2015 in Elmau den Digitalfunk BOS. Dank des robusten und leistungsfähigen TETRA-Funkstandards hat er sich auch unter Volllast sowie bei Unwetter mit Gewitter und Starkregen – wie schon bei Orkantief „Niklas“ Ende März 2015 – hervorragend bewährt.

Technische Eignung

Zu Spitzenzeiten waren beim G7-Gipfel fast 18.000 Endgeräte im Einsatz; an einer Basisstation mitunter bis zu 7.500 Endgeräte zeitgleich. Damit setzte der Einsatz europaweit Maßstäbe, vergleicht man ihn mit dem bisher größten Digitalfunk-Einsatz bei der Olympiade 2012 in London.

Warum eigentlich Digitalfunk BOS?

Im BOS-Digitalfunknetz kommunizieren alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) – wie Polizeien des Bundes und der Länder, Feuerwehren, Zoll und Rettungsdienste – erstmals in einem bundesweit einheitlichen, gemeinsamen digitalen Sprech- und Datenfunksystem.

Gemäß den Anforderungen der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben wird mit dem BOS-Digitalfunknetz eine abhörsichere und hochverfügbare Kommunikation sichergestellt. Diese und weitere Vorteile verdeutlichen die höhere Leistungsfähigkeit des Digitalfunk BOS gegenüber dem analogen BOS-Funk.

Im analogen BOS-Funk werden Frequenzen nur innerhalb der jeweiligen BOS genutzt. Das heißt: Jede BOS verfügt über ein eigenes Netz mit eigenen Funkkanälen und räumlich begrenzter Reichweite. Die Polizei funkt auf Polizeifrequenzen, die Feuerwehr auf ihren Frequenzen – in jeweils separaten Analogfunknetzen und auf die jeweilige Region begrenzt. Eine bundesweit BOS-übergreifende Kommunikation ist im Analogfunk nicht möglich. Zudem ist der Analogfunk nicht abhörsicher.

Wer sind die Nutzerinnen und Nutzer des Digitalfunks BOS?

Die Nutzerinnen und Nutzer des Digitalfunks BOS sind unter anderem:

  • Polizeien des Bundes,
  • Polizeien der Länder,
  • Feuerwehren,
  • Rettungsdienste,
  • Katastrophen- und Zivilschutzbehörden,
  • Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW),
  • Bundeszollverwaltung

Die Vorteile des Digitalfunk BOS auf einen Blick:

  • alle BOS kommunizieren in einem Netz,
  • Möglichkeiten, Rufgruppen ad hoc und zentralgesteuert in einem Einsatz zu kombinieren,
  • Möglichkeit der Nutzung von sogenannten taktisch-betrieblichen Zusammenarbeitsrufgruppen (TBZ-Gruppen) zur BOS– und/oder länderübergreifenden Zusammenarbeit
  • hohe und verlässliche Verfügbarkeit,
  • Abhörsicherheit des Funkverkehrs,
  • verbesserte Sprachqualität (ohne „Rauschen“) im Vergleich zum Analogfunk,
  • schmalbandige Datenübertragung sowie,
  • verschiedene Dienste, z.B. GPS, Statusinformationen und Kurznachrichten (SDS).

Informationen zum BOS-Digitalfunk in Bayern findet Ihr im Internet unter www.digitalfunk-hilft-helfen.de. Einen detaillierten Fortschrittsanzeiger zum bundesweiten Aufbau des Digitalfunks unter http://www.bdbos.bund.de.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr.

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