Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Arbeitsmarkt Dezember 2015

7.740 Arbeitslose im Dezember

Der regionale Arbeitsmarkt zeigte sich, laut Pressemitteilung der Agentur für Arbeit, auch zum Jahresende 2015 in einer guten Verfassung. Die Arbeitslosigkeit hat zwar von November auf Dezember aus jahreszeitlichen Gründen um 330 auf 7.740 zugenommen, gegenüber dem Vorjahr waren jedoch 590 Personen weniger arbeitslos. Der Anstieg gegenüber November fiel geringfügig schwächer aus als im Durchschnitt der zurückliegenden Jahre. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent. Vor einem Jahr lag diese noch bei 2,9 Prozent.

Ansteig saisonbedingt

Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Dezember entspricht dem üblichen Saisonmuster. In den Wintermonaten ruhen in vielen Außenberufen vorübergehend die Tätigkeiten und die wirtschaftlichen Aktivitäten in diversen Branchen und Bereichen wie beispielsweise dem Tourismus gehen zurück. Die milden Temperaturen der zurückliegenden Wochen haben sich allerdings dämpfend auf diese Entwicklung ausgewirkt.

Zu- und Abgänge in Arbeitslosigkeit

Im Dezember haben sich 2.720 Personen arbeitslos gemeldet. Rund 120 mehr als im November, jedoch 110 weniger als vor einem Jahr. Zuvor erwerbstätig waren davon 1.270 – ein Plus von 90 gegenüber November und ein Minus von 20 gegenüber dem Vorjahr.

2.390 Menschen haben ihre Arbeitslosigkeit wieder beendet – 240 weniger als im November und 80 weniger als im Vorjahr. Rund 800 haben davon erstmals oder erneut eine Erwerbstätigkeit aufgenommen. Das waren 130 weniger als im November und 50 mehr als im Dezember 2014.

Personengruppen entwickeln sich unterschiedlich

Von den 7.740 Arbeitslosen war etwa jeder Vierte langzeitarbeitslos (1.910) oder 55 Jahre und älter (1.810). Nahezu jeder Zwölfte war unter 25 Jahre alt (670) oder schwerbehindert (740). Rund jeder Fünfte (1.400) besaß nicht die deutsche Staatsangehörigkeit.

Vorjahresvergleich

Im Vorjahresvergleich hat sich die Arbeitslosigkeit Langzeitarbeitsloser um circa 14 Prozent verringert. Der Bestand der über 55-Jährigen hat sich um sieben Prozent und der der Schwerbehinderten um sechs Prozent reduziert. Die Zahl der unter 25-Jährigen ist um knapp zwei Prozent gesunken. Die gestiegene Anzahl an Flüchtlingen schlägt sich inzwischen auch in den Arbeitslosenzahlen nieder. Im Vormonatsvergleich ist der Bestand ausländischer Arbeitsloser um knapp zehn Prozent angewachsen. Im Vorjahresvergleich ist das ein Plus von rund zwei Prozent.

Arbeitskräftenachfrage bleibt auf Rekordniveau

Im November haben die Unternehmen aus der Region 945 freie (sozialversicherungs- pflichtige) Stellen gemeldet. Das waren etwa vier Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Stellenbestand übertraf mit 3.400 das Vorjahresniveau um 26 Prozent. Gesucht wurden insbesondere Fachkräfte in folgenden Berufsfeldern: Verkauf, Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik, Metall-, Maschinen- und Fahrzeugtechnik, Verkehr und Logistik, Führer von Fahrzeug- und Transportgeräten, Medizinische Gesundheitsberufe sowie Lebensmittelherstellung und -verarbeitung.

Stabile Entwicklung in der Stadt

Gegenüber November ist die Arbeitslosigkeit in den Landkreisen Würzburg, Kitzingen und Main-Spessart sowie im Stadtgebiet Würzburg moderat gestiegen. Die Vorjahreswerte wurden jedoch in allen Regionen unterboten. Die meisten Arbeitslosen wurden mit 2.770 in der Stadt Würzburg gezählt. Das waren drei Prozent mehr als im November, jedoch über fünf Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent (Vorjahr 4,2 Prozent).

Enticklungen im Landkreis

Ebenfalls um 0,1 Prozentpunkte erhöhte sich die Quote im Landkreis Kitzingen. 1.430 arbeitslose Frauen und Männer entsprachen einer Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent (Vorjahr 3,1 Prozent). Der Arbeitslosenbestand wuchs zwar um knapp sechs Prozent an, blieb aber um über sieben Prozent unter dem des Vorjahres. Auf der Basis von 1.620 Arbeitslosen errechnete sich für Main-Spessart eine Arbeitslosenquote von 2,2 Prozent – nach 2,0 Prozent im November. (Vorjahr 2,3 Prozent). Trotz des spürbaren Anstiegs um über sieben Prozent waren etwa drei Prozent weniger arbeitslos als vor einem Jahr. Im Landkreis Würzburg ist die Zahl der Arbeitslosen um drei Prozent (60 Personen) auf 1.930 angestiegen, jedoch hat sich dies nicht auf die Arbeitslosenquote ausgewirkt. Diese blieb unverändert bei 2,1 Prozent. Im Vorjahr lag diese noch um 0,4 Prozentpunkte darüber.

Der Landkreis Würzburg konnte damit nicht nur die günstigste Quote im Agenturbezirk vorweisen. Mit knapp 13 Prozent weniger Arbeitslosen gegenüber 2014 hat er sich auch deutlich von den anderen Regionen abgehoben.

Entwicklung in den Rechtskreisen

In den Arbeitsagenturen Würzburg, Kitzingen und Lohr waren 4.120 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. In den vier Jobcentern des Agenturbezirks wurden 3.620 arbeitslose erwerbfähige Leistungsberechtigte betreut. Der Bestand in den Arbeitsagenturen erhöhte sich gegenüber November um 280 (7 Prozent) und in den Jobcentern um 50 Personen (2 Prozent). Gegenüber dem Vorjahr reduzierte sich die Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung um knapp acht, in der Grundsicherung um rund sieben Prozent.

Jahresbilanz 2015

Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Würzburg zeigte sich im Jahr 2015 in einer stabilen und robusten Verfassung. Die (sozialversicherungspflichtige) Beschäftigung bewegte sich auf einem Rekordhoch und die Zahl der arbeitslosen Menschen in der Region war so niedrig, wie zuletzt vor 24 Jahren. Im Oktober konnte der Landkreis Würzburg eine Top- Arbeitslosenquote von genau zwei Prozent vorweisen. Die Hoffnung, dass im November die 2-Prozent-Schwelle überschritten werden würde, erfüllte sich zwar nicht, dennoch haben sich die drei Landkreise und das Stadtgebiet einheitlich gut entwickelt. Ab Mai bis Jahresende blieben die Landkreise bei der Arbeitslosenquote unter drei Prozent und die Stadt erreichte erstmals im Oktober mit 3,9 Prozent eine Quote unter vier Prozent, was ein beachtliches Ergebnis für eine Großstadt ist.

Im Jahr 2015 waren monatlich durchschnittlich 8.310 Personen arbeitslos. Gegenüber 2014 war das ein Rückgang um 680. Die hieraus resultierende Arbeitslosenquote betrug 2,9 Prozent. Im Jahr 2014 lag diese noch bei 3,2 Prozent.

Im Jahresverlauf meldeten sich 32.640 Personen arbeitslos. Das waren 1.010 weniger als 2014 und 1.320 weniger als 2013. Die Arbeitslosigkeit beendeten 33.070 Personen – 1.230 weniger als 2014 und 590 weniger als 2013.

14.150 offene Stellen im Jahr 2015

Am Stichtag 30.6.2015 waren im Agenturbezirk 197.590 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Vorjahresvergleich war das nochmals ein Anstieg um 1,6 Prozent (3.070 Personen). Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bewegte sich damit auf einem Allzeithoch. Beschäftigungstreiber waren die Bereiche Immobilien, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, das Gesundheitswesen, der Handel, Heime und Sozialwesen sowie das Gast- und das Verarbeitende Gewerbe. Korrespondierend mit dem hohen Beschäftigtenstand entwickelte sich der Zugang offener Stellen. Im gesamten Jahr 2015 wurden 14.150 gemeldet. Das waren rund 13 Prozent mehr als 2014.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Würzburg.

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