Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Sternsinger des Bistum Würzburg treffen Bundeskanzlerin

Sternsinger aus Hasloch beim Empfang im Bundeskanzleramt in Berlin

108 Königinnen und Könige aus 27 deutschen Bistümern hat Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstagmorgen, 5. Januar, im Kanzleramt empfangen. Das Bistum Würzburg vertraten Justin Falius (16), Bastian Graf (15), Anna Schreck (11) und Laura Hilf (9) aus Hasloch im Landkreis Main-Spessart.

„Es war sehr gut und sehr schön“, fasste Anna Schreck die Eindrücke aus Berlin zusammen. „Ich fand es sehr aufregend“, ergänzte Justin Falius. Die strengen Sicherheitsvorkehrungen fielen ihm besonders auf. „Es ging alles recht schnell über die Bühne und Frau Merkel hat eine gute Rede gehalten“, sagte Bastian Graf. Laura Hilf fand es „cool, dass wir die Bundeskanzlerin getroffen haben“. Die Sternsinger aus Hasloch waren bereits am Montag nach Berlin gefahren. Den Nachmittag nutzte die Gruppe für einen Rundgang durch die Stadt. Trotz der bitterkalten Temperaturen hätten sie unter anderem Bundestag und Reichstag, das Brandenburger Tor und die Gedenkstätte für die ermordeten Juden Europas gesehen, erzählte Pfarrgemeinderatsvorsitzende Edeltraud Fiederling, die die Gruppe begleitete. Nach dem Sternsingerempfang führte der Main-Spessarter Bundestagsabgeordnete Alexander Hoffmann die Gruppe noch durch den Bundestag. „Es war wunderbar und alles war toll organisiert“, lobte Fiederling.

Wichtige Botschaft für die Sternsinger

„So vielfältig wie Eure Kostüme, wie Eure Sterne, wie Eure Kronen sind, so vielfältig sind auch die Menschen“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Sternsingerempfang zu den Kindern und Jugendlichen in ihren prächtigen Gewändern und funkelnden Kronen. Sie hatte eine wichtige Botschaft für die Sternsinger, die in diesen Tagen von Haus zu Haus ziehen. „Wir sind alle der Überzeugung, und Ihr drückt das auch aus, dass wir alle, die wir nicht kennen, auch respektieren auf der Welt. In unserem Grundgesetz steht, die Würde des Menschen ist unantastbar. Aber das gilt nicht nur für die Menschen, die hier in Deutschland leben. Sondern es gilt für alle Menschen. Für jeden Menschen, der Gottes Geschöpf ist“, so die Kanzlerin.

„Segen bringen, Segen sein. Respekt für dich, für mich, für andere – in Bolivien und weltweit!“ heißt das Leitwort der aktuellen Aktion Dreikönigssingen. „Wir haben früh gemerkt, dass wir ein ganz aktuelles Thema haben, das auch uns in Deutschland sehr betrifft. Denn viele Menschen, viele Kinder aus anderen Kulturen, kommen derzeit zu uns“, sagte Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, der gemeinsam mit dem Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Pfarrer Dirk Bingener, die Sternsinger ins Kanzleramt begleitete. Auch Krämer griff die aktuelle Situation in Deutschland auf. „Sternsingerinnen und Sternsinger wollen ihren Beitrag dazu leisten, dass sich Fremde bei uns wohlfühlen können. Dass sie mit Respekt behandelt werden, dass sie besucht werden von Sternsingern in diesen Tagen. Und wenn sie wollen, können die Kinder auch mitmachen bei den Sternsingern. Denn es ist eine Aktion, zu der alle Kinder eingeladen sind. Schließlich ist es eine Aktion für alle Kinder“, so Krämer weiter.

Dank der Bundeskanzlerin

Sternsinger aus der Pfarrei Sankt Konrad in Falkensee und der Pfarrei Salvator in Lichtenrade brachten ein besonderes Gastgeschenk mit in das Kanzleramt. In einem kurzen Anspiel zum Thema Respekt verneigten sie sich schließlich vor der Kanzlerin. „Mit den Sternsingern aus dem ganzen Land möchten wir Ihnen unseren Respekt zeigen. Danke, dass Sie sich mit uns zusammen für die Kinder in der Welt einsetzen“, trugen sie der Kanzlerin vor. Diese gab ihre Anerkennung gleich an die Jungen und Mädchen zurück. „Kinder können vieles erreichen. Kinder sind auch immer ein Ausdruck von Hoffnung. Deshalb seid Ihr auch für mich nicht nur Menschen, denen ich Respekt zolle, sondern Ihr gebt uns auch Ansporn hier im Bundeskanzleramt. Ich möchte mich bedanken für Eure Arbeit, denn Ihr tragt dazu bei, dass man nicht nur über das Gute spricht, was passieren sollte, sondern dass auch wirklich etwas passiert.“

Die Spende der Bundeskanzlerin nahmen Kinder und Jugendliche aus der Gemeinde Sankt Peter und Paul in Weyarn im Erzbistum München und Freising entgegen. Sie trugen der Kanzlerin auch den Segensspruch vor und schrieben den Segen „20*C+M+B+16“ für das Jahr 2016 an eine Wand im Kanzleramt. Mit ihrer Spende für das Dreikönigssingen unterstützt die Bundeskanzlerin ein Projekt für vernachlässigte Kinder in Bolivien.

Über die Sternsinger

Seit 1984 bringen die Sternsinger jedes Jahr ihren Segen „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“ ins Bundeskanzleramt. Für die Regierungschefin war es der insgesamt elfte Besuch. Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Rund 948 Millionen Euro wurden seither gesammelt, rund 68.600 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 57. Aktion zum Jahresbeginn 2015 hatten die Mädchen und Jungen aus 10.515 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten mehr als 45,5 Millionen Euro gesammelt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Rehabilitation sowie Nothilfe.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der POW. 

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