Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Rüstige Rentner: Zwischen Finanzen, Unileben und Internet-Surfing

Auf Bedürfnisse der Senioren eingehen

Hatte es die ältere Bevölkerung nicht nur in Würzburg vor ein paar Jahren noch schwer, einen Kredit für ein Bauprojekt oder eine Neuwagen zu erhalten, wird dies laut welt.de immer leichter für Menschen über 60 Jahren. Denn die so genannten „Best Ager“ werden aufgrund des demographischen Wandels bis 2060 von heute 17 auf 23 Millionen wachsen. Dagegen wird die Gruppe der 20 bis 64-Jährigen in Zukunft um circa 30 Prozent schrumpfen. Somit wird die Bevölkerungsgruppe der über 65-Jährigen eine immer wichtigere. Aber nicht nur die Banken müssen ihre Kreditvergabe und Angebote zunehmend auf Senioren ausrichten, sondern auch die Wirtschaft, die Bildungseinrichtungen sowie die Pflege und Freizeitangebote werden zunehmend auf die Bedürfnisse derselben angepasst.

Finanzielle Zuschüsse und Finanzsituation der über 65-Jährigen

Immer mehr Rentner sind noch erwerbstätig und leben nicht ausschließlich von ihrer Rente. Nach Ergebnissen des Statistischen Bundesamts sind 14 Prozent der 65- bis 69-Jährigen 2014 einer Erwerbstätigkeit nachgegangen, 2005 sind es sechs Prozent gewesen. So sind auch immer mehr Rentner in der Lage, die Voraussetzungen für einen Kredit mithilfe ihres Eigenkapitals zu erfüllen.
Generell ist bei der Anfrage eines Kredits ein Gehalts- oder Rentennachweis vorzulegen. Dieser muss der Bank die Gewährleistung geben, dass die monatlichen Raten zurückgezahlt werden können.

Jedoch spielt nicht nur das Einkommen oder der Besitz eine Rolle, sondern auch das Alter. Mit zunehmendem Alter wird es immer schwieriger, einen Kredit zu beantragen. Viele Banken haben eine Obergrenze bis circa 75 Jahren. Denn mit den Lebensjahren steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Kreditnehmer stirbt und die Person ihre Restschuld nicht mehr begleichen kann. Manche Geldinstitute bieten deshalb bereits eine Restschuldversicherung an, die eine Rückzahlung über den Tod hinaus sichert.

Schufa-Score und Legitimationsprüfung: Entscheidungshilfe der Banken

Bevor eine Entscheidung getroffen wird, überprüft die Bank die Bonität. Das heißt, sie holt sich Informationen bei der Schufa ein, die persönliche Daten speichert. Dazu gehören der Arbeitgeber, der Berufsstand, Angaben über nicht beglichene Rechnungen und das Zahlungsverhalten. Darüber hinaus sammelt die Schufa Informationen zur Wohndauer, der Umzugshäufigkeit oder dem Wohnumfeld. So ergibt sich ein Profil, welches die Schufa einer bestimmten Risikogruppe zuordnet, die jeweils Profile mit ähnlichen Werten aufweist.

Die Gruppe wird wiederum einem Score-Wert zugeordnet. Der Score-Wert ist sozusagen die Einstufung der Bonität. Wer sich vor der Prüfung einen Eindruck über die eigene Bonität verschaffen möchte, kann seine Einstufung einmal im Jahr kostenlos bei der Schufa erfragen. Fällt ein Wert positiv aus, ist der Kredit meist – im Gegensatz zu einer negativen Einschätzung – gesichert. Im Internet finden sich jedoch Informationen dazu, wie ein Kredit auch trotz negativer Schufa Einträge möglich ist und welche Online-Portale dafür genutzt werden können. Insgesamt ist es für Rentner meist einfacher bei einem Online-Anbieter einen Kredit zu erhalten als bei der eigenen Hausbank.

Bei einem Finanzinstitut aus dem Online-Bereich ist eine Legitimationsprüfung durchzuführen. Das kann entweder direkt online abgewickelt werden oder postalisch über das PostIdent-Verfahren. Dafür ist mit dem Ident-Formular, das die Bank zusendet, zur nächsten Poststelle zu gehen. Diese benötigt darüber hinaus den Personalausweis. Die Daten werden in das System eingegeben und der Kreditnehmer muss eine Unterschrift leisten, die die Korrektheit der Angaben bestätigt. Ist das Verfahren durch, überweist die Bank den Kredit auf das Konto des Senioren.

Internetnutzung Rentner

Die Abwicklung von Bankgeschäften im Internet könnte für Rentner einen immer größeren Stellenwert einnehmen, was die untenstehende Grafik zum Thema „Internetnutzung von über 65-Jährigen“ zeigt.

Aber auch für die Recherche oder einfach zur Unterhaltung wird das Internet von Rentnern genutzt. Damit die ältere Bevölkerung sicher im Netz unterwegs ist und genau weiß, was einen im World-Wide-Web erwartet, gibt es spezielle Internetkurse, wie am Würzburger Mainkai. Im Jahr 2002 ist das Internetcafé „Von Senioren für Senioren“ gegründet worden. Hier erklären Rentner anderen Rentnern, wie Computer-Programme bedient werden oder das Internet in Gang gebracht wird. Pro Stunde kostet der Kurs 2,50 Euro und für Mitglieder nur einen Euro. Für Senioren ab 80 Jahren ist die Internetnutzung sogar kostenlos, weitere Informationen liefert der Beitrag des Bayerischen Rundfunks. Danach hätten seit der Gründung etwa 25.000 Internetbegeisterte Senioren das Angebot genutzt.

Unialltag und Freizeitgestaltung im höheren Lebensalter

Insgesamt ist die Generation 65 plus bereits aktiver als noch vor ein paar Jahren. Und zwar nicht nur hinsichtlich ihres Erwerbslebens oder der Internetnutzung, sondern auch, was ihre Bildung beziehungsweise Freizeitaktivitäten betrifft.

Das Studentenleben im Alter

Im Wintersemester 2014/15 besuchten ungefähr 33.600 Gasthörer die deutschen Hochschulen. Davon sind circa 14.200 derselben 65 Jahre oder älter gewesen. Dabei sind Vorlesungen in der Fächern Geschichte und Philosophie am häufigsten besucht worden. Der Anteil der teilnehmenden Senioren stieg in den letzten Jahren um 20 Prozent – im Studienjahr 2004/2005 lag der Anteil der über 65-Jährigen noch bei 31 und in dem Semester 2014/15 bereits bei 42 Prozent.

Beliebte Freizeitbeschäftigungen von 50- bis 64- und über 65-Jährigen

Der „Freizeit-Monitor 2015“ veröffentlicht jährlich die beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen. Und zwar unter Bezugnahme der Lebensphase, des Alters und des Einkommens. Danach steht bei den so genannten Jungsenioren (50- bis 64-Jährige) und den Ruheständlern (über 65-Jährige) der Fernseher auf Platz eins der Freizeitbeschäftigungen. Danach folgen unter anderem Radio hören, Telefonieren, den Gedanken nachgehen oder Zeitung lesen. Darüber hinaus fallen bei den Ruheständlern die eigene Körperpflege, das Faulenzen sowie der Kaffeeklatsch unter die Top zehn der Freizeitbeschäftigungen. Bei den Jungsenioren ist es noch das Internet.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit einem unserer Partner. 

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