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Arbeitszeugnis: Zeugnissprache richtig deuten

„Geheimsprache“ unter Arbeitgebern

Es ist allgemein bekannt, dass Arbeitgeber im Arbeitszeugnis ihre eigene „Geheimsprache“ nutzen. Denn jeder Arbeitnehmer hat das Recht auf ein Arbeitszeugnis, das ihre Leistungen positiv bewertet. Und so hat sich eine Zeugnissprache herauskristallisiert mit der ein Arbeitgeber – trotz vermeintlich wohlwollend formulierter Worte – auf die ein oder andere negative Leistung aufmerksam machen kann.

Arbeitszeugnis darf nicht verweigert werden

Laut „Zeit Online“ darf ein Arbeitnehmer dieses Zeugnis nicht verweigern und muss über die Leistungen, besonderen Fähigkeiten, Kenntnisse und die Persönlichkeit des Mitarbeiters berichten. Dabei verbietet die Rechtsprechung, dass durch das Zeugnis Rache genommen, oder der zukünftige berufliche Werdegang des Mitarbeiters gefährdet wird.

Schulnote hinter den Formulierungen

Einige Formulierungen können wie das Schulnotensystem interpretiert werden. „Zeit online“ zeigt dafür einige Beispiele:

  •  Wenn die Leistung mit einem „sehr gut“ bewertet werden soll, dann kann so formuliert werden: „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“
  • Möchte der Arbeitgeber die Note zwei vergeben schreibt er: „stets zu unserer vollen Zufriedenheit“
  • Eine befriedigende Leistung wird mit einem „zu unserer vollen Zufriedenheit“ umschrieben
  • Wenn die Leistung nur ausreichend war, schreibt der Arbeitgeber „zu unserer Zufriedenheit“
  • „Im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit“, klingt nicht besonders positiv – ist es auch nicht. So werden mangelhafte Leistungen beschrieben.
  • „bemühte sich, die ihm übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit zu erledigen“, klingt beinahe Mitleid erregend und entspricht einem „ungenügend“

Besser als „befriedigend“ ist keine Pflicht

Obwohl Arbeitgeber dazu verpflichtet sind ein Arbeitszeugnis zu erstellen, müssen sie dennoch nicht besser als „befriedigend“ bewerten. Dies zeigt ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) von dem „Zeit online“ berichtet. Eine Frau soll gegen ein „zu unserer vollen Zufriedenheit“ geklagt und ein „stets zu unserer vollen Zufriedenheit“ verlangt haben. Jedoch konnte sie den Richter nicht überzeugen. Dieser soll mit der Begründung argumentiert haben, dass ein „befriedigend“ keine Benachteiligung für den weiteren beruflichen Werdegang sei.

Arbeitszeugnis überprüfen

Arbeitnehmer sollten das Arbeitszeugnis gut überprüfen, besonders wenn die Trennung vom Arbeitgeber eher negativ ausgefallen ist. Dennoch sollte nichts überstürzt werden, wenn der Arbeitnehmer mit einer Formulierung nicht zufrieden ist. Bevor es zu einer Zeugnisberichtigungsklage kommt, sollte mit dem Arbeitgeber gesprochen und eine friedliche Lösung gefunden werden.

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