Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Rat Cars – Alte Liebe rostet

Wenn Rost Trend ist

Geht es um Autos kann es den meistens nicht neu, modern oder extravagant genug sein: Glänzender Lack, polierte Felgen und mächtig PS unter der Haube machen das Auto zum Statussymbol. Es gibt allerdings einen ganz besonderen Trend, der mit diesem ganzen Schnick-Schnack nichts zu tun haben möchte. Rat Cars heißen die maroden Fahrzeuge, bei denen es nicht rostig genug sein kann. Der ursprünglich aus den USA stammende Style ist mittlerweile auch in Versbach angekommen, wir haben uns mit einem Rat Car Liebhaber aus der Gegend unterhalten, der uns in die Welt der „Schrottkarren“ entführte.

Einzigartigkeit durch Zerstörung

Ein Bobby-Car steht auf dem Dach, Kronkorken schmücken den Innenraum und ein alter Teddybär ist an der Stoßstange befestigt: Beim Auto von Jack Heintges weiß man nicht, wohin man zuerst schauen soll. Die Einzigartigkeit seines Gefährts basiert mehr oder minder auf Destruktion – Glanz und Lack sind nicht gefragt. Viel mehr beruht das Geheimnis, dass das Kunstwerk von ausrangierten Autos unterscheidet, auf gezielt platzierten Accessoires und permanenter Veränderung.

Jäger und Recycler

Seit einem Jahr schraubt und bastelt der ursprüngliche Mönchen-Gladbacher bereits an seinem Ratten-Mobil. Fertig wird sein Auto jedoch nie sein, erklärt uns der der 29-Jährige mit einem Lächeln. „Es kommt immer wieder was neues dazu, es fallen einem immer neue Ideen ein, die man dann umsetzt“, fügt Jack hinzu. Viel Geld steckt er nicht in sein Hobby, suchen und recyceln lautet die Devise: Das Radio wurde beispielweise vom Bauhof gerettet, das rote Bobby-Car spendete die Nachbarin.

Lack und Salz – Gott erhalt’s

„Angefangen hat alles im Oktober letzten Jahres“, erklärt uns Rat Jack, wie er sich im Internet nennt. Der VW-Polo sollte zunächst ein ganz normales Auto werden, bis diesem Vorhaben ein Parkschaden in die Quere kam. Nachdem sein fahrbarer Untersatz bereits demoliert war, beschloss er kurzerhand ein echtes Rat Car aus dem Gefährt zu machen. Gesagt, getan: Jack schliff den Lack ab, „lackierte“ mit etwas Salzwasser und Essig nach – und die rostige Karosserie war geboren.

Verrückt und doch praktisch

Jacks Auto soll praktisch sein, auffallen und Spaß machen. Und dass er dies in die Tat umsetzt, kann man beispielweise an dem Fass auf seinem Dach erkennen. Das veraltete Fässchen thront nicht nur aus dekorativen Gründen auf dem Wagen, sondern stellt einen ausgeklügelten Grill dar. „Im Sommer bin ich viel auf Autotreffen unterwegs gewesen, die gehen dann meist ein ganzes Wochenende, da braucht man natürlich was zu essen“, erklärt uns Jack die Idee hinter dem klappbaren Grill.

Hauptsache Spaß an der Sache

Viele Rat Car-Veranstaltungen gibt es aktuell noch nicht in Deutschland. Dennoch macht der Rat Car-Fan etwa zwei Mal im Monat das Auto startklar und besucht diverse Events. Hierfür sind zum Teil große Strecken zu überwinden, „bis zu 500 Kilometer muss man teilweise fahren“, sagt uns der Hobby-Bastler. Die Veranstaltungen fänden rein zum Spaß statt, lukrative Gewinne gäbe es nicht. Lediglich die Spaß-Auszeichnungen „Das klapprigste Auto“ und „Der meiste Rost“ seien abzustauben. „Mir ist es relativ egal ob ich einen Pokal im Schrank stehen hab“, fügt Jack noch hinzu. „Im Vordergrund steht Fun, neue Leute kennenlernen und sich an den coolen Karren erfreuen“. Momentan tüftelt Jack Heintges wieder an einer neuen Idee – worauf wir uns freuen dürfen möchte er noch nicht verraten, es bleibt also spannend!

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