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Geschenkeumtausch: Welche Rechte habe ich?

Umtausch vor Ort und im Internet

Hin und wieder treffen die liebe Familie, die lieben Freunde oder auch der liebe Partner nicht so ganz den Geschmack des Beschenkten mit den Präsenten unterm Weihnachtsbaum. Dann ist nicht nur die große Frage zu beantworten, wie vermeide ich Knatsch in der Heiligen Nacht, sondern auch die Frage, wie bekomme ich bzw. der Schenker das Präsent wieder los.

Hinsichtlich der ersten Frage sollte zunächst jeder einmal in sich gehen und den Frust über ein unpassendes Geschenk besser unterdrücken, damit die Stille Nacht auch eine solche bleibt. Bezüglich der zweiten Frage, hängt die Beantwortung vom Einzelfall ab. Im Folgenden sollen die häufigsten Fragen zum Geschenkeumtausch – vor Ort und im Internet – von unserem Partner, Reitmaier Rechtsanwälten, beantwortet werden.

Der flauschige giftgrüne Pulli von der Tante

Wenn das Geschenk lediglich nicht gefällt, also z.B. die falsche Größe oder falsche Farbe hat, aber sonst fehlerfrei ist, steht dem Käufer kein Recht zum Umtausch zu. Dann kann man nur auf die Kulanz des Händlers hoffen. Dieser wird oftmals das Geschenk umtauschen, um den Kunden zufrieden zu stellen. Ob man nun allerdings das Geld zurück, einen Gutschein ausgestellt oder Ware gegen Ware bekommt, hängt wiederum vom Willen des Händlers ab. Außer dieser wirbt mit einer „Geld zurück Garantie“, dann ist er an diese Aussage gebunden.

Am besten klärt man deshalb schon beim Kauf des Geschenks die Möglichkeiten ab. Bei anderen Artikeln ist der Umtausch ausgeschlossen. Dies sind zum einen Artikel, bei denen hygienische Gründe gegen einen Umtausch sprechen, wie z.B. Bademode, Dessous usw. Zum anderen sind auch DVDs betroffen, wenn bei ihnen das Siegel zerstört wurde.

Amazon, Ebay & Co. lassen grüßen

Bei Geschenken, die man bei Unternehmern im Internet bestellt, sollte man darauf achten, sie möglichst knapp vor Weihnachten zu erwerben. Denn dabei handelt es sich nach dem Gesetz um ein sogenanntes „Fernabsatzgeschäft“, bei dem eine 14-tägige Widerrufsfrist ab Erhalt der Ware gilt. Man kann also auch noch nach Weihnachten den Kauf widerrufen. Hierzu sollte man das Widerrufsformular, das der Unternehmer bereit zu stellen hat, ausfüllen und den Artikel zurücksenden. Die Rücksendekosten hat seit letztem Jahr (2015) immer der Käufer zu tragen. Teilweise übernehmen aber auch die Online-Shops kulanter Weise die Kosten.

Falls man bei einem „Fernabsatzgeschäft“ vom Unternehmer nicht über sein 14-tägiges Widerrufsrecht belehrt wurde, steht einem sogar für die Dauer von einem Jahr und 14 Tagen ein Widerrufsrecht zu. Unabhängig von dem Widerrufsrecht räumen einige Online-Shops wie Amazon.de ihren Kunden großzügige Rückgaberechte ein, so dass sämtliche dort bestellten Produkte innerhalb von 30 Tagen ab Erhalt der Ware  zurückgesendet werden können, sofern die Ware vollständig ist und sich in ungebrauchtem und unbeschädigtem Zustand befindet.

Reklamationen

Sollte das Geschenk allerdings fehlerhaft sein, also einen Sachmangel aufweisen, hat man im Gegensatz zum freiwilligen Umtausch, einen Gewährleistungsanspruch. Das bedeutet, dass der Verkäufer nach der Wahl des Kunden den Mangel entweder beheben oder den Gegenstand ersetzen muss. Eine Nachlieferung darf der Verkäufer nur verweigern, wenn ihm daraus ein unverhältnismäßiger Aufwand entstünde. Der Gewährleistungsanspruch besteht zwei Jahre. Wenn der Mangel innerhalb der ersten sechs Monate auftritt, besteht zugunsten des Verbrauchers eine gesetzliche Vermutung, dass der Mangel schon vor Übergabe an ihn bestand. Nach dieser Frist, muss der Käufer beweisen, dass der Fehler schon von vorneherein vorlag.

Normalerweise hat der Verkäufer zwei Versuche, den Fehler zu beheben. Danach kann der Kunde zurücktreten mit der Folge, dass er sein Geld zurückverlangen und die mangelhafte Sache zurückgeben kann. Die Kosten der Reklamation und Gewährleistung hat der Verkäufer zu tragen.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit unserem Partner, den Reitmaier Rechtsanwälten. 

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