Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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Nach Frei.Wild-Konzert: Keller Perle kündigt Zusammenarbeit mit Posthalle

Aufsehen um Posthallen-Auftritt der Band Frei.Wild

Vor einer Woche, am Freitag dem 04. Dezember 2015, fand in der Posthalle ein Frei.Wild-Konzert statt. Schon im Vorfeld erregte dieses Aufsehen und veranlasste den asylpolitischen Arbeitskreis der katholischen Hochschulgruppe in Würzburg „Mehr als 16a“ in einem offenen Brief auf dem Portal linksunten.indymedia.org die Absage des Konzertes zu fordern.

SPD-Stadtrat und Posthallenbetreiber Joachim Schulz äußerte sich in einem Statement gegenüber dieser Redaktion, dass man sich mit der Band über Jahre intensiv auseinandergesetzt hätte, das Konzert aber nicht abgesagt werde. (Zum ungekürzten Statement). Daraufhin hatte die Grüne Jugend zur Demonstration gegen das Konzert aufgerufen. Knapp eine Woche nach dem Konzert haben sich die Wogen immer noch nicht geglättet. Gestern Abend veröffentlichte die Keller Perle auf ihrer Facebook-Seite folgenden offenen Brief:

„Liebe Freundinnen und Freunde der Kellerperle, in Anbetracht der Tatsache, dass am vergangenen Freitag, 4.Dez.2015, zum wiederholten Male eine Band wie Frei.Wild in der Posthalle auftreten durfte, sieht sich die Kellerperle zu folgender Stellungnahme veranlasst und zieht für sich daraus ihre Konsequenzen.

Wir haben bewusst und nach reiflicher Überlegung die Form des Offenen Briefes gewählt, um einen öffentlichen Diskurs darüber in Gang zu bringen. In einer Stadt, die sich Weltoffenheit, Vielfalt und gegen Fremdenfeindlichkeit auf die Fahnen schreibt und dies auch in sehr großen Teilen lebt und praktiziert, sollte letztlich kein Platz für derartige Veranstaltungen sein. Darüber sollte im Allgemeinen und in der Kulturszene im Besonderen Einigkeit herrschen.

Offener Brief an die Posthalle GmbH und tunefish entertainment

In Reaktion darauf, dass die Posthalle zum wiederholten Male einer Band wie Frei.Wild und den hierdurch transportieren Inhalten eine Bühne geboten hat, steht die Kellerperle bis auf Weiteres für keinerlei Kooperation mehr mit der Posthalle GmbH und tunefish entertainment zur Verfügung. Auch bitten wir tunefish entertainment davon abzusehen, die Veranstaltungstermine der Kellerperle im Veranstaltungskalender inconcerts abzudrucken bzw. online aufzuführen.

Weiterhin werden durch die Posthalle GmbH oder tunefish entertainment ausgerichtete oder beherbergte Veranstaltungen von uns zukünftig nicht mehr beworben, und in Verkehr gebrachte Plakate, Flyer und Programme in unseren Räumlichkeiten nicht mehr ausgelegt bzw. entfernt.

Es stünde in drastischem Widerspruch zu unserer Satzung und unserem Selbstverständnis, mit Personen oder Organisationen zusammenarbeiten, die solcherlei Bands eine Plattform bieten. Dies wäre weder unserem Team, unseren Vereinsmitgliedern noch großen Teilen unseres Publikums gegenüber vermittelbar, weswegen wir besagten Schritt als unumgänglich ansehen.

Wir sind bestürzt über die frappierende Beliebigkeit, einerseits rechtskonservativen Bands wie Frei.Wild eine Bühne zu geben und andererseits einen Refugees Welcome Afternoon abzuhalten oder linkspolitische Bands wie egotronic zu veranstalten. Dies zeugt von einem Mangel an politischer Haltung und Integrität, den wir nicht tolerieren können und wollen.

Würzburg, 10.Dez.2015
Der Vorstand der Studentischen Kulturinitiative Würzburg e.V. / Kellerperle, Am Studentenhaus, 97072 Würzburg“

Noch kein Statement von

Diese Redaktion hat sowohl den Verantwortlichen der Posthalle als auch Burkard Hose, als Mitglied des Bündnisses für Zivilcourage, um eine Stellungnahme zu dem offenen Brief der Studentischen Kulturinitiative Würzburg e.V. / Keller Perle gebeten. Bei Veröffentlichung des Artikels lag der Redaktion noch keine Antwort von den Befragten vor. Bei Eingang werden diese in einem Artikel nachgereicht.

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