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Würzburger Professor erhält Leibniz-Preis

Professor Dag Nikolaus Hasse ausgezeichnet

Er gilt als eine Art deutscher Nobelpreis: Der Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ist mit 2,5 Millionen Euro dotiert und weltweit hoch angesehen. Heute wurden die Preisträger für 2016 bekannt gegeben; unter ihnen ist Philosophie-Professor Dag Nikolaus Hasse von der Uni Würzburg.

Leibniz-Preis geht in die Philosophie

Große Freude an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, besonders große Freude in den geisteswissenschaftlichen Fächern: Professor Dag Nikolaus Hasse (46), Lehrstuhlinhaber für Geschichte der Philosophie, bekommt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einen Leibniz-Preis verliehen. Die Auszeichnung ist mit 2,5 Millionen Euro dotiert. Wegen der hohen Preissumme und des großen Renommees gilt sie auch als „deutscher Nobelpreis“.

Die Forschungsschwerpunkte von Dag Nikolaus Hasse sind die arabische Philosophie- und Wissenschaftsgeschichte sowie der arabische Einfluss in Europa aus historischer Sicht. Dazu kommen die europäische Philosophie- und Wissenschaftsgeschichte des 12. bis 16. Jahrhunderts und mittellateinische Literatur. Seine Forschung auf diesen Gebieten kann Hasse mit dem Leibniz-Preis nun weiter vorantreiben.

Werdegang von Dag Nikolaus Hasse

Dag Nikolaus Hasse, 1969 in Bremen geboren, studierte in Göttingen Geschichte, Klassische Philologie, insbesondere Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit, Arabistik und Philosophie. Nach dem Magisterexamen ging er in die USA und arbeitete am Department of Near Eastern Languages and Civilizations der Yale University. 1994 wechselte er ans Warburg Institute der University of London und promovierte dort 1997 mit höchster Auszeichnung. Noch im selben Jahr wurde er als Postdoktorand ins Graduiertenkolleg „Ars und Scientia im Mittelalter und in der frühen Neuzeit“ der Universität Tübingen aufgenommen. Nach Würzburg kam Hasse im Jahr 2000. Hier hatte er ab 2005 eine Lichtenberg-Stiftungsprofessur der Volkswagen-Stiftung inne; auf den Lehrstuhl für Philosophie III (Geschichte der Philosophie) wurde er 2010 berufen.

Großes Projekt im Akademienprogramm

Seit 2013 leitet Hasse das Großprojekt „Ptolemaeus Arabus et Latinus“ der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Es soll unter anderem neue Erkenntnisse über die gemeinsamen Grundlagen der islamischen und der europäischen Kultur im Mittelalter bringen. Das Projekt ist auf 25 Jahre angelegt, sein Finanzvolumen beträgt rund elf Millionen Euro und es wird im Akademienprogramm von Bund und Ländern gefördert.

Bereits Röntgenpreis erhalten

Die Universität Würzburg hat Dag Nikolaus Hasse 2003 mit ihrem Röntgenpreis ausgezeichnet, der für herausragende Nachwuchsforscher bestimmt ist. In der Laudatio wurde Hasse schon damals als „Hoffnungsträger der Geisteswissenschaften“ bezeichnet – diese Einschätzung bestätigt sich nun erneut mit der Verleihung des Leibniz-Preises.

Fakten zum Leibniz-Preis

Den Leibniz-Preis der DFG bekommt Hasse am 1. März 2016 in Berlin überreicht. Die DFG hat bei der Vergaberunde fürs Jahr 2016 aus 120 Vorschlägen insgesamt zehn neue Leibniz-Preisträger ausgewählt. Hasse ist einer von drei Preisträgern aus Bayern. Mit dem Leibniz-Preis zeichnet die DFG seit 1986 jedes Jahr herausragende Forscher auf allen Wissenschaftsgebieten aus. Die Preisträger haben – gemessen am Stand ihres wissenschaftlichen Werdegangs – schon frühzeitig exzellente Leistungen in ihren Forschungsgebieten gebracht. Zudem sei von ihnen zu erwarten, dass sie durch weitere Spitzenleistungen die Forschungslandschaft in Deutschland nachhaltig prägen. Sie können das Preisgeld nach ihren eigenen Vorstellungen einsetzen.

Die Würzburger Leibniz-Preisträger

Bisher haben zehn Wissenschaftler der Universität Würzburg einen der begehrten Leibniz-Preise erhalten, darunter nur einer aus den Geistes- und Kulturwissenschaften: Otto Ludwig Lange und Ulrich Heber (Ökologie/Biochemie/1986), Hans-Peter Zenner (Hals- Nasen- Ohrenheilkunde und Zellbiologie/1987), Ingrid Grummt und Bert Hölldobler (Molekularbiologie/Zoologie/1990), Martin Lohse (Pharmakologie/1999), Ulrich Konrad (Musikwissenschaft/2001), Thomas Mussweiler (Psychologie/2006), Holger Braunschweig (Chemie/2009), Laurens Molenkamp (Physik/2014).

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Uni Würzburg. 

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