Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Boykottaufruf gegen Frei.Wild-Konzert in der Posthalle

„Keine Bühne für Nationalismus!“

Am kommenden Freitag, den 04. Dezember, gibt die südtiroler Band Frei.Wild ein Konzert in der Würzburger Posthalle. Wenn es nach dem Geschmack einiger Gruppen geht, dann soll dieses aber nicht stattfinden dürfen. Auf dem linksextremen Internet-Portal linksunten.indymedia.org wurde am heutigen 1. Dezember ein offener Brief gegen das Konzert am Freitag mit dem Titel „Keine Bühne für Nationalismus!“ veröffentlicht.

Der für die Veröffentlichung verantwortliche asylpolitische Arbeitskreis der katholischen Hochschulgruppe in Würzburg „Mehr als 16a“, protestiert im offenen Brief dagegen, „dass einer nationalistisch und völkisch orientierten Band durch die Posthallen eine Plattform gegeben wird“ und fordert daher die Betreiber der Posthalle dazu auf, „das Konzert abzusagen“. Unterstützt wird der Arbeitskreis laut dem Offenen Brief vom Florakreis Würzburg, der Katholischen Hochschulgemeinde Würzburg und den Würzburger Montagsspaziergängern.

Kritik an „völkischen und nationalistischen Gedankengut“

In der Vergangenheit wäre die Band durch ihre „rechts offenen Liedtexte und Aussagen negativ aufgefallen und kritisiert worden“, so der Autor des offenen Briefes. Die Band lasse diese Kritik aber nicht zu, weder „an sich selbst noch an ihrer völkischen Heimatorientierung“. „Frei.Wild ist keine Nazi-Band, das stimmt“, so in dem offenen Brief weiter, trotzdem würde man völkisches und nationalistisches Gedankengut verbreiten und vertreten. Beides, so der Arbeitskreis „Mehr als 16a“ seien Grundpfeiler rechter Ideologie.

In einer Zeit, in der „Bewegungen wie „Pegida“ das politische Klima vergiften“ würden, und es zu „einer enormen Anzahl an Straftaten gegen Geflüchtete und deren Unterkünfte“ käme, müsse es laut dem Autor verhindert werden, „dass Bands wie Frei.Wild ihre völkisch nationalistische Ideologie ungestört verbreiten können“. Entscheidend sei, dass Frei.Wild zu einem gesellschaftlichen Klima beitragen würde, in welchem „Gruppieren wie „Pegida“ und AfD mit ihrer rassistischen Hetze vermehrt Gehör finden“.

Exemplarisch für Freiwild das Video, das die Band am 29. November auf ihrer Facebook-Seite zum Ausverkauf ihres Konzerts in Würzburg geteilt hatte:

Konzert in der Posthalle wird nicht abgesagt

Posthallenbetreiber Joachim Schulz wird in dem Offenen Brief direkt aufgefordert, das Konzert abzusagen. Wir haben ihn deshalb zu den Vorwürfen befragt: „Wir haben uns inzwischen über Jahre mit der Band und dem Phänomen Frei.wild intensiv auseinandergesetzt. Auch wenn uns vieles nicht schmeckt, so kamen wir immer mehr zu dem Fazit, das Ausgrenzung nicht der richtige Weg ist damit umzugehen. Vielmehr sehen wir hierdurch die Gefahr einer falschen Identifikation.

Wie schon die Verfasser das ‚AK mehrals16a‘ festgestellt haben, handelt es sich hier um keine Naziband oder ähnliches. Es handelt sich um eine Band, die aus ihrer eigenen Historie heraus, mit Begrifflichkeiten wie „Heimat“ anders umgehen, wie wir es im Kontext der deutschen Geschichte für richtig halten. Dies darf und muss man kritisieren dürfen. Wir erachten es als falsch, das Publikum pauschal als Nazis oder Pegida-Anhänger zu verallgemeinern. Dies ist auch in keinerster Weise der Fall. Vielmehr handelt es sich um ein normales Mainstream Rockpublikum, wie bei den allermeisten anderen Konzerten auch. Die Verbindung welche in dem Beitrag zu Pegida, AfD oder brennenden Flüchtlingsheimen gezogen wird, entbehrt jeglicher Grundlage.

Anbei ein eindeutiges Statement der Band zu der Flüchtlingsproblematik. Die Band ist weder verboten, noch stehen Texte auf dem Index. Somit gibt es für uns keinen nennenswerten Grund das Frei.wild Konzert nicht zuzulassen.“

Konzert nach 80 Minuten ausverkauft

Auf die Frage, nach welchen Kriterien die Posthallenbetreiber entscheiden, wer auftreten darf, hieß es, dass zum einen Bookings und Veranstaltungen von der Posthalle selbst durchgeführt werden würden, und es zum anderen Agenturen gäbe, die die Posthalle anmieten. Im Fall des Frei.Wild-Konzertes habe eine Nürnberger Agentur für ein Konzert der Deutschrockband angefragt und den Termin optioniert. Die Band wäre keineswegs eine Band wie jede andere, über die Jahre habe man sich mit keiner Band so intensiv auseinander gesetzt wie mit Frei.Wild, so die Posthallenbetreiber. Für das Konzert wurden Verträge geschlossen und diese werde man auch einhalten. Das Konzert wurde von der Posthalle kaum beworben, auch darauf erhielten wir eine Antwort: „Das Konzert war nach 80 Minuten ausverkauft. Es gab keine Notwendigkeit es zu bewerben.“

Das Bild für diesen Beitrag entspricht einem Screenshot eines Videos vom Youtube-Channel der Band Frei.Wild

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