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Kaffeekapseln: Ökobewusste Alternativen und Tipps

Kapseltrend – „What else“?

„Nespresso. What else?“ – Ein Mann, ein Spruch und nur eine Kapsel. Mit diesem Werbespruch schaffte es Nespresso mit Werbegesicht George Clooney, die Aufmerksamkeit aller Kaffee-Liebhaber auf sich zu ziehen. Die kleinen, edlen Kaffeekapseln befinden sich nach wie vor auf dem Siegeszug. Aber wie sehr belastet der Kapseltrend unsere Umwelt? Und auf „what else“ können Kaffeeliebhaber als umweltfreundliche Alternativen zurückgreifen? Wir haben uns bei der Beratungsstelle Würzburg der Verbraucherzentrale Bayern schlau gemacht.

2,5 Milliarden Kaffeekapseln pro Jahr

Rund 3 Milliarden Kaffeekapseln landen pro Jahr in Deutschland im Müll. Umgerechnet seien das laut Angaben der Süddeutschen Zeitung wiederum rund 5.000 Tonnen Müll, der besonders aus Aluminium und Plastik besteht. Um die Umwelt zu schonen, gibt es jedoch verschiedene Möglichkeiten und Alternativen zu den Kaffeekapseln, so Umweltberater Matthias Zeuner-Hanning der Verbraucherzentrale Bayern.

Mehrweg statt – Einwegkapseln

Auch, wer bereits im Besitz einer Kapselmaschine ist, kann auf ökobewusste Alternativen zurückgreifen, erklärt Zeuner-Hanning. Eine Alternative zu den vergleichsweise teuren und umweltbelastenden Einwegkapseln sind Mehrwegkapseln. Verschiedene Hersteller bieten bereits Mehrweg-Kaffeekapseln an, die sich immer wieder neu befüllen lassen und der Verbraucher dadurch Müll vermeiden kann.

Pressstempelkannen

Besonders umweltfreundlich sind die sogenannten Pressstempelkannen, so Umweltberater Zeuner-Hanning. Denn wer auf Kaffee aus Stempelkannen (auch „Kaffeepressen“ genannt) zurückgreift, produziert überhaupt keinen Müll. Der Kaffee wird in den Stempelkannen gebrüht und der Kaffeesatz mittels eines Stempels mit Sieb nach unten gedrückt. Der fertige Kaffee kann anschließend direkt aus der Kanne serviert werden.

Kaffeevollautomaten und Espressomaschinen

Mit Kafeevollautomaten und Espressomaschinen spart der Verbraucher langfristig nicht nur Kosten, er schont auch die Umwelt. Besonders für „Kaffeejunkies“ lohnt sich die auf den ersten Griff in den Geldbeutel teuer wirkende Anschaffung. Je nach dem wie stark der Kaffee getrunken wird, lassen sich mit einem Kaffeevollautomaten pro 500 Gramm Bohnenkaffe (Preis ca. 8 Euro) rund 120 Tassen kochen. Rechnet man den Inhalt von Kaffeekapseln (Preis ca. 17 Ct – 37 Ct. Stück je nach Marke; Quelle: Stiftung Warentest 11/2015) hoch, zahlen Verbraucher dagegen zwischen 20 und 44 Euro.

Filter- und Brühkaffee

Eine weitere umweltfreundliche Alternative stellt der klassische Filter- und Brühkaffee dar. Eine Untersuchung von Stiftung Warentest ergab 2015, dass Verbraucher bei einem durchschnittlichen Konsum von vier Tassen Filterkaffee pro Tag rund 300 Euro jährlich sowie mit einer Espressomaschine rund 250 Euro pro Jahr sparen würden, so Umweltberater Zeuner-Hanning.

Wie können Verbraucher möglichst ökobewusst Kaffee konsumieren?

Da sich herkömmliche Kaffeemaschinen ständig aufheizen, empfiehlt der Umweltberater der Verbraucherzentrale Bayern die Nutzung von Thermoskannen und die Maschine nach der Zubereitung auszustecken. Das gelte besonders für ältere Maschinen, die anders als die neuen Geräte aus dem Jahr 2015, noch über keine Abschaltautomatik verfügen. Auch bei der Auswahl des Kaffees können Verbraucher umweltbewusst handeln und auf Kaffee aus biologischem Anbau zurückgreifen. Der Vorteil läge laut Zeuner-Hanning darin, dass dieser frei von Kunstdünger und Pestiziden hergestellt worden sei, wodurch wiederum Energie und Wasserverbrauch gespart wurde.

Arabica vs. Robusta

Kaffee ist generell ein Lebensmittel, welches beim Anbau und zur Herstellung viel Wasser benötigt (Pro Tasse rund 140 Liter). Der Verbraucher könne die Umwelt allerdings bei der Auswahl der Sorten entlasten, erklärt Zeuner-Hanning. Arabica-Sorten benötigen aufgrund ihres Anbaus in Gebirgsregionen und der damit verbundenen hohen Niederschlagsrate einen geringeren Wasserverbrauch, wogegen Robusta-Sorten aus dem Tiefland zusätzliche Bewässerung benötigen. Wo der Kaffee angebaut wird, können Verbraucher i.d.R. auf der Packung nachlesen.

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