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Schlafstörungen: Ärztliche Beratung nötig?

Schlaflose Nächte ernst nehmen

Schlaflose Nächte sind nervig. Genau dann, wenn am nächsten Morgen ein wichtiger Termin ansteht, schwirren tausend Gedanken im Kopf herum. Oft werden diese Nächte auf den Stress geschoben, ob zu lange Arbeitszeiten, Prüfungsstress oder einfach nur Familienangelegenheiten. Dennoch sollten schlaflose Nächte nicht zu leicht genommen werden, denn sie könnten auf ernstzunehmende Krankheiten hinweisen. Dr. Philipp Schendzielorz aus dem Schlaflabor der Uniklinik Würzburg klärt uns u.a. zum Thema schlafbezogene Atemstörungen auf.

Jährlich 500 Erwachsene

Jährlich wird die Universitäts-HNO-Klinik von mehr als 500 erwachsenen Patienten wegen Schlafstörungen aufgesucht, sagt Dr. Schendzielorz. Jedoch seien hier Kinder mit schlafbezogenen Atemstörungen – die Schwerpunkt des Schlaflabors sind – noch nicht mit eingerechnet.

Schlafbezogene Atemstörungen

Schlafstörungen sollten insbesondere dann ernst genommen werden, wenn Symptome wie habituelles Schnarchen in Kombination mit Tagesmüdigkeit oder Tagesschläfrigkeit auftreten. „Wird zusätzlich von nächtlichen Atempausen berichtet, ist eine dringliche Abklärung mit einem weitergebildeten Arzt anzuraten“, empfiehlt Dr. Schendzielorz. In diesem Fall könne eine schlafbezogene Atemstörung vorliegen.

Symptome und Maßnahmen

Die gängigen Symptome einer schlafbezogenen Atemstörung, auch genannt obstruktives Schlafapnoe Syndrom sind unruhiger Schlaf, Schnarchen, Tagesschläfrigkeit mit Einschlafneigung und eine verminderte intellektuelle Leistungsfähigkeit. Häufig sind diese Symptome bei Übergewichtigkeit anzutreffen und lassen sich über eine Gewichtsreduzierung eingrenzen, so Dr. Schendzielorz. Sollte es sich um eine relevante schlafbezogene Atemstörung handeln, könne in der Regel eine Maskentherapie, eine Operation, eine Unterkieferprotrusionsschiene oder ein Lagepositionstraining notwendig sein.

Konsequente Schlafhygiene bei Insomnie

Sollten die Symptome mehr in Richtung einer Ein- und Durchschlafstörung gehen, könnte eine Insomnie vorliegen. Hier ist ein Arzt nicht unbedingt notwendig, denn eine konsequente Schlafhygiene mit regelmäßigen Schlafzeiten oder Entspannungsübungen können schon helfen, erklärt Dr. Schendzielorz. Insbesondere Alkohol am Abend sollte gemieden werden. Führt dies nicht zum Erfolg, sollte ein Arzt um Rat gefragt werden.

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