Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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Betrugsskandal: Schweinfurter Musiker vor Gericht

Mehrfacher Betrug

Ein Schweinfurter Rapper musste sich wegen Betrugs vor Gericht verantworten. Laut Informationen der Main-Post wurden dem 32-Jährigen gleich mehrere Punkte vorgeworfen: vermeintliche Lady Gaga Konzerte, für die Konzertveranstalter bereits gezahlt hatten, ein Verkauf einer Rolex, die nie den Besitzer wechselte, ausstehende Zahlungen von Heizöllieferungen und ein Betrug des Musiksenders MTV um 38.000 Euro.

Anklagepunkte zum Teil fallengelassen

Der Musiker aus der Schweinfurter Umgebung kündigte Lady Gaga für zehn Konzerte in Deutschland an. Nachdem die Veranstaltungen ins Wasser fielen, zwei Konzertveranstalter aber bereits für die Events gezahlt hatten, zeigten diese den Schweinfurter an. Vor dem Schöffengericht verantwortete sich der Rapper wegen 10.000 Euro Provision, die bereits für die vorgetäuschte Lady-Gaga-Konzertreihe übergeben wurde. Des Weiteren musste der Angeklagte zu einer versprochenen Rolex-Uhr im Wert von rund 4.000 Euro, die der Käufer nie erhielt, und zu einer offenen Heizölrechnung von rund 1.300 Euro Stellung nehmen, so die Main-Post

Im Laufe der Verhandlung ließ die Staatsanwaltschaft diese Anklagepunkte allerdings fallen. Begründung: Der Musiker hatte die Beträge teilweise zurückgezahlt und im Vergleich zu dem noch offenen Betrugsvorwurf gegenüber des Senders MTV fielen diese Anklagepunkte hinsichtlich der Strafe nicht ins Gewicht. Seine Freundin und Managerin musste sich ebenfalls vor Gericht verantworten. Sie solle mit dem Angeklagten gemeinsame Sache gemacht haben. Das Verfahren gegen die 27-Jährige wurde allerdings eingestellt.

Für MTV-Betrug verantworten

Für die Werbeclips, die der Rapper 2009 bei dem Sender MTV in Auftrag gab, musste er sich allerdings verantworten. Berichten der Main-Post zufolge ließ er sein Album mit eigens gedrehten Spots für 38.000 Euro bewerben, ohne über das Budget zu verfügen. Vor Gericht beteuerte der Rap-Musiker er hätte gehofft, mit den CD-Verkäufen die Werbung bezahlen zu können. Dies war allerdings Wunschdenken, der Erfolg und die damit verbundenen Einnahmen blieben aus. Mit einem Jahr und drei Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung musste der Musiker für seine Naivität bezahlen. Das Gericht entschied, der Musiker hätte es „billigend in Kauf“ genommen, die Werbespots möglicherweise nicht bezahlen zu können.

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