Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Circus Krone: Vorwürfe zur artgerechten Tierhaltung

Circus äußert sich zu Vorwürfen

Ein Zirkus mit Tieren fordert Kritik heraus. In der Facebook-Vorankündigung zum Gastspiel des Circus Krone in Würzburg wurden verschiedene Vorwürfe und Unterstellungen hinsichtlich der Haltung und Behandlung der Tiere aufgestellt. Wir haben deshalb die Stadt Würzburg sowie Frank J. Keller, Tierschutzbeauftragter des Circus Krone, zu den verschiedenen Vorwürfen befragt.

Vorwurf: Die Boxen sind zu klein

Krone: Den Tieren des Circus Krone stehen in jeder Stadt, in der Aufführungen stattfinden, großzügige Freigehege zur Verfügung. Zudem werden den Tieren vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten, z. B. Sandbäder, Scheuerbaum und frischer Laubschnitt für die Elefanten, Kratzbäume für die Raubkatzen, etc. Für die Seelöwen steht ein großes Schwimmbecken bereit. Bemerkenswert ist der Pferdestall, mit dem Krone neue Maßstäbe für die Pferdehaltung im Circus setzte. Für jedes Pferd gibt es eine sehr geräumige Box mit Innen- und Außenbereich. Im letzten Jahr hat Circus Krone für seine Pferde sogar eine mobile Führ-Anlage angeschafft.

Vorwurf: Die Tierschutzrichtlinien sind veraltet

Krone: Deutschland ist Vorreiter in Sachen Tierschutz im Circus. Das zuständige Bundesministerium ließ bereits 1990 durch ein Expertengremium „Leitlinien für die Haltung, Ausbildung und Nutzung von Tieren in Zirkusbetrieben“ ausarbeiten. Die bestehenden Leitlinien werden regelmäßig an den aktuellen Wissensstand angepasst – momentan steht eine erneute Überarbeitung bevor. Das mittlerweile vorhandene Circuszentralregister ist ein weiteres Instrument zur Überwachung. So regelmäßig wie der Circus, wird keine andere Form von Tierhaltung in Deutschland durch die Veterinärämter kontrolliert.

Vorwurf: Tiere werden im Zirkus misshandelt

Krone: Die Tiere des Circus Krone sind allesamt in einem ausgezeichneten Zustand, hinsichtlich Pflege und Ernährung. Für die tiermedizinische Betreuung sind zwei angesehene Tierärzte und ein orthopädischer Hufschmied zuständig.

Vorwurf: Dressur wird mit Gewalt und Prügel ausgeübt, es werden Peitschen, Stöcke und Elefantenhaken verwendet

Krone: Hinter der Dressur der Circustiere steckt ein enges wechselseitiges Vertrauensverhältnis zwischen Pfleger und Tier, und nicht etwa brutaler Zwang. Würde unter Gewaltanwendung dressiert werden, könnten die Tierlehrer nicht hautnah mit den Tieren arbeiten, das wäre zu gefährlich. Wer sich einmal ansieht, wie beispielsweise der bekannte Raubtierlehrer Martin Lacey von Circus Krone mit seine Löwen arbeitet kann sehen, dass die spielerische Dressur den Tieren auch Spaß machen kann.

Vorwurf: Tiere werden in engen Containern von Ort zu Ort gefahren: Das viele Reisen stresst und verstört die Tiere

Krone: Die Circustiere zeigen keinerlei Anzeichen von Unwohlsein durch den Transport von Stadt zu Stadt. Das ist damit zu erklären, dass die Tiere den Transport von Geburt an kennen. Ein im Circus lebender Elefant steigt genauso automatisch in ein Transportfahrzeug wie ein Hund in das Familienauto seines Herrchens. Diese Beobachtung wird von einer Studie des Freiburger Verhaltensforschers Dr. Immanuel Birmelin, in der die Stresshormon-Konzentration gemessen wurde, bestätigt.

Vorwurf: Tiere haben nicht genügend Platz zum Auslauf 

Krone: Der Circus Krone ist stets um das Wohlergehen seiner Tiere bemüht und betreibt hierfür einen enormen personellen, materiellen, logistischen und finanziellen Aufwand. Haben Städte nur kleine Messe-/Festplätze mietet Krone einen, bzw. mehrere weitere Plätze an. Dadurch kann der Circus auch in Städten mit ungünstigen Platzverhältnissen alle Freigehege in voller Größe aufbauen.

Die Stadt Würzburg zum Thema Tierhaltung

Auch bei der Stadt haben wir uns über die Richtlinien und Kontrollen erkundigt. Laut Aussage der Stadt Würzburg fanden bisher zwei Ortstermine des Veterinäramts beim Gastspiel des Circus Krone statt. Hierbei ergaben sich keine tierschutzrechtlichen Beanstandungen. Weitere, auch unangekündigte Kontrollen sind angedacht.

Bei jedem Circus in Würzburg wird überprüft, ob die Anforderungen des Tierschutzgesetztes (TierSchG) eingehalten werden. Laut der Pressestelle der Stadt Würzburg erfolgen Abnahmekontrollen am ersten Tag des Gastspiels, unangemeldete Kontrollen sowie eine planmäßige Kontrolle der Vorführung. Bei Haltungsmängeln können Beseitigungsanordnungen, bei schweren oder wiederholten Mängeln auch die Wegnahme von Tieren und eine Untersagung der Tierhaltung gegenüber dem Zirkusbetreiber verfügt werden. „Bei groben Verstößen gegen eine artgerechte Haltung und einen artgerechten Transport behält sich die Stadt Würzburg vor, ein Gastspiel nicht zuzulassen.“

Zudem gibt es ein von den Behörden eingerichtetes Zirkuszentralregister, das bundesweit die Zirkusbetriebe mit Haltungserlaubnis nach dem TierSchG (§ 11) erfasst und überwacht. In der Datenbank werden Stammdaten, Nebenbestimmungen, Vor Ort Kontrollen, Feststellungen und Auflagen-Erfüllungen dokumentiert. in Würzburg erfolgt eine Platzvergabe nur in enger Abstimmung mit dem Fachbereich Verbraucherschutz/ Veterinärwesen/ Lebensmittelüberwachung, um ausschließen zu können, dass Betriebe, die laut Zirkusdatenbank tierschutzrechtliche Mängel aufweisen, in der Stadt gastieren.

Die artgerechte Haltung von Tieren spielt im Auswahlverfahren eine zentrale Rolle – so auch beim Circus Krone, der ab 4. November in Würzburg gastiert. Die Stadt beachtet bei ihrer Genehmigungspraxis die „Zirkusleitlinen“ und entsprechende Vorgaben der tierärztlichen Fachverbände. Ein Pressesprecher der Stadt Würzburg: „Die Stadt hat in der Vergangenheit nach den Leitgedanken eines konsequenten Tier- und Artenschutzes gehandelt und wird auch künftig so agieren.“

Dieser Artikel beruht auf Presseinformationen des Circus Krone, eines Tierschutzbeauftragten und der Stadt Würzburg. 

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