Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Es war einmal: Der Luisengarten

Von Neu-Smolensk zum Luisengarten

Anfangs hieß eine bei den Würzburgern sehr beliebte Wirtschaft in der Grombühlstraße Smolensk. Der Besitzer Johann Grömling verkaufte jedoch sein Anwesen, als man das Grundstück 1868 zur Anlage des Bahnhofs benötigte. Als sein Sohn Georg in den Garten Rennwegerglacisstraße 1 Saal und Restaurationsräume baute, nannte er den Wirtschaftsgarten in Erinnerung an das elterliche Anwesen Neu-Smolensk. Später übernahm es der Würzburger Turnverein von 1873, der dort im Jahre 1911 mit dem „Luisengarten“ ein neues Heim eröffnete.

Russische Tradition in Würzburg

Mit dem Namen Neu-Smolensk hat es seine besondere Bewandtnis. Man benannte damals in Würzburg einige Anwesen mit russischen und spanischen Städtenamen wie Smolensk, Moskau und Talavera. Es geschah zum Andenken an die Beteiligung des damaligen großherzoglichen Würzburgischen Kontingents, das mit Napoleons Armee an den Schlachten bei diesen Städten in Russland und Spanien beteiligt war.

Zu Ehren der Preußischen Königin „Luisengarten“

Im Jahre 1904 gelingt es dem Evangelischer Arbeiterverein Würzburg e.V., das Cafe „Smolensk“ hier an der Rennwegerglacisstraße, heute Martin-Luther-Straße, für 108 000 Goldmark zu erwerben. Am 22. Juli 1911 erfolgt nach umfangreichen Umbauten die Eröffnung. Zu Ehren von Königin Luise von Preußen, einer Königin, die sich besonders aktiv für die sozialen Belange des Volkes eingesetzt hatte, erhielt das neue Vereinshaus den Namen „Luisengarten“ .

In den 70ern Raum für die Unfallhilfe

Im Oktober 1969 stellt der Verein der Johanniter-Unfallhilfe Räume im Luisengarten für ihr Einsatzzentrum zur Verfügung. In den Jahren 1973 bis 1975 wird der Ausbau eines Altenbetreuungszentrums vorgenommen.

Aktuell gibt es wieder viel Diskussion um den Saalbau Luisengarten. Nun soll nämlich der Veranstaltungsort in Wohnraum umgewandelt werden.

Der Text und die Bilder dieses Artikels stammen von Willi Dürrnagel. 

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