Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Arbeitmarkt September 2015

Rückgang der Arbeitslosenquote

Im Zuge der zu Ende gegangenen Ferien- und Urlaubszeit hat die Zahl der arbeitslosen Menschen von August auf September um 100 auf 8.390 abgenommen. Ein Rückgang im September entspricht dem üblichen Saisonverlauf, jedoch fiel er schwächer aus als in den zurückliegenden Jahren. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent und unterschritt damit erstmals seit Juli wieder die 3-Prozent-Marke. Gegenüber dem Vorjahr waren 540 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Das ist eine Verringerung um rund sechs Prozent. Insgesamt zeigte sich der Arbeitsmarkt weiterhin stabil und in einer guten Verfassung.

Schwarzmalerei vermeiden

Eugen Hain, Leiter der Agentur für Arbeit Würzburg, mit einer Einschätzung der derzeitigen Entwicklung: „Wenn es stimmt – und es stimmt – das „Psychologie“ die Märkte beeinflusst, dann ist etwas im „Busche“. Griechenland, Flüchtlingsansturm, die Irrungen und Wirrungen um VW sind der Lackmustest für die Stabilität der deutschen und natürlich auch der mainfränkischen Wirtschaft. Förderlich für die weitere konjunkturelle Entwicklung dürften all diese „Vorgänge“ nicht sein, auch wenn unser regionaler Arbeitsmarkt sich bislang unbeeindruckt zeigt. Das wird sich ändern, wenn diese „Ereignisse“ in „Kosten“ eingepreist werden. Dann wird bilanziert, hochgerechnet und prognostiziert. Wenn man nicht zusätzliches Öl ins Feuer gießen will, sollte man sich mit Schwarzmalereien zurückhalten. Eine gesunde Skepsis sollte gleichwohl erlaubt sein: Quo vadis – wohin geht die Reise?“

Dynamik hält an

Im September haben sich 2.970 Frauen und Männer neu arbeitslos gemeldet. Das waren 40 weniger als im August und 200 mehr als vor einem Jahr. Vor dem Eintritt in die Arbeitslosigkeit haben 1.340 Personen eine Erwerbstätigkeit ausgeübt, 150 mehr als im August und 90 mehr als im September vergangenen Jahres. Die Arbeitslosigkeit beendeten im zurückliegenden Betrachtungszeitraum 3.030 Personen. Hiervon haben 1.080 eine Erwerbstätigkeit aufgenommen. Ein Plus von 190 gegenüber August und von 90 gegenüber dem Vorjahresmonat.

Weniger Langzeitarbeitslose

Rund 53 Prozent der arbeitslos gemeldeten Personen waren Männer (4.480) und 47 Prozent Frauen (3.920). Etwa 13 Prozent waren unter 25 Jahre alt (1.130) und mehr als jeder Dritte 50 Jahre und älter (2.880). Ein Viertel aller Arbeitslosen (2.070) waren seit mindestens einem Jahr ohne Beschäftigung und gelten damit per Definition als langzeitarbeitslos. Mit 1.340 Betroffenen hatten 16 Prozent keinen deutschen Pass. Etwa jeder zehnte Arbeitslose (790) war schwerbehindert.

Im Vorjahresvergleich ist der Bestand der Langzeitarbeitslosigkeit um rund 15 Prozent gesunken. Bei der Frauenarbeitslosigkeit und bei den Älteren wurde ein Rückgang um jeweils sieben Prozent, bei der Jugendarbeitslosigkeit um sechs Prozent und bei den Schwerbehinderten um etwa fünf Prozent verzeichnet. Gegen den allgemeinen Trend hat sich die Ausländerarbeitslosigkeit entwickelt. In den zurückliegenden zwölf Monaten ist der Bestand um rund zwei Prozent oder rund 30 Personen leicht angewachsen. Aufgrund des Flüchtlingszustroms und den damit einhergehenden zunehmenden. Entscheidungen im Asylverfahren muss in den kommenden Monaten mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit bei diesem Personenkreis gerechnet werden.

Hoher Stellenbestand

Im September sind rund ein Viertel weniger Arbeitsstellen zugegangen als im August. Mit 1.000 freien (sozialversicherungspflichtigen) Stellen wurden jedoch annähernd so viele gemeldet wir vor einem Jahr. Der Stellenbestand lag mit 3.610 um ein Prozent niedriger als im August, übertraf den Vorjahreswert jedoch um mehr als 28 Prozent. Besonders gesucht wurden qualifizierte Arbeitskräfte in den Berufsfeldern Verkauf, Mechatronik, Energie und Elektro, Metall-, Maschinen- und Fahrzeugtechnik, Medizinische Gesundheitsberufe, Lebensmit-telherstellung und –verarbeitung, Fahrzeugführer und Logistik.

Identische Quote

In allen drei Landkreisen des Agenturbezirkes einschließlich des Stadtgebietes Würzburg waren auch im aktuellen Berichtsmonat weniger Menschen arbeitslos als vor einem Jahr. Mit Ausnahme des Landkreises Kitzingen spiegelte sich diese Entwicklung auch im Vormonatsvergleich wider. Hier waren mit 1.460 Betroffenen rund ein Prozent (14 Personen) mehr arbeitslos als im August und knapp fünf Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 2,9 Prozent.

Die Landkreise Main-Spessart und Würzburg konnten mit jeweils 2,3 Prozent eine identische Arbeitslosenquote vorweisen. In Main-Spessart basierte diese auf 1.720 und in Würzburg auf 2.130 Arbeitslosen. Während in beiden Landkreisen der Rückgang gegenüber August nur marginal war, verzeichnete Main-Spessart gegenüber September vergangenen Jahres einen um rund vier Prozent und Würzburg um fast elf Prozent reduzierten Arbeitslosenbestand. Im Stadtgebiet Würzburg wurden 3.080 arbeitslose Personen gezählt. Das waren 100 weniger als im August (-3 Prozent) und 140 weniger als vor einem Jahr (-4,5 Prozent). Die Ar-beitslosenquote betrug 4,4 Prozent.

Entwicklung in den Rechtskreisen

In den Arbeitsagenturen Würzburg, Kitzingen und Lohr waren 4.470 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. In den vier Jobcentern des Agenturbezirks wurden 3.920 arbeitslose erwerbfähige Leistungsberechtigte betreut. Im Vormonatsvergleich wurden sowohl in der Grundsicherung als auch in der Arbeitslosenversicherung rund 50 Personen weniger gezählt. Gegenüber September des Vorjahres ist der Bestand an Arbeitslosen in den Arbeitsagenturen damit um 380 (-8 Prozent) und in den Jobcentern um 160 (-4 Prozent) gesunken.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Würzburg.

 

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