Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Deutsche Bahn: Flüchtlinge und deren Begleiter reisen kostenlos

Ersatzfahrkarten durch Kontrolleure

Es ist schlicht ein enormer Zeit- und Arbeitsaufwand für die Zugbegleiter der Bahn wenn Flüchtlinge ohne Ticket reisen. In fremder Sprache kommunizieren, die Personalien aufnehmen und am nächsten Halt an die Bundespolizei übergeben. Keine schöne Situation für alle Beteiligten. Wegen der extrem hohen Anzahl an ankommenden Flüchtlingen, hat die Bahn nun mit einer neuen Regelung reagiert.

Nach einem Bericht von SPIEGEL ONLINE ist es Flüchtlingen und deren Begleitern seit dem 14.09.2015 erlaubt auch ohne Ticket mit der Bahn zu reisen. Von den Kontrolleuren werden im Zug Ersatzfahrkarten ausgestellt.

Bei Registrierung Freifahrt zur Unterbringung

Nach ihrer Registrierung erhalten Flüchtlinge normalerweise einen Gutschein von der Regierung, den sie bei der Bahn vor ihrer Fahrt gegen eine gültige Fahrkarte eintauschen können. Diese Gutscheine sind notwendig, weil die Flüchtlinge von der Registrierung zu dem Ort ihrer Unterbringung reisen müssen.

Es kommt allerdings auch vor, dass Flüchtlinge mit der Bahn unterwegs sind, ohne sich vorher registriert zu haben. Gerade in den letzten Wochen, in der die Anzahl der ankommenden Flüchtlinge rasant gestiegen ist. Kontrolleure stellen nun in solchen Fällen nun Ersatzfahrscheine für Flüchtlinge aus, die deutlich als solche erkennbar sind.

Fahrt auch für Begleiter von Hilfsorganisationen

Ob es sich bei einem Fahrgast tatsächlich um einen Flüchtling handelt, entscheiden die Kontrolleure im Einzelfall selbst. Interne Richtlinien gäbe es dazu nicht. „Es ist so, dass die Zugbegleiter sich letztlich auf die Aussage der Flüchtlinge verlassen müssen“, sagte die Sprecherin zu SPIEGEL ONLINE.

„Auch den Mitarbeitern der großen Hilfsorganisationen wie der Caritas oder des Deutschen Roten Kreuzes werden solche Ersatzfahrscheine ausgestellt, wenn sie Flüchtlinge begleiten. Das kommt häufig vor“, so die Sprecherin weiter.  Die Begleiter seien deutlich als Mitarbeiter der entsprechenden Organisationen erkennbar und daher sei es auch in diesem Fall einfach, sie als solche zu identifizieren.

Kein Freifahrtschein für Schwarzfahrer

Laut der Sprecherin gilt aber weiterhin, dass grundsätzlich jeder Fahrgast einen Fahrschein benötigt: „Jeder, der mit uns fährt, benötigt einen gültigen Fahrausweis“, betont die Sprecherin. Die neuste Entscheidung der Deutsche Bahn beim Umgang mit Flüchtlingen in ihren Verkehrsmitteln ist also kein Freifahrtsschein für Schwarzfahrer.

Wer die Kosten für die Beförderung am Ende begleichen muss, ist bislang noch nicht klar. Die Bahn verhandelt darüber derzeit mit Bund und Ländern.

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