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Kino-Review: Fack Ju Göhte 2

Ein Gastbeitrag von Manuela

Kann der zweite Teil mit dem ersten mithalten?

Seit 10. September läuft der zweite Teil des Erfolgsfilms Fack Ju Göhte in den deutschen Kinos. Wer sich in den letzten Tagen gefragt hat, warum regelrechte Besucherströme ins Würzburger CinemaxX und die Kinos dieses Landes pilgern, der wird damit seine Antwort gefunden haben. Das Parkhaus am Alten Kranen wäre in den letzten Tagen mehrmals gerammelt voll gewesen und man hätte sich an der Kinokasse in eine lange Schlange an Besuchern einreihen müssen.

Obwohl ich Herrn Müller alias Elyas M’Barek nicht so heiß finde, wie viele meiner Freundinnen, war ich dennoch ganz und gar nicht abgeneigt, mich mit ebenjenen ins Kino zu bewegen, da ich bereits beim ersten Teil Tränen gelacht habe. Obwohl ich befürchtete, dass der zweite Teil unmöglich an den ersten herankommen würde, wurde ich, meiner Meinung nach, eines Besseren belehrt.

Diamanten für Herrn Müller

Es dreht sich natürlich noch immer alles um die Goethe-Gesamtschule, wenn auch zu einem großen Teil in einer paradiesischeren Location. Frau Schnabelstedt und Herr Müller sind noch immer ein Pärchen, auch wenn der Kleinkriminelle anfängt sich zu langweilen und die Schule eigentlich doof findet. Da kommt es ihm gerade recht, dass sein Ex-Komplize ihm einen Beutel Diamanten hinterlässt, den er wiederum in einem Kuscheltier versteckt. Als seine Freundin dieses für ein Hilfsprojekt in Thailand spendet, ist Zekis Verzweiflung groß.

Eine Ping-Pong-Show in Bangkok

Dass Direktorin Gerster der Konkurrenz, in Form des Schillergymnasiums, für Werbezwecke ihre thailändische Partnerschule abluchsen will, klingt für Herrn Müller gar nicht mehr so schlimm und er erklärt sich bereit, mit einer Gruppe von Schülern, u.a. Chantal, Burak, Danger und Zeynep, auf „Klassenfahrt“ nach Thailand zu fliegen. So weit, so gut – müsste Schnabelstedt nicht aufgrund eines Streiches der chaotischen Schülertruppe daheim in Deutschland bleiben. Und als wäre das alles nicht schon genug für Herrn Müller, muss er sich auch noch gegen den Exfreund seiner Freundin durchsetzen, der auch ein Musterpädagoge zu sein scheint – die Betonung liegt auf „scheint“.

Herr Müller reist also alleine mit seinen Schülern nach Asien, wo er die Ankunft in Bangkok, high auf Pillen, verschläft. Chantal und Co. treibt es ins Nachtleben und der Herr Lehrer findet sie schließlich bei einer Ping-Pong-Show. Ab hier geht’s das Pointen-Feuerwerk richtig los, ein Kracher folgt auf den nächsten, auch wenn diese Kracher ab und an auf sich warten lassen.

Obwohl man das ein oder andere im Laufe des Films schon erahnen kann, ist das Ende dennoch nicht so vorhersehbar, wie ich dachte. Danger im Bikini und Herr Müller nicht nur als Retter seiner, für viele hoffnungslos geglaubten Schüler, sondern auch noch einer Bande Waisenkinder, die ihre Eltern beim Tsunami verloren hatten, ließen nur die wenigsten Kinobesucher an diesem Abend kalt – im Saal wurde des Öfteren lauthals gelacht. Nett ist der soziale Aspekt, dass die Waisenkinder ein Zuhause bekommen und die Schüler Mut, um ihr Abi vielleicht doch zu schaffen. Zum Schießen ist, wie die ganze Crew das hiesige Bildungssystem auf die Schippe nimmt.

Überzeugende Schauspieler

Elias M’Barek mimt zum zweiten Mal mit Bravour Zeki Müller, der für seine Schüler gleichzeitig Bad-Boy, Vorbild, Respektsperson und Freund ist. Unter den Schülern tut sich vor allem die flippige, aber auch dümmliche Chantal hervor, die zwar nur denkt, hochbegabt zu sein, aber das Herz am rechten Fleck trägt. Diese Person so überzeugend darzustellen, dafür hat Schauspielerin Jella Haase meiner Ansicht nach großes Lob verdient.

Ebenso toll wie im ersten Teil verkörpert Katja Riemann die Rolle der Frau Direktorin Gerster, die gerne mal am Kleber schnüffelt und ihre Schule auf Platz 1 sehen will. Zum Ende des Films findet auch ihre Rolle den krönenden Abschluss, als sie zugibt Herrn Müllers Führungszeugnis selbst gefälscht zu haben und Frau Schnabelstedt rügt, weil ein Ex-Sträfling bessere Arbeit verrichtet als der gesamte Lehrerstab.

Eine gelungene Fortsetzung eines tollen Films

Alles in allem ist der Film meiner Meinung nach eine wirklich gelungene Fortsetzung. Ich kann mir vorstellen, dass vielen der erste Teil besser gefällt, aber der zweite steht eigentlich nicht in viel nach. Besonders gelungen finde ich, dass sich der zweite Teil vom ersten richtig abhebt und eine eigene Handlung entwickelt, anstatt dem ersten mehr oder minder nachempfunden zu  sein.

Anmerkung der Redaktion

Gastbeiträge geben nicht automatisch die Meinung der Redaktion wieder. Sie sollen zur Debatte anregen oder sogar anstacheln – so wie auch jeder gute Kommentar auf Facebook. Wir geben deshalb allen unseren Lesern die Chance, ihre Meinung bei uns zu veröffentlichen und diese diskutieren zu lassen. Wir freuen uns über Gastbeiträge zu allen Themen an: redaktion@wuerzburgerleben.de.

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