Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Preissturz: Dumpingpreise bei Lebensmitteln

Billig wie lange nicht mehr

Von der Milch bis hin zum Energy Drink – auch die Preise in Würzburger Supermärkten fallen und deutschlandweit sind manche Lebens- und Genussmittel so billig, wie lange nicht mehr. Dies berichtet der Stern und freut bestimmt auch viele Würzburger. Doch was ist der Grund für den Preissturz der Lebensmittel?

Einen Liter Milch gibt es in Würzburg momentan ab 55 Cent. Aber nicht nur bei Grundnahrungsmitteln kann man aktuell richtige Schnäppchen machen, auch die Preise von Genussmittel, beispielsweise von Kartoffelchips, gehen in den Keller. Das derzeitige Preisniveau hat, laut Stern, mehrere Ursachen, auch wenn sich die deutschen Verbrauchen wohl von der „Geiz ist geil“-Mentalität mehr und mehr verabschieden.

Milchpreise fallen

Dem Verbraucher gefällt es, die Bauern zittern: Die Preise für Milch und Milchprodukte gehen weiter nach unten. Grund hierfür sei, so der Stern, ein Überangebot an Milch in Europa, nachdem Russland die Einfuhr für Agrarprodukte aus EU-Ländern verboten hat. Aufgrund der wirtschaftlichen Turbulenzen vermindert sich auch die Milchnachfrage aus China, was eines der größten Nachfrageländer, gerade im Bezug auf Milchpulver ist. Mit dem Auslaufen der Milchquoten-Regelung nahm dem entgegen die Produktion zu. Ergebnis: Ein enormes Überangebot und einstürzende Preise. Eine Entspannung der Lage ist laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft derzeit nicht zu erwarten. Mit einer Verschlechterung der Qualität muss durch das niedrige Preisniveau aber nicht gerechnet werden, so die Milchexperten. Betroffen sind vor allem Bauern, diese fürchten um ihre Existenz. Auch Umweltschützer kritisieren lautstark, so erklärt der Deutsche Tierschutzbund, dass die von einem Großteil Deutschlands verlangte Erhöhung der Tierschutzstandards so nicht realisierbar sind.

Preiskrieg unter Discountern

Nicht nur Milchprodukte sind von den Dumpingpreisen betroffen. Hierfür sorgt der in den letzten Monaten aufgekommene Discounter-Krieg, bei dem Aldi als Vorreiter sein Sortiment mit immer mehr Markenartikeln wappnet. Die Lebensmittel werden weit unter dem handelsüblichen Preisen angeboten. Die Konkurrenz zieht mit und so geraten die Preise bei den betroffenen Artikeln ins Wackeln. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sieht, so der Stern, das Preisgefüge des Lebensmittelhandels in Deutschland als einsturzgefährdet.

Bye Bye „Geiz ist geil“

Die „Geiz-ist-geil“-Einstellung gerät bei deutschen Verbrauchern derzeit aber mehr und mehr ins Hintertreffen. Die Discounter haben im letzten Jahr Marktanteile eingebüßt, so die GfK gegenüber dem Stern. Verbraucher orientieren sich wieder hin zu klassischen Supermärkten, die preislich gesehen dem Kunden zwar mehr abverlangen, aber auch eine größere Angebotsvielfalt bieten. Immer häufiger wird zu Markenartikeln, anstatt zu den günstigen Alternativen gegriffen. „Es gibt eher den Trend auf die Qualität zu achten. Der Preis ist nicht mehr so im Fokus“, so Wolfgang Adlwarth von der GfK.

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