Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Diözesanrat kritisiert Wiedereinführung von Grenzkontrollen

Höchstes Laiengremium fordert schnellere Asylverfahren und Einwanderungsgesetz

Höchstes Laiengremium der Katholiken im Bistum Würzburg fordert schnellere Asylverfahren und ein Einwanderungsgesetz, dies teilt die Pressestelle des Ordinariat Würzburg in einer Pressemitteilung mit und dankt gleichzeitig allen freiwilligen Helfer, an den Bahnhöfen, in Flüchtlingsheimen und Notunterkünften.

Deutliche Kritik an der Wiedereinführung der Grenzkontrollen hat der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Würzburg in einer Pressemitteilung geäußert. „Die Wiedereinführung der Grenzkontrollen löst keine strukturellen Probleme, die die Bundesländer in den Flüchtlingsfragen haben“, heißt es in einer von den stellvertretenden Vorsitzenden Lucia Stamm und Ralf Sauer am Montag, 13. September, veröffentlichen Stellungnahme. Deutschland sei in den vergangenen Tagen auf dem Fundament seiner christlichen Werte Menschen in Not – unabhängig von deren Glauben und Herkunft – respektvoll, menschlich und unbürokratisch zur Seite gestanden. „Mit geschlossenen Grenzen wird man weder Druck auf andere europäische Staaten aufbauen, noch Flüchtlinge auf ihrer Suche nach Schutz und Geborgenheit aufhalten können.“ Vielmehr befürchtet der Diözesanrat, dass die Menschen in Not noch verstärkt in die Fänge skrupelloser und verbrecherischer Schleuser getrieben werden.

„Wir brauchen zeitnah ein Einwanderungsgesetz“

Die einzig tragfähige Lösung sei, sich mit ganzem Gewicht auf allen politischen Ebenen für eine gerechte Verteilung der Flüchtlinge auf alle europäischen Mitgliedsstaaten einzusetzen. „In Deutschland brauchen wir zeitnah ein Einwanderungsgesetz. Dass Menschen in der Hoffnung einer besseren Zukunft bei uns einwandern wollen, ist erst einmal keine negative Sache“, heißt es in der Stellungnahme. Gerade die Deutschen sollten wissen, wie wertvoll das Grundrecht auf Ein- und Auswanderung sei. Einwanderung lasse sich nicht – wie derzeit üblich – über das Asylrecht abwickeln, da es sich bei Asyl und Einwanderung um zwei grundverschiedene Dinge handele. „Darüber hinaus sind schnellere Asylverfahren unter Beibehaltung der Individualentscheidung dringend geboten“, erklären Stamm und Sauer weiter.

Durch Offenheit und Hilfsbereitschaft werde Gesellschaft positiv geprägt

Sehr froh sei der Diözesanrat darüber, dass sich die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in Deutschland nicht entmutigen ließen und dem Bild von geschlossenen Schlagbäumen nach wie vor eine menschenwürdige, warmherzige und christlich gebotene Willkommenskultur entgegen setzten, so überdies in der Pressemitteilung erklärt. „Im Namen des Diözesanrates der Katholiken im Bistum Würzburg danken wir von Herzen für alle Hilfsbereitschaft an den Bahnhöfen, in den Notunterkünften und Flüchtlingsheimen. Durch die Offenheit und Hilfsbereitschaft unserer Bevölkerung wird unsere Gesellschaft positiv geprägt und zugleich Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus eine klare Absage erteilt.“

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der POW. 

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