Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Die „Schule der Vielfalt“ als Ziel

Heterogenität in Klassenzimmern

Die Herbsttagung des Zentrums für Lehrerbildung (ZfL) an der Universität Würzburg trägt den Titel: „Bildung mit Qualität!“ Hochkarätige Referenten diskutieren am 1. Oktober in Würzburg über Heterogenität in Klassenzimmern. Schulen stehen vor immensen Herausforderungen. Hatten es Lehrerinnen und Lehrer doch noch nie zuvor mit einer derart heterogenen Schülerschaft in ihren Klassenzimmern zu tun. Noch nie waren aber auch Eltern so unterschiedlich.

Wie Lehrkräfte hiermit gut umgehen können, darüber wird bei der diesjährigen Herbsttagung des Zentrums für Lehrerbildung (ZfL) an der Universität Würzburg diskutiert. „Bildung mit Qualität!“ lautet der Titel der Veranstaltung, die am 1. Oktober um 8.15 Uhr beginnt.

Nachhaltige Schulentwicklung gelingt nicht von allein

Dass Menschen unterschiedlich sind, wird mehr und mehr als Chance begriffen. Ist unsere Gesellschaft doch nur dann zukunftsfähig, wenn sie Pluralität und kulturelle Diversität anerkennt und für sich nutzbar macht. Ganz unterschiedlichen Interessen und Vorstellungen ganz verschiedener Menschen gerecht zu werden, ist allerdings ein Kunststück, das nicht von alleine gelingt. Mit welchen innovativen Lösungen eine nachhaltige Schulentwicklung vor dem Hintergrund wachsender Diversität gelingen kann, zeigt Professorin Anne Sliwka von der Universität Heidelberg in ihrem Hauptvortrag auf.

Jeder Schüler ist „anders“

Dass ein Kind besser, ein anderes schlechter lernt, hat viele Gründe – die nicht zuletzt in seiner Person liegen. Diese Erkenntnis wirft auf die Herausforderung „Heterogenität“ ein besonderes Licht. Letztlich ist jeder einzelne Schüler, ist jede einzelne Schülerin „anders“. Welche Konsequenzen diese Einsicht für gelingende Lernprozesse hat, wird Gabriele Weigand verdeutlichen. Die Professorin für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe beschäftigt sich mit Konzepten einer differenzierten Förderung in Schulen der Vielfalt.

Vorträge und Workshops

Vertieft wird das Thema „Personenorientiertes Lernen“ im Workshop von Armin Hackl, Experte für Begabungsförderung. Der ehemalige Leiter des Würzburger Deutschhaus-Gymnasiums arbeitet im Würzburger Weiterbildungsinstitut „eVOCATIOn“ mit Gabriele Weigand eng zusammen.
Die diesjährige Herbsttagung des ZfL richtet sich an Personen aus Wissenschaft, Schule und Kindertagestätten. Das Thema „Vielfalt“ wird nicht nur in den beiden Hauptvorträgen, sondern auch in 19 Workshops erörtert. Ein wichtiger Fokus liegt dabei auf der Elternarbeit.

Tipps im interkulturellen Workshop

Wie erfolgreich Kinder und Jugendliche in der Schule sind, hängt auch davon ab, wie gut Eltern und Lehrkräfte miteinander kooperieren. Erschwert wird der Dialog allerdings nicht selten dadurch, dass Mütter und Väter die deutsche Sprache nicht perfekt beherrschen. Tipps, wie damit umgegangen werden kann, erhalten die Tagungsteilnehmer bei einem interkulturellen Workshop mit Muhittin Arslan vom Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB).

Workshop für sprachsensiblen Unterricht

Im Schulalltag tauchen ganz besonders für Kinder nicht-deutscher Herkunft – vor allem in den Naturwissenschaften – sprachliche Barrieren auf. Studienrätin Sandra Baumann stellt in ihrem Workshop Arbeitstechniken für einen sprachsensiblen Unterricht in Fächern wie Biologie, Physik, Chemie und Erdkunde vor.

Ziel der diesjährigen Herbsttagung ist es, Lehrkräften und Schulleitung Hilfestellung bei der Weiterentwicklung ihrer Schule angesichts der aktuellen Herausforderungen von Interkulturalität und Inklusion an die Hand zu geben. Darum geht es dezidiert auch im Workshop von Arno Schmitt. Er zeigt auf, wie wichtig es ist, Ziele der Schulentwicklung realistisch zu formulieren und Etappen auf dem Weg zum Ziel von vornherein zeitlich festzulegen. Mit etablierten Führungsinstrumenten lassen sich diese Ziele dann Schritt für Schritt umsetzen.

Projekt „Eigenverantwortliche Schule“

Für Diskussion im Lehrerzimmer sorgt aktuell schließlich das Projekt „Eigenverantwortliche Schule“, das seit kurzem im Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetz verankert ist. Schulentwicklungsprogramme sind als integraler Bestandteil vorgesehen. Wie diese und weitere Anforderungen an die „Eigenverantwortliche Schule“ erfüllt werden können, darum geht es im Workshop von Dr. Karin Oechslein, der Direktorin des ISB. Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.zfl.uni-wuerzburg.de.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Universität Würzburg. 

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