Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Mit Freifunk überall freier Internetzugang

Die Freifunk-Initiative 

Freifunk ist eine nicht-kommerzielle Initiative, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, möglichst vielen Menschen ein freies Internetnetz zur Verfügung zu stellen. Dazu müssen lediglich einige Freiwillige bereit sein, ihr Internet zu teilen.

Speziell in Würzburg wurden schon in einigen Flüchtlingszelten, wie beispielsweise in der Zellerau, Freifunk-Router installiert, die den Flüchtlingen einen freien Internetzugang gewährleisten.

Marcus vom Freifunk-Team Würzburg hat uns einige Fragen dazu beantwortet.

Das Interview mit Marcus

Wie funktioniert das Freifunknetz? Wie stellt man sein Internet zur Verfügung? Braucht man dafür jemanden, der sich auskennt, oder kann das jeder selber machen?

Wenn man etwas technisch versiert ist, kann man das selber machen. Man muss nur einen kompatiblen Router (ca. 20 EUR) haben und den mit der Freifunk-Software bestücken. Anschließend steckt man den Freifunk-Router in die Netzwerkbuchse des vorhandenen Routers seines eigenen Anschlusses (FritzBox, EasyBox,..) – mehr muss man nicht tun. Wenn man exakt arbeiten will, dann trägt man den Freifunkrouter noch in die Übersichtskarte ein, damit andere sehen, wo man sich einklinken kann.

Wie kann man sich verbinden?

Jeder kann sich per WLAN mit franken.freifunk.net verbinden. So wie man sich in jedes andere WLAN auch einklinkt. Nur eben ohne Passwort.

Wird das Freifunknetz momentan nur für Flüchtlinge bereitgestellt oder auch für Andere?

Das Netz ist für jeden zugänglich. Es heißt ja FREIfunk.

Wer wird rechtlich belangt, wenn jemand illegale Seiten besucht oder urheberrechtlich geschütztes Material downloadet?

Derjenige, der die illegale Seite besucht. Der Verein Freifunk, der den Zugang technisch betreibt, behält sich vor, mittels Skripten verdächtigen Datenverkehr zu unterbinden.

Zu den rechtlichen Fragen findet sich in der Freifunk-FAQ immer eine Antwort.

Wo in Würzburg gibt es schon ein Freifunknetz?

Einfach auf der Karte nachsehen. Die grünen Punkte zeigen Router, die online sind. Die roten Router sind offline und die Gelben haben Traffic.

Von einem Netz kann man noch nicht reden, eher von Hotspots. Aber es steht ja jedem einzelnen frei, das zu ändern.

Warum brauchen Flüchtlinge Internet?

Weil sie damit den Kontakt in die Heimat und zu anderen Familienmitgliedern, die ebenso auf der Flucht sind, halten können. Deutschland ist, was die Nutzung des Smartphones betrifft, schlichtweg der Zeit hinterher, in anderen Ländern spielt es eine größere Rolle. In weiten Teilen Afrikas ist es Standard, im Supermarkt an der Kasse mit dem Smartphone zu bezahlen.

Wir ermöglichen den Flüchtlingen aber nur eine Basiskommunikation. Für Skype-Telefonate oder HD-Filmchen auf Youtube reicht die Ausstattung nicht aus – man kann es sich in etwa wie einen DSL 2000-Anschluss vorstellen – nur teilt man den halt auch noch mit anderen. In der Zellerau sind im Schnitt 25-30 Personen online.

In welcher Unterkunft ist noch ein Freifunktnetz geplant?

Wir planen JEDE Unterkunft in irgendeiner Form mit WLAN auszurüsten, auch um Würzburg herum. In diesen Tagen werden wir zum Beispiel die Maintalhalle in Zell ans Netz bringen. Sollte die Installation bestehen bleiben, wenn die Flüchtlinge wieder ausziehen, dann können zukünftig die Zuschauer in der Halle das Netz nutzen und z.B. Live-Bilder von Hallenturnieren oder Tischtennis-Matches in den sozialen Medien teilen.

Wir unterstützen aber auch jede andere Organisaton oder Person, die Freifunk für andere zur Verfügung stellen möchte.

Braucht Freifunk in Würzburg noch internetaffine Leute, die sich engagieren möchten?

Engagierte Leute kann man immer brauchen. Vor allem in der Ansprache von Bewohnern rund im die Unterkünfte ist es für Bewohner von „vor Ort“ einfacher, den Kontakt herzustellen.

Du willst dein Internet zur Verfügung stellen oder hast andere Fragen? Dann melde dich per E-Mail an: info@wuerzburg-hilft.de

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