Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Höchste Geburtenrate seit 12 Jahren

715.000 Neugeborene in 2014

Die Geburtenrate in Deutschland war im vergangenen Jahr so hoch wie seit 2002 nicht mehr. Das hat eine Auswertung des Statistischen Bundesamts ergeben, laut welcher im letzten Jahr 715.000 Kinder geboren wurden. Dieser Wert spiegelt eine Steigerung von 4,8 Prozent zum Vorjahr wieder – im Jahr 2013 konnten 682.000 Geburten verzeichnet werden.

Seit 1972 mehr Todesfälle als Geburten

Doch nicht nur die Neugeborenen tragen zum scheinbaren Bevölkerungswachstum bei – dazu kommt, dass auch wesentlich weniger Menschen in Deutschland gestorben sind. Im Jahr 2014 gab es 26.000 Verstorbene weniger, als noch im Vorjahr. Kann man hier also schon von einer Trendwende sprechen? „Wie in allen Jahren seit 1972 starben mehr Menschen, als Kinder geboren wurden“, sagte Anja Conradi-Freundschuh vom Statistischen Bundesamt dazu gegenüber Spiegel Online.

Da die Zahlen nach wie vor stark schwanken, könne man also noch nicht mit Sicherheit von einer solchen Wende ausgehen. Dennoch gibt es Statistiken, die darauf hin deuten: Im Jahr 2013 gab es 212.000 Todesfälle mehr als Geburten. Im Folgejahr lag die Differenz bei nur noch 153.000.

Babyzahl steigt auch am Uniklinikum an

Auch die Uniklinik Würzburg vermeldet seit 1999 fast jährlich eine höhere Geburtenzahl als im jeweiligen Vorjahr. Während im Jahr 1999 nur 1.055 Kinder an der UFK geboren wurden, waren es im letzten Jahr nahezu doppelt so viele. Grund dafür ist aber nicht nur eine steigende Geburtenrate.

Aus den 1.898 letztjährigen Entbindungen am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) gingen durch Zwillings- und Drillingsgeburten insgesamt 1.972 Kinder hervor. Das neue Rekordergebnis setzt einen langjährigen Aufwärtstrend fort. So gab es im Jahr 2004 „nur“ 1.315 Geburten an der Würzburger Frauenklinik, in 2013 waren es 1.800.

„Wir profitieren bei dieser Entwicklung nach wie vor von den Verschiebungen in der regionalen Kliniklandschaft der letzten Jahre“, berichtete Prof. Achim Wöckel, Direktor der Würzburger Universitätsfrauenklinik Anfang des Jahres. So mussten in den letzten Jahren mehrere Geburtshilfestationen im Einzugsbereich des UKW geschlossen werden. Zum anderen sei der erhöhte Zuspruch aber auch das Ergebnis von fortgesetzten Leistungsverbesserungen sowie den umfassenden Diagnose-, Therapie- und Betreuungsangeboten der von ihm seit Mai 2014 geführten Klinik.

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