Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Kaffee zum Mitnehmen – Problematische Einwegbecher

320.000 Becher pro Stunde

Ein Kaffee am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen, so sagt der Volksmund. Landet dieser allerdings in einem Einwegbecher und dieser Becher wiederum anschließend im Mülleimer, treibt dies wiederum anderweitig manchem die Sorgenfalten ins Gesicht. Nach Angaben der deutschen Umwelthilfe DUH landen durchschnittlich jede Stunde bundesweit rund 320.000 Kaffeebecher im Abfalleimer. Über das ganze Jahr gesehen ist das eine unvorstellbare Zahl in Milliardenhöhe.

Situation in Würzburg

Auch wir in Würzburg trinken morgens oder gegen den Durchhänger am Nachmittag gerne einen Kaffee aus der Pappe. Aber was denken die lokalen Gastronomen über eine Mehrweg-Lösung oder andere, umweltfreundliche Alternativen? In unserer Redaktion verbrauchen wir machmal bis zu zehn solcher Becher am Tag. Unser Lieblings-Café ganz in der Nähe unseres Büros verbraucht laut Nachfrage rund 250 Becher in der Woche, meist sogar eher mehr. Setzen wir diesen Wert als Durchschnitt, obwohl einige große Bäckerei- und Fast-Food-Ketten wohl noch deutlich mehr über den Tresen schicken. Bei schätzungsweise mehr als 100 Cafés, Bäckereien und Eisdielen in Würzburg verbraucht nur unsere Stadt bereits deutlich mehr als eine Million Einwegbecher im Jahr.

Pflichtabgabe gegen das Müllproblem

Gemeinsam mit der Stiftung Naturschutz fordert die DUH nun eine Abgabe von 20 Cent, um die Müllschwemme zu bekämpfen und die großen Kaffeehausketten zum Umdenken zu bewegen. „Kunststoffbeschichtete Zombies“ nennen sie die Becher, welche jedes Jahr zehntausende Tonnen Holz und Plastik in der Produktion verschlingen. Doch die Einführung einer gesetzlichen Abgabe ist unwahrscheinlich.

Keine Zeit…

Die Situation ist natürlich ein Kind unserer modernen Gesellschaft. Wie haben einfach keine Zeit, weder die Nachricht nicht hinterm Steuer zu schreiben, noch unseren Kaffee vor Ort zu Ende zu trinken. Der Kosmopolit von Heute hat den Kaffee in der einen und das Smartphone in der anderen Hand. Zeit zum Umdenken? Kein Gastronom würde sich wohl ernsthaft einem Kunden verweigern, welcher sein Getränk in einem Mehrweg-Gefäß mitnehmen möchte. Die von uns Angefragten wären auf jeden Fall gerne dazu bereit.

- ANZEIGE -

Kommentare zum Artikel

Kommentare zum Artikel

AUCH INTERESSANT