Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Arbeitsmarkt August 2015

Sommerflaute lässt Arbeitslosenzahlen steigen

Die Zahl der arbeitslosen Menschen im Agenturbezirk Würzburg hat von Juli auf August um 520 auf 8.490 zugenommen. Ein Anstieg im Ferienmonat August ist üblich und in der Höhe nicht überraschend. Verglichen mit dem durchschnittlichen Zuwachs der zurückliegenden fünf Jahre fiel der Anstieg sogar spürbar geringer aus. Der Arbeitslosenbestand des Vorjahres wurde um 570 oder rund sechs Prozent unterschritten.

Im Ergebnis führte dies zu den niedrigsten Augustzahlen seit 1991. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber Juli um 0,2 Prozentpunkte auf exakt drei Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 3,2 Prozent. Die „Performance“ des regionalen Arbeitsmarktes ist weiterhin zufriedenstellend und stabil. Dies lässt sich nicht zuletzt daran ablesen, dass alle drei Landkreise weiterhin die 3-Prozent-Marke bei der Arbeitslosenquote unterschreiten.

Kleine Verschnaufpause

Eugen Hain, Chef der Agentur für Arbeit Würzburg, zur aktuellen Entwicklung: „Dass der Arbeitsmarkt im Sommer eine kleine Verschnaufpause einlegt ist ganz normal und wiederholt sich Jahr für Jahr. In der nächsten Zeit ist eigentlich nichts Aufregendes zu erwarten. Dennoch zeigten die jüngsten Entwicklungen in China und den damit einhergehenden – wenn auch nur kurzzeitigen – Turbulenzen an den Börsen, wie abhängig bzw. verwundbar wir doch als nationale Volkswirtschaft sind. Wenn wir aber positiv nach vorne blicken, dann spricht mehr für ein robustes zweites Halbjahr auf dem mainfränkischen Arbeitsmarkt!“

Mehr Abgänge in Erwerbstätigkeit als im Juli

Im August meldeten sich 3.010 Frauen und Männer arbeitslos. Das waren 520 mehr als im Juli und 100 weniger als vor einem Jahr. Vor Eintritt der Arbeitslosigkeit haben 1.200 Personen eine Erwerbstätigkeit ausgeübt, 200 mehr als im Juli und 40 mehr als im August 2014. Die Arbeitslosigkeit beendeten im Betrachtungszeitraum 2.480 Personen. Hiervon haben 890 eine Erwerbstätigkeit aufgenommen. Das waren 90 mehr als im Juli und 30 weniger als im Vorjahr.

Jugendliche melden sich vermehrt arbeitslos

Bei der Betrachtung einzelner Personengruppen ist die Zahl der jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren am deutlichsten angewachsen und zwar um 360 auf 1.170 (+44 Prozent). Trotz der Zunahme wurde der Bestand des Vorjahres jedoch noch um 70 Jugendliche unterschritten. Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit Jüngerer ist in den Sommermonaten üblich und hängt damit zusammen, dass sich diese vermehrt nach beendeter Schul- oder Berufsausbildung vorübergehend arbeitslos melden. Mit der einsetzenden Herbstbelebung wird sich der Bestand in den nächsten Monaten wieder sukzessive verringern.

Langzeitarbeitslosigkeit

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen hat sich im Vorjahresvergleich um 14 Prozent auf 2.100 verringert. Nahezu jeder vierte Arbeitslose war damit bereits seit mindestens einem Jahr und länger ohne eine Beschäftigung. Ebenfalls rückläufig entwickelte sich der Arbeitslosenbestand der über 55-Jährigen. Mit 1.820 Betroffenen wurden 180 (-9 Prozent) weniger gezählt als im August des vergangenen Jahres. Leicht angestiegen ist dagegen die Zahl der ausländischen Arbeitslosen und zwar um 20 auf 1.310 (+2 Prozent). Mit 790 Betroffenen war nahezu jeder Zehnte schwerbehindert. Gegenüber dem Vormonat bedeutet das ein Plus von zehn (+2 Prozent) und gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 25 (-3 Prozent).

Stellensituation

Die Nachfrage nach Arbeitskräften befindet sich weiterhin auf einem guten Niveau. Im August waren 3.750 Arbeitsstellen bei der Agentur für Arbeit Würzburg gemeldet, 750 oder 25 Prozent mehr als vor einem Jahr. Neu zugegangen sind 1.390 Stellen. Das war ein Anstieg um 240 (+21 Prozent) gegenüber dem Vorjahr. Besonders gesucht wurden Arbeitskräfte in den Berufsfeldern Verkauf, Mechatronik, Energie und Elektro, Metall-, Maschinen- und Fahrzeugtechnik, Gesundheit, Lebensmittelherstellung sowie Fahrzeugführer.

Landkreise bleiben unter 3 Prozent

In den drei Landkreisen und dem Stadtgebiet Würzburg wurden jeweils mehr Arbeitslose gezählt als im Juli. Der Landkreis Main-Spessart verzeichnete einen Anstieg um 150 auf 1.730 (+9 Prozent), der Landkreis Kitzingen um 50 auf 1.450 (+4 Prozent), der Landkreis Würzburg um 140 auf 2.150 (+7 Prozent) und die Stadt Würzburg um 180 auf 3.170 (+6 Prozent). In allen Regionen waren allerdings weniger Frauen und Männer arbeitslos als vor einem Jahr. Im Landkreis Würzburg betrug der Rückgang zwölf Prozent, in Main-Spessart sechs Prozent, in Kitzingen fünf und im Stadtgebiet drei Prozent. Main-Spessart konnte mit 2,3 Prozent weiterhin die niedrigste Arbeitslosenquote vorweisen. Gefolgt vom Landkreis Würzburg mit 2,4 Prozent, dem Landkreis Kitzingen mit 2,9 Prozent und der Stadt Würzburg mit 4,5 Prozent.

Ausbildungsmarkt auf der Zielgeraden

Die Zahl der Bewerber, die für den Herbst 2015 eine duale Ausbildung anstreben und sich von Oktober 2014 bis August 2015 bei der Ausbildungsvermittlung gemeldet haben, hat sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 40 auf 3.730 (+1 Prozent) erhöht. Die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen ist ebenfalls um 150 auf 4.020 (+4 Prozent) angestiegen. Am Erhebungsstichtag Mitte August waren noch 900 Ausbildungsstellen unbesetzt, rund zwei Prozent mehr als im Vorjahr.

Dem gegenüber waren noch 460 Jugendliche ausbildungssuchend gemeldet. Das waren zwei Prozent weniger als 2014. Freie Ausbildungsstellen gab es noch vermehrt in den folgenden Berufen: Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Ver-käufer/in, Koch/Köchin, Fachverkäufer/in Lebensmittelhandwerk, Maler und Lackierer oder als Hotelfachmann/-frau. In den kommenden Wochen werden die Beratungs- und Vermitt-lungsfachkräfte nochmals verstärkt den Kontakt mit den Betroffenen suchen, um finale Vermittlungs- und Verbleibsmöglichkeiten zu erörtern.

Entwicklung in den Rechtskreisen

In den Arbeitsagenturen Würzburg, Kitzingen und Lohr waren 4.520 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. In den vier Jobcentern des Agenturbezirks wurden 3.970 arbeitslose erwerbfähige Leistungsberechtigte betreut. Im Vormonatsvergleich waren in der Arbeitslosenversicherung 500 Personen mehr (+12 Prozent) gemeldet. In der Grundsicherung wurde ein geringfügiger Anstieg um 20 Personen verzeichnet. Im Vorjahresvergleich ist der Arbeitslosenbestand in den Arbeitsagenturen um 400 (-8 Prozent) gesunken, in den Jobcentern um 180 (-4 Prozent).

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Agentur für Arbeit.

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