Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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Dinkelbier: obergärige Spezialität aus heimischem Urgetreide

8.000 Jahre alte Tradition

Dinkel wird in der Region Tauber-Franken auch „Spelz“ oder „Schwabenkorn“ genannt und kann dort auf eine 8.000 Jahre alte Tradition verweisen. Die Spezialität der Distelhäuser Brauer basiert auf diesem heimischen Getreide, einer Urform des heutigen Weizens.

Schon Hildegard von Bingen, die 1098 im damals biblischen Alter von 81 Jahren starb, wusste Dinkel als das „beste Getreidekorn“ zu schätzen. „Wer Dinkel isst, bildet gutes Fleisch“, schrieb die Ordensfrau und Heilkundlerin in ihrem Werk zur Naturmedizin. Und: „Dinkel führt zu rechtem Blut, gibt ein aufgelockertes Gemüt und die Gabe des Frohsinns“.

Das Dinkelbier ist ein obergäriges Bier, rötlich in der Farbe, kräftig und gehaltvoll im Geschmack – das ideale Brotzeitbier. Über die Rezeptur schweigen die Distelhäuser, Brauergeheimnis nennt man das wohl. Doch so viel ist zu erfahren: Dank Reinheitsgebot steckt nichts anderes im Bier als heimischer Dinkelmalz, Gersten- und Karamellmalz, Hefe, Aroma- und Bitterhopfen und klares Brauwasser.

Rohstoffe aus dem Umkreis

Die Rohstoffe für das Dinkelbier stammen, wie auch bei allen anderen Distelhäuser Biersorten zu fast 100 Prozent aus einem Umkreis von weniger als 100 Kilometer um das Dorf. Denn die Distelhäuser Brauerei setzt ganz auf die urwüchsige Eigenständigkeit und Qualität von Erzeugnissen aus der näheren Umgebung des Heimatortes Distelhausen im Taubertal. Der Dinkel wächst im „Bauland“ um Boxberg heran. Er ist seit mehreren tausend Jahren dort heimisch und wächst als robuste, anspruchslose Pflanze auch auf kargen Böden. Weil Dinkel Kohlehydrate, Fette, Eiweiße und Ballaststoffe in idealer Zusammensetzung enthält, ist das Getreide seit den letzten Jahren wieder sehr gefragt.

Herausforderung für die Braukunst

Als Grundstoff für Bier wird Dinkel geerntet, gedroschen und vom Landwirt an die Mälzerei geliefert, die daraus Dinkelmalz herstellt. Und der hat es durchaus in sich. „Das war eine echte Herausforderung an unsere Braukunst“, sagt Braumeister Robert Schlagbauer. Ein Grund: Anders als bei Weizen oder Gerste gibt es keinen speziellen Braudinkel. Alle gängigen Dinkelsorten enthalten aber relativ viel Eiweiß, das in der Fachsprache „Kleber“ genannt wird. „Die Masse, die während des Brau-Vorgangs entsteht, ist relativ zäh und lässt sich daher nicht wie üblich filtrieren“, erklärt er. Überschüssige Hefe und Trübstoffe müssen daher über eine Zentrifuge ausgesondert werden. Auch die Farbe des Bieres fordert das ganze Können der Distelhäuser Brauer. Das Dinkelbier sollte nach ihrer Vorstellung ähnlich rötlich-braun leuchten wie reife Dinkelähren. Das gelang schließlich durch den Einsatz verschiedener Malze.

Das Dinkelbier aus Distelhausen wurde beim European Beer Star Award 2014 mit Gold ausgezeichnet.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit unserem Partner, der Distelhäuser Brauerei. 

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