Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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Arzneimittel: Gefährliche Mitbringsel aus dem Urlaub

Meist deutlich günstiger

Viele Deutsche haben Arzneimittel als Mitbringsel aus dem Urlaub entdeckt. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Die Medikamente sind im Ausland meist günstiger zu bekommen, und der Erwerb unterliegt kaum Beschränkungen – für viele Bundesbürger ein Anreiz, sich auch in größeren Mengen mit Medikamenten einzudecken und diese nach Deutschland mitzubringen.

Beim Kauf von Arzneimitteln ist jedoch Vorsicht geboten: Es kann sich um Arzneimittelfälschungen handeln, die die angegebenen Wirkstoffe nicht oder nicht ausreichend enthalten oder sogar gesundheitsschädlich sind. Darüber hinaus unterliegt die Einfuhr von Arzneimitteln den strengen Bestimmungen des deutschen Arzneimittelgesetzes.

Damit soll sichergestellt werden, dass in Deutschland nur Arzneimittel auf den Markt kommen, die für den Verbraucher unbedenklich sind. Bei der Einreise aus Nicht-EU-Staaten dürfen Reisende nur die Menge an Medikamenten einführen, die zum persönlichen Bedarf bestimmt ist. Die Einfuhr im Postversand ist nur über Apotheken erlaubt. Für andere Personen Medikamente entgeltlich mitzubringen, ist verboten. Auch dürfen die Arzneimittel nicht für gewerbliche Zwecke bestimmt sein.

Wirkung nicht einschätzbar

Medikamente, die regelmäßig benötigt werden, sollten Urlaubsreisende in ihrer Reiseapotheke mit sich führen. Benötigen Reisende im Urlaubsland weitere Arzneimittel, sollten diese nur in offiziellen bzw. als solche erkennbaren Apotheken erworben werden. Auf offenen Märkten oder in ähnlichen Geschäften könnten gefälschte Präparate verkauft werden, die in Zusammensetzung und gesundheitlicher Wirkung nicht einschätzbar sind.

Online-Kauf von Arzneimitteln

Auch das Internet ist beim Bezug von Arzneimitteln eine bedeutende Vertriebsplattform geworden. Doch nicht selten nutzen schwarze Schafe die Anonymität des Word Wide Web, um minderwertige oder gefälschte Arzneimittel in betrügerischer Absicht zu veräußern – dabei handelt es sich um so genannten Arzneimittel-Betrug. Die „European Alliance for Access to Safe Medicines“ gibt Tipps zur Sicherheit beim Online-Kauf von Arzneimitteln:

  • Kauft nicht auf Webseiten, auf denen Medikamente ohne Rezept bzw. von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMEA) nicht genehmigte Medikamente erworben werden können
  • Kauft nichts von Webseiten, die nicht auf einen zugelassenen Apotheker verweisen, der Fragen beantworten kann
  • Prüft die URL der Webseite, ob sie in Eurem Land registriert ist. Es ist illegal, Medikamente zu importieren, die auf ausländischen Webseiten erworben wurden. Die Risiken seien höher und im Betrugsfall könne man so gut wie nichts dagegen machen. Auf der Website http://www.reversewhois.com könnt Ihr herausfinden, wie viele Websites jede registrierte Person besitzt. Sollte der Inhaber der betreffenden Website mehrere Websites besitzt und diese ihren Firmensitz im Ausland haben, ist ihr Leistungsangebot möglicherweise nicht geeignet.
  • Könnt Ihr eine Bestellung auch telefonisch aufgeben bzw. funktioniert die angegebene Telefonnummer?
  • Bei Phrasen wie „Mengenrabatten“, „Probepackungen“, „neuartigen Heilungsmethoden“ oder „erstaunlichen Ergebnissen“ sollte man vorsichtig sein. Derartige Angebote sollen wahrscheinlich zum Kauf verleiten und sind häufig unseriös.
  • Wenn die Website eine „ärztliche Beratung online“ anbietet, seid dennoch vorsichtig. Nicht zugelassene Websites bieten diesen Service häufig an, um den Anschein von Seriosität und Legitimität zu erwecken.

Weitere Informationen dazu findet ihr hier.

Artikel beruht auf einen Bericht von www.polizei-beratung.de.

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