Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Überraschend: Legalisierung von Cannabis in Würzburg steht an

Ein Gastbeitrag der SMAUL-Redaktion

Cannabis-Legalisierung in Deutschland

Wir von der SMAUL fragten bei Würzburg erleben an, ob wir gemeinsam einen Artikel über die Cannabis-Legalisierung in Deutschland bringen wollten. Die Antwort von Christian Papay, diesem stets grundseriös, ja: wertkonservativ wirkenden Jungunternehmer, kam per Mail zurück. Sie ließ unsere Synapsen erstaunt zippeln, wie 0,7 Gramm Super Skunk aus der eisgekühlten Stahlbong: Cannabis ist perfekt, wir sind ja das Leitmedium der Kiffer in Wü;)

Wir fanden in der Folge durch Erpressung der Mitarbeiter (haben sie beim Kuli-Klauen in der Redaktion ertappt) heraus: Leo und Chris von Würzburg erleben hatten sich 2014 nur aufgrund einer Haschphantasie als Füchse verkleidet! So konnten sie stockdicht, aber von der Polizei unbemerkt durch die Würzburger City gondeln. Ihre knallroten Augen sah in den Kostümen keiner. Die Süßigkeiten der 3×3-Aktion, die für Kinder gedacht waren, haben sie in ihren Fress-Flashs alle selbst gegessen.

Qualmender Abgrund über lokaler Regierungsebene

Wenn sogar Würzburg erleben unterwandert ist, wie sieht es dann auf lokaler Regierungsebene aus? Da tut sich ja ein weiß qualmender Abgrund auf! Vielleicht ist unsere Perle am Main doch nicht so verschlafen, obwohl sie mit barocken Ansichten und nörgligen Rentnern proppevoll gestopft ist.

Die SMAUL hat knallhart recherchiert: Die Erlaubung, mehr noch, die Entlaubung des lockenden Krauts steht kurz bevor! Doch die Verantwortlichen im Rathaus, allen voran Christian Schürhart himself, haben sich kichernd hinter Türen zurückgezogen, unter denen es süßlich hervordampft. Dabei ist in den nächsten Wochen einiges jeplant!

Kiffen auf Kiliani – das Dampfzelt deluxe

Neben dem weißroten Standard-Saufzelt mit Boxen (professionell und unter den Gästen), zünftiger Volksmusik und Kletterbaum wird erst in den letzten drei Tagen auf Kiliani das Dampfzelt deluxe eröffnet. Es kommt zu spät, denn den Betreibern war die Hitze die letzten paar Tage zu stressig. Aus dem wigwam-ähnlichen Zelt qualmt es oben weiß raus, wie bei der Papstwahl. Drinnen gibt es statt Henderl Hasch, statt Weizen Weed, statt Hiebe Liebe. Die drei fetten Stahlschlote des WVV-Heizkraftwerks gleich gegenüber der Talavera (unterhalb der Brücke der deutschen Einheit) sind – verzeihen Sie uns den rüden Ton, liebe Leser – ein veritabler Scheißdreck dagegen.

Dr. Adolf Bauer rockt die Crowd

Kein Wunder, dass bei der Eröffnung des Dampfzeltes deluxe ein vollkommen zugedröhnter Vize-Bürgermeister Adolf Bauer von einem grasgrünen Ballon aus mit breitem Grinsen die Menge grüßt. Er raucht dabei einen immensen Blunt. Just als er, den Anlass verwechselnd, zu den verwunderten Kiliani-Besuchern hinabbrüllt “Helau, liebe Fasnachtsfreunde!”, hebt er den Arm mit Rauchwerk. Er brennt ein Loch in den Ballon. Dieser saust mit dem um so mehr schreienden, zu Recht beliebten CSU-Altmeister über der gesamten Talavera hin und her, bis der wortgewandte Lokalpolitiker durch das Dach und alle drei Etagen des Laufgeschäfts Freddy’s Circus hindurchkracht. Verdutzt landet er neben durchlaufenden Kindern, die ihn neugierig anstupsen.

Ein Hafensommer voller Hasch

Unfassbare Szenen werden sich beim Hafensommer dieses Jahr abspielen. Ex-OB Rosenthal (SPD) taucht unter dem Gejohle der Menge mit einem gelben U-Boot aus dem Main auf. Dann wird auch klar, warum ihn monatelang keiner mehr gesehen hat. Von wegen er hat in München zu tun! Er hat sich eine Beatles-Pilzfrisur wachsen lassen und steigt mondän bekifft aus dem Wasserfahrzeug. Er stolpert mit einer regenbogenfarbenen Bong auf die Bühne im Main. Zusammen mit dem aktuellen OB, Christian Schuchardt, zeigen sie ein Reggae-Duett vom Feinsten. Mit Liedern von Peter Tosh und Bob Marley, meine Herren. Bei “No Woman No Cry” ziehen sie sogar den widerstrebenden Willi Dürrnagel auf die Bühne. Sie dichten für ihn “Net grummeln, zünd’ nei!”und veranlassen ihn, einen schönen Zug aus dem Rauchrohr zu sich zu nehmen. 

Helge Schneider trotzt der Verlotterung 

Als die beiden Stadtoberhäupter beginnen, Haschkekse ins Publikum zu werfen und sich parteiübergreifend schwarz-rot zu umarmen, wird es dem nächsten Act zu bunt. Der schon mal aufgetretene Helge Schneider drängt sie von der Bühne und schmettert warnend seine Anti-THC-Hymne: das Mörchenlied. Schon die Anfangszeilen machen die Zuhörer nachdenklich:

Weißt du noch, wie’s früher war,
man nahm Mariohana.
Danach war einem schlecht
und man fühlte sich nicht so recht.
Marijohana ist nich gut (3x)

Weed auf der Weinparade

An der Entscheidung des nun voll von der Legalisierung überzeugten OBs Schuchy Schürhardt gibt’s aber nichts zu rütteln: Bei der als nächstes im Jahresverlauf drohenden Weinparade ordnet der haschende Hesse an, dass alle Weinstände mit klischeehaften Plastikhanfblättern geschmückt werden müssen. Kichernd und mit Sonnenbrille bei einer Pressekonferenz lässt er verlauten, dass er einige weinfränkische Minzer zwingen wird, ab jetzt auf unseren sonnigen Hängen am Main das grüne Teufelszeug anzubauen. Er will außerdem einen THC-haltigen Hanfwein, der so “grässlich dampft wie der Kessel bei der Hexenszene in Faust I”. Naja. Ob das echt sein muss, OB?

Fazit

Zum Fitze-Fatze-Fazit. Schlägereien und Gebrülle gibt’s weniger in Wü, wenn das Hanf zu uns kommt. Wenn die seit Tagen in verschiedenen erzbischöflichen Schlafzimmern in der Residenz eingeschlossenen Stadträte sich zur Zulassung von Coffeeshops entschließen, wachsen auch noch die Steuereinnahmen. Aber die Damastbetten sind halt doch zu bequem. Mit ein paar chilligen Gewerbeeinnahmen könnte man sowohl alles Rokkoko-Gelump in Würzburg für die Touristen erhalten wie auch die 26 Millionen für den Schimmelpalast des Moz im Handumdrehen aufbringen. Daher ein frohes “Legalize it” von der SMAUL – obwohl wir dann unser zweites Standbein, den illegalen Drogenverkauf, verlieren.

SMAUL – Satire für Würzburg

Die SMAUL hatte zwei ständige und mehrere sporadische Mitarbeiter. Wer Interesse bekommen hat, kann etwas posten. Bei ernsthaftem, längerfristigem Interesse können wir ins Gespräch kommen.

Alle Artikel der SMAUL findet Ihr hier. 

Anmerkung der Redaktion

Gastbeiträge geben nicht automatisch die Meinung der Redaktion wieder. Sie sollen zur Debatte anregen oder sogar anstacheln – so wie auch jeder gute Kommentar auf Facebook. Wir geben deshalb allen unseren Lesern die Chance, ihre Meinung bei uns zu veröffentlichen und diese diskutieren zu lassen – auch in satirischer Form. Wir freuen uns über Gastbeiträge zu allen Themen an: redaktion@wuerzburgerleben.de.

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