Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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Was ist „Sexting“ ?

Was ist „Sexting“?

Der Begriff „Sexting“ setzt sich aus den beiden englischen Wörtern “sex“ und “texting“ zusammen. Es bedeutet, dass vor allem Jugendliche intime Fotos oder Videos von sich oder anderen über das Internet oder das Smartphone verbreiten.

Bei vielen Minderjährigen wird dies als Beweis des Vertrauens oder der Treue angesehen, wenn sich die Partner (auch “Sexter“ genannt) gegenseitig Nacktfotos schicken. Wenn die Beziehung nicht mehr funktioniert, besteht natürlich die Gefahr, dass die Fotos der “Sexter“ Monate später aus Wut, Eifersucht oder Enttäuschung an Dritte verschickt werden.

Das ungewollte Auftauchen oder Weiterleiten von Nacktfotos hat nicht nur die öffentliche Demütigung der dargestellten Person zur Folge. Wer derartige Fotos ohne Einwilligung verbreitet, verstößt gegen das Persönlichkeitsrecht des Betroffenen und kann zivilrechtlich belangt werden. Der Anwalt des Opfers kann dem Täter eine kostenpflichtige Abmahnung schicken. Oftmals wird der Abmahnung eine strafbewehrte Unterlassungserklärung beigefügt. Der Täter verpflichtet sich damit, unter Androhung einer hohen Geldstrafe seine Tat nicht zu wiederholen.

„Sexter“ im Alter von unter 18 Jahren bewegen sich auch dann auf dünnem Eis, wenn beide Personen minderjährig sind. Auch wenn keiner der Beteiligten volljährig ist, kann die Aufbewahrung des Schnappschusses vor Gericht im Extremfall als Kinderpornografie ausgelegt werden. In dem Fall wäre das Motiv sogar strafrechtlich relevant.

Laut Statistik des Bundeskriminalamtes wurden im Jahr 2013 insgesamt 750 Fälle von sexuellem Missbrauch im Netz aufgenommen. Die Dunkelziffer ist um ein Vielfaches höher, da sich zahlreiche Opfer aus Scham niemandem anvertrauen.

Tipps zum sicheren Versand

  • Verschickte und erhaltene Nacktfotos sollten sicherheitshalber sofort gelöscht werden
  • Gesicht oder besondere Merkmale wie Muttermale oder Tattoos nicht fotografieren
  • Vor dem Versand unbedingt mehrmals die Handynummer oder E-Mail-Adresse des Empfängers kontrollieren, an den man sextet. Damit vermeidet man, dass die anzüglichen Inhalte aus Versehen an die falschen Empfänger geraten können.
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