Banner
Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

70 Jahre Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki

Ausstellungseröffnung in Würzburg

Am 6. und 9. August jähren sich zum 70. Mal die Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagaski. Würzburg und Nagasaki unterhalten enge Verbindungen aufgrund geschichtlicher Verknüpfungen. Beide Städte wurden im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört, zum anderen lebte der Würzburger Arzt und Forscher Philipp Franz von Siebold von 1823 bis 1829 und von 1859 bis 1862 als Arzt in der Faktorei Dejima, einer kleinen künstlichen Insel in der Bucht von Nagasaki. Dort machte er sich auch als Japanforscher einen Namen. Ihre Freundschaft besiegelten Würzburg und Nagasaki im Jahr 2013 mit dem Freundschaftsvertrag „Citizens‘ Friendship City Affiliation“.

Delegation aus Würzburg reist nach Japan

Vom 3. bis 12. August 2015 wird eine Delegation aus Würzburg nach Japan reisen und unter anderem an der Kranzniederlegung beim Atombomben-Museum in Nagasaki teilnehmen. Auf dieser Reise werden Oberbürgermeister Christian Schuchardt und Mitglieder der Siebold-Gesellschaft auch Tokio und die Partnerstadt Otsu besuchen. Würzburg selbst gedenkt der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki mit einer Ausstellung im Foyer des Rathauses und setzt sich damit für eine atomwaffenfreie Welt ein.

Die Ausstellung in Würzburg

Die Ausstellung „Die Atombomben von Hiroshima und Nagasaki“ wurde von dem internationalen Städtenetzwerk „Mayers for Peace“ (Bürgermeister für den Frieden) konzipiert. Das Netzwerk wurde 1982 mit dem Ziel einer atomwaffenfreien Welt auf Initiative der Städte Hiroshima und Nagasaki gegründet. Heute umfasst es 5.912 Städte in über 150 Ländern. In Deutschland zählen dazu seit 1992 auch Würzburg, sowie rund 400 weitere Bürgermeister und Landräte mit ihren Städten, Gemeinden und Landkreisen.

Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake eröffnet die Ausstellung „Die Atombomben von Hiroshima und Nagasaki“ am Montag, 3. August, um 18 Uhr im Foyer des Ratssaales, 1.Stock. Gezeigt werden Texte, Bilder und Fotos zum Atombombenabwurf auf Nagasaki und Hiroshima. Sie erinnert an die Opfer, die die Bomben forderten, und warnt entschieden davor. Die Ausstellung ist zu sehen bis Freitag, 11. September, zu den Öffnungszeiten Montag bis Donnerstag 8 bis 18 Uhr und Freitag 8 bis 14 Uhr.

Rectangle
topmobile2

Rückblick auf den 6. und 9. August 1945

„Es war ein wunderbarer Tag, blauer Himmel. Ich konnte zwei amerikanische Bomber hoch am Himmel sehen, zwei B29-Bomber. Ich dachte nur. wunderbare Kraniche, silber-weiß, wie Eis am Stiel“, … erinnert sich ein Hiroshima-Überlebender im Film „The forgotten bomb“ an den 6. August 1945. Nur kurze Zeit später, morgens um 8.15 Uhr, wurde die vier Tonnen schwere Uranbombe mit dem höhnischen Namen „Little Boy“ ausgeklinkt und explodierte über Hiroshima. Binnen Sekunden hatten eine verheerende Druckwelle und ein Feuerball von 6000 Grad Celsius über 80 % der Stadt verwüstet, über 70.000 Menschen waren sofort tot.

Menschen starben noch Jahre später

Der Atompilz ragte 13 Kilometer hoch in die Atmosphäre. Radioaktiv verstrahlte Trümmer regneten nieder. Noch Jahre danach starben Menschen an den Folgen der nuklearen Verstrahlung. Insgesamt 170.000. Drei Tage nach Hiroshima, am 9. August 1945, befahl US-Präsident Harry S. Truman erneut den Abwurf einer Atombombe, dieses Mal über Nagasaki. Die Plutoniumbombe „Fat Man“, hatte noch mehr Sprengkraft als die Bombe über Hiroshima. 22.000 Menschen starben sofort, die Verstrahlung kostete in den Folgemonaten bis zu 80.000 Menschen das Leben. Japan kapitulierte am 14. August. Die Namen der beiden japanischen Städte, sind zu Synonymen für die schrecklichen Folgen des Einsatzes von Atombomben geworden.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Stadt Würzburg.

Banner 2 Topmobile