Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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Theatersanierung soll bis zu 51 Millionen Euro kosten

Klotzen statt Kleckern?

Bis zu 51 Millionen Euro! So lautet die derzeitige Kostenschätzung für die viel diskutierte Sanierung des Mainfrankentheaters. Ein ordentlicher Betrag, die in Bezug auf die geplante Investitionssumme und die jährlichen Betriebskosten von weiteren 14 Millionen Euro lediglich 130.000 Besuche generiert und zudem in der jungen Zielgruppe wenig Relevanz hat. Deshalb stellt sich die Frage: sind über 50 Millionen Euro nicht an anderer (sozialer, kultureller) Stelle nachhaltiger investiert?

Studie soll Sanierungsmöglichkeiten aufführen

Die Ausgangslage: Das Mainfrankentheater hat dringenden Sanierungsbedarf. Schon seit längerem wird im Stadtrat über mögliche Sanierungsmaßnahmen diskutiert, vor gut einem Jahr wurde eine Studie in Auftrag gegeben. Diese hatte unter anderem das Ziel zu überprüfen, ob und wie es möglich sei, eine zusätzliche mittlere Spielstätte im Kopfbereich des Theatergebäudes zu errichten und ob diese während der Sanierung als Übergangsspielstätte taugen könnte. Zusätzlich wollte man herausfinden, ob man die Theatersanierung auch in zwei Abschnitten bei laufendem Spielbetrieb durchführen könne. Erste Kostenschätzungen der Vergangenheit erreichten die 60 Millionen Euro-Marke – dem Stadtrat war dies allerdings zu teuer.

Auswertung der Studie zeigt hohe Kosten

Nun liegt genau diese Studie ausgewertet vor und die Architekten um Professor Jörg Friedrich konnten unterschiedliche Ansätze aufführen. Die güngstigste Möglichkeit, welche nur das zwingend Notwendige beinhaltet, kostet demnach 26,7 Millionen Euro. Für gut 6 Millionen Euro mehr könnte man dagegen eine etwas umfassendere Theatersanierung vornehmen. Beide Varianten beinhalten allerdings keine Kosten für die mittlere Spielstätte, die mit 330 geplanten Plätzen auf  Kosten in Höhe von 8,2 Millionen kommen würde. Noch nicht berücksichtigt sind hier allerdings ein Orchesterproberaum, ein Ballettraum, größere Werkstätten und verbesserte Serviceleistungen für Besucher.

Geplant ist laut Studie nun ein von außen einsehbarer Ballettraum, ein Verbindungsgang im zweiten Untergeschoss sowie die Vollunterkellerung des neuen Kopfbaus, die Platz für Proberäume und Lagerflächen schaffen würde. Von besonderer Bedeutung wäre auch die Realisierung eines neuen Proberaums für das Orchester durch eine Aufstockung auf dem Hauptgebäude, so die Studie. Die Kosten allein dafür lägen bei rund 970.000 Euro.

Erweiterung des Theaters in Richtung Parkhaus

Eine weitere Baumaßnahme wäre die Erweiterung des Theaters in Richtung Parkhaus, um bestehene Werkstätten und Proberäume zu vergrößern. Kosten: 2,28 Millionen Euro. Vorteil einer weiteren Veränderung wäre das Entfallen der derzeitigen externen Mietkosten. Durch eine seitliche Aufstockung auf dem Hauptgebäude könnte man künfitg alle Nutzungen ins Haupthaus holen und dort Einsparen. Diese Umbaukosten werden jedoch auf knapp 3 Millionen Euro geschätzt.

Zwei unterschiedliche Sanierungsmöglichkeiten

Da die verschiedenen Baumodule nicht beliebig kombinierbar sind, entstehen daraus nur zwei mögliche Sanierungsvarianten: Zum einen könnte man sich auf eine Grundsanierung für 26,7 Millionen Euro beschränken. Dies würde allerdings bedeuten, dass eine zweite Spielstätte komplett entfalle. Wählt man dagegen Option zwei, wäre eine zweite Spielstätte inklusive aller Erweiterungen gesichert – ebenso wie eine Kostensumme von 51,09 Millionen Euro. Ein ganz schön hoher Preis!

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