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Flüchtlingsunterkunft wird vorübergehend geräumt

Unterkunft wird vorübergehend geräumt

KITZINGEN. Die Asylbewerberunterkunft in Mainstockheim wird vorübergehend geräumt. Wie die Kitzinger Landrätin Tamara Bischof und Vertreter der Regierung von Unterfranken auf einer Pressekonferenz am Montagmittag mitteilten, wird dies so zügig wie möglich stattfinden um zur Entspannung im Ort zu sorgen.

Die rund 20 Flüchtlinge werden auf andere Unterkünfte in der Region verteilt, sagte ein Sprecher der Regierung von Unterfranken am Montag. „Es bedeutet nicht, dass die Einrichtung stillgelegt wird“, sagte der Sprecher.

Die Umsiedlung der Flüchtlinge wird so zügig wie möglich stattfinden. Sie begann schon am am Montagmittag. Nachdem Schäden in der Unterkunft beseitigt worden sind, soll die Unterkunft wieder mit Asylbewerbern belegt werden.  Bei einer künftigen Belegung soll außerdem darauf geachtet werden, Menschen verschiedener Herkunftsländer unterzubringen, und so eine „Ballung von Nationalitäten“ zu vermeiden.

In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Differenzen zwischen den Personengruppen, die am Wochenende dann eskalierte. Bei der Auseinandersetzung zwischen vier Bewohnern der Unterkunft, die alle aus dem Kosovo stammen und mehreren türkischstämmigen Deutschen, wurde am am Sonntag ein 15-Jähriger mit Messerstichen schwer, aber nicht lebensgefährlich, verletzt.

Diverse Falschmeldungen zum Gesundheitszustand des Jugendlichen über soziale Netzwerke führten dann dazu, dass sich am Abend zwischen knapp 300 Menschen in Mainstockheim versammelten.

Offizielle Pressemitteilung der beteiligten Behörden

MAINSTOCKHEIM, LKR. KITZINGEN. Nach den Vorkommissen der letzten Tage rund um die Flüchtlingsunterkunft in Mainstockheim mit Beteiligung von Bewohnern der Unterkunft haben sich alle beteiligten Behörden (Regierung von Unterfranken, Landratsamt Kitzingen, Bürgermeister von Mainstockheim, Polizeiinspektion Kitzingen, Polizeipräsidium Unterfranken) am Montagvormittag auf die sofortige Umsetzung eines abgestimmten Maßnahmenpaketes verständigt, um die Situation zu entschärfen.

Seit Mai 2015 ist eine Gruppe von Asylbewerbern aus dem Balkan, die in der Flüchtlingsunterkunft Mainstockheim untergebracht ist, vermehrt polizeilich auffällig geworden. Insbesondere kam es immer wieder zu Streitigkeiten und teils auch Körperverletzungsdelikten. In Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Kitzingen hatte die Polizeiinspektion Kitzingen bereits mehrfache Überprüfungen in der Flüchtlingsunterkunft durchgeführt. Letztlich wurden am letzten Freitag nach Entscheidung der Regierung von Unterfranken auch vier Bewohner, die im besonderen Maß polizeilich auffällig waren, in andere Unterkünfte verlegt.

Mit Messer und Schlagwerkzeugen

Trotz dieser Maßnahmen kam es am Sonntagnachmittag zu einer weiteren Auseinandersetzung, bei der vermutlich auch ein Messer und Schlagwerkzeuge im Spiel waren. Im Rahmen der polizeilichen Sofortmaßnahmen wurden insgesamt 8 Personen festgenommen, zahlreiche Zeugen angehört und der Sachverhalt vorläufig abgeklärt.

Im Nachgang kam es wie berichtet zu Ansammlungen im Ortsbereich Mainstockheim, bei der der Unmut der Bevölkerung aus Mainstockheim und den umliegenden Gemeinden zu der erneuten Straftat deutlich zum Ausdruck kam.

Nachdem an der Auseinandersetzung auch nach den bislang vorliegenden Ermittlungsergebnissen die vier Personen beteiligt waren, die am Freitag in andere Unterkünfte verlegt worden waren und bei den Überprüfungen in der Unterkunft in Mainstockheim sieben weitere Personen angetroffen wurden, die sich dort nicht aufhalten dürften und auch erhebliche Schäden an den Einrichtungen festgestellt wurden, wurde heute vom Landratsamt Kitzingen gemeinsam mit der Regierung festgelegt, dass die jetzigen Bewohner der Unterkunft in Mainstockheim auf andere Heime verteilt werden und eine weitere Belegung nach Beseitigung der Schäden erfolgt.

Das Landratsamt und die Polizei werden auch künftig eng zusammenarbeiten und durch gemeinsame Kontrollen für die Sicherheit sorgen. Die Straftaten werden beschleunigt von der bei der PI Kitzingen eingerichteten Ermittlungskommission abgearbeitet.

Bei der Wiederbelegung der Unterkunft wird darauf geachtet, dass künftig solche Spannungen nicht wieder auftreten. In ganz Unterfranken ist dies der erste Fall bei über 300 Unterkünften.

Gemeinsame Presseerklärung des Landratsamtes Kitzingen, der Polizeiinspektion Kitzingen, der Regierung von Unterfranken, des Polizeipräsidiums Unterfranken und der Gemeinde Mainstockheim.

 

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