Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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Mehrere Polizeieinsätze nach Streit an Flüchtlingsunterkunft

Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs

MAINSTOCKHEIM, LKR. KITZINGEN. Zu drei größeren Polizeieinsätzen ist es am Donnerstagabend in einer Asylbewerberunterkunft gekommen. Nach den ersten Erkenntnissen waren zwei voneinander unabhängige Personengruppen an der Unterkunft aufgetaucht und mit dortigen Bewohnern in Streit geraten. Die Polizeiinspektion Kitzingen hat jetzt Ermittlungen unter anderem wegen Landfriedensbruchs eingeleitet.

Schlagwerkzeuge bei sich geführt

Die erste Mitteilung ging kurz nach 22:00 Uhr bei der Polizeieinsatzzentrale ein. Mehrere Anwohner meldeten, dass sich eine Personengruppe an der Asylbewerberunterkunft aufhalten würde, die teilweise Schlagwerkzeuge bei sich führen würden.

Die Bewohner hätten sich ebenfalls bereits Stuhlbeine genommen und eine Auseinandersetzung würde unmittelbar bevorstehen. Sofort machte sich eine Vielzahl von Streifenbesatzungen auf den Weg. Beim Eintreffen der Beamten war die Personengruppe bereits verschwunden. Nach einer Befragung der Bewohner sei es zu keiner körperlichen Attacke gekommen.

Auf dem Weg um für „Ordnung zu sorgen“

Die zweite Meldung ging dann gegen 23:00 Uhr ein. Hier wurde mitgeteilt, dass sich etwa 20 Bewohner der Unterkunft auf der Hauptstraße zusammengefunden hätten und die Straße blockieren würde.

Vermutlich aufgrund der Mitteilung eines Anwohners, der über ein soziales Netzwerk von Problemen an der Asylunterkunft geschrieben hat, machte sich eine andere Personengruppe ebenfalls auf den Weg dorthin, um für „Ordnung zu sorgen“. Die Polizei war auch hier wieder mit einem Großaufgebot vor Ort, um die Gruppen auseinander zu halten.

Nach Personenkontrollen sprachen die Beamten Platzverweise aus. Auch zu diesem Zeitpunkt haben sich noch keine Anhaltspunkte für konkrete Straftaten ergeben.

Mobiliar in Unterkunft beschädigt

Kurz vor Mitternacht gingen dann abermals Anrufe von Anwohnern ein. Hier wurde in Erfahrung gebracht, dass offensichtlich die Personengruppe aus dem ersten Vorfall erneut an der Flüchtlingsunterkunft aufgetaucht sei und es eine Auseinandersetzung gegeben habe.

Bislang steht fest, dass ein 27-jähriger Bewohner der Unterkunft eine leichte Abschürfung an der Stirn erlitten hatte, welche ihm wohl von einem Unbekannten beigebracht worden war.

Ebenso konnte in Erfahrung gebracht werden, dass mehrere Personen auch die Asylunterkunft betreten hatten und das Mobiliar beschädigten.

Im Rahmen des letzten Einsatzes stellten die Polizeibeamten die Personalien von mehreren Personen fest, die nach derzeitigem Ermittlungsstand wohl Teil der Personengruppe war, welche zweimal vor der Unterkunft aufgetaucht waren.

Der Bürgermeister von Mainstockheim war ebenfalls vor Ort. Zusammen mit dem Einsatzleiter der Polizei war er in beruhigenden Gesprächen mit Bewohnern der Gemeinde, welche die Geschehnisse beobachtet haben.

Erhöhte Polizeipräsenz

Die Kitzinger Polizei hat jetzt Ermittlungen unter anderem wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs und auch des schweren Hausfriedensbruchs eingeleitet. Hierzu wurde auch eine Ermittlungskommission ins Leben gerufen. Die Erforschung der genauen Tatbeteiligung wird wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Zusätzlich wird die Streifentätigkeit in Mainstockheim erhöht, um polizeiliche Präsenz in präventiver Form zu zeigen.

Von der Regierung von Unterfranken ist mittlerweile veranlasst, dass vier an der Auseinandersetzung beteiligte Asylbewerber in andere Unterkünfte verlegt werden.

Offenbar kein fremdenfeindlicher Hintergrund

Nach allen gewonnenen Erkenntnissen hat kein fremdenfeindlicher Hintergrund eine Rolle bei den Auseinandersetzungen gespielt. Derzeit gehen die Ermittler davon aus, dass offenbar Sachverhalte aus der Vergangenheit zu Differenzen zwischen beteiligten Personen geführt haben, die jetzt wohl auf diese Art und Weise eskaliert sind.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Unterfranken.

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