Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Mehr als nur ein Satzzeichen: Semikolon-Tattoo

Große Bedeutung

Immer öfter sieht man Menschen mit kleinen Strichpunkten auf der Haut tätowiert. Einfach nur ein neuer Tattoo-Trend? Nein hinter dem kleinen unscheinbaren Motiv, steckt eine viel größere Bedeutung.

Depression, Angststörung, Borderline

Die Semikolon-Tattoos erzählen eine Geschichte. Sie stehen für einen gemeinsamen Kampf gegen Depression, Angststörungen, Süchte und Borderline. Betroffene trauen sich oft nicht über ihre Ängste und Probleme zu sprechen und geraten somit immer tiefer in eine Art Depressions-Spirale. Deshalb wurde 2013 das “The Semicolon Project” (Semicolon = Strichpunkt) von der Amerikanerin Amy Bleuel ins Leben gerufen, nachdem sich ihr Vater das Leben genommen hatte.

„Das tätowierte Symbol steht für einen Satz, den der Autor beenden könnte, aber sich dazu entschieden hat, es nicht zu tun. Dieser Autor bist du – und der Satz ist dein Leben.“ – So beschreibt Amy Bleuel die Bedeutung des Motivs des Strichpunktes.

Globale Bewegung

Aus Amys Schicksal wurde durch ein einfaches Facebook-Meme eine globale Bewegung, an der sich inzwischen etliche Netzwerke beteiligen. Die Mitglieder der Semicolon-Bewegung setzen ein Statement zu einem Thema, das in der heutigen Gesellschaft oftmals immer noch ein Tabuthema ist. Zu den Zielen der Organisation gehört es, öffentlich auf Depressionen, Suizid oder dem Borderline-Syndrom aufmerksam zu machen und eine Gemeinschaft zu bilden, in der sich betroffene Menschen und auch Ihre Angehörigen in schweren Zeiten beistehen und sich gegenseitig unterstützen.

Hoffnungsträger

Das Semikolon gilt als eine Art Hoffnungsträger und Erkennungszeichen für alle Betroffenen. Natürlich ist nicht jeder, der ein Strichpunkt tätowiert hat, Teil des „The Semicolon Project“ und es ist klar, dass Tattoos keine Leben retten. Doch jeder noch so kleine Schritt über psychische Probleme zu sprechen, kann helfen, ein öffentliches Bewusstsein zu schaffen.

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