Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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Alles gesund? Entscheidungshilfen vor vorgeburtlichen Tests

Schwangerschaftsberatungsstellen unterstützen bei der Entscheidung für oder gegen Pränatal-Diagnostik

Sie werden nachgefragt und sie werden in vielen Praxen angeboten: die vorgeburtlichen Bluttests für Schwangere, die aufzeigen, wie hoch das Risiko einer genetischen Abweichung beim Kind ist – so die Trisomie 21, aber auch andere Defekte in den Erbanlagen. „Ist mein Kind gesund?“… diese Frage macht vielen Frauen Angst und sie wollen sich von vorgeburtlichen Untersuchungen bestätigen lassen, dass alles in Ordnung ist. Ein verständlicher Wunsch. Was aber, wenn es Auffälligkeiten, Abweichungen gibt; wenn der Arzt oder die Ärztin über eine „weitere Abklärung“ spricht?

Frauen und Paare, die vor der Überlegung stehen, vorgeburtliche Tests durchführen zu lassen oder bereits auffällige Ergebnisse erhielten, tragen an dieser Last schwer; jede Entscheidung hat Auswirkungen auf den eigenen Lebensentwurf.

Angebote der Schwangerenberatungsstellen

Um eine Verschränkung der Hilfen, um die gegenseitige Information und um die gezielte Zusammenarbeit von Klinik, Praxis und Beratungsstellen ging es kürzlich beim Runden Tisch Pränatal-Diagnostik. Ziel ist, Frauen und Männern bestmögliche Unterstützung zu geben, um Antworten zu finden auf all die Fragen, die innerhalb kürzester Zeit entschieden werden müssen.
Dabei hat jede Frau und jeder Mann die Möglichkeit und den Rechtsanspruch, sich ganz selbstverständlich in einer Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen zu informieren und beraten zu lassen.

Mit einem Vortrag aus dem Pränatal-Zentrum der Universitätsklinik Würzburg stellte die Leitende Oberärztin Dr. Monika Rehn neue Forschungsergebnisse und Herausforderungen vor. Das breite Spektrum der Beratung und Begleitung der Schwangerschaftsberatungsstellen zu Fragen bei vorgeburtlichen Untersuchungen wurde in Fallbeispielen gezeigt: Etwa, wenn das Paar unschlüssig ist, ob es diese Untersuchungen überhaupt in Anspruch nehmen soll, bei Entscheidungsfindung und Erwägung möglicher Konsequenzen bis hin zur Trauer, wenn die Testergebnisse anders lauten als erwartet und die Schwangerschaft anders verläuft als gehofft.

Möglichst früh beraten lassen!

Schwangere, die das Angebot der Beratungsstellen frühzeitig (schon vor der 12. Schwangerschaftswoche) in Anspruch nehmen, fühlen sich insgesamt entlastet und besser vorbereitet für die eigene Entscheidungsfindung. Dies erleichtert auch den Umgang mit offenen Fragen im ärztlichen Gespräch. Dies belegt eine im Auftrag des Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration durchgeführte Studie „Beratung in der frühen Schwangerschaft“, ein Verbundprojekt des Sozialdienstes katholischer Frauen in Bayern, das auch in Würzburg umgesetzt wurde.

Doch die Palette der Aufgaben und Beratungsinhalte der Schwangerenberatungsstellen reicht noch weiter: Je nachdem, ob es Fragen zur materiellen Existenzsicherung in der Schwangerschaft und danach, Hilfen bei möglicher Behinderung eines Kindes, bei aufbrechenden Paarkonflikten oder um Unterstützung beim Abschied vom Kind geht: In den Schwangerschaftsberatungsstellen ist Zeit und Raum, ausführlich über alle Konsequenzen und Befürchtungen zu sprechen und sehr individuelle Hilfen zu erhalten – auch über die Zeit der Schwangerschaft hinaus.

Weitere Informationen findet Ihr z.B. unter www.schwanger-in-wuerzburg.de oder www.profamilia.de/wuerzburg.

Dieser Artikel basiert auf einer Pressemitteilung des Sozialdienstes katholischer Frauen in Bayern. 

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