Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Hochschuldemokratie ein Feigenblatt?

Amtsablehnung wegen Auslandspraktikum

Am 15. Juli gab die Liste „Fachschaftsmitglieder – Erfahrung wählen bekannt“, dass ihre Spitzenkandidatin für den Senat ihr Amt nicht annehmen wird. Grund ist ein viermonatiges Auslandspraktikum, das sich kurzfristig ergeben hat. Die „Juso / GEW /Grünen Hochschulgruppen“ werfen den Fachschaften nun vor, undemokratisch zu handeln und Ämter zu verschieben.

Kritik von Hochschulgruppen

Dass Dies allerdings die Jusos und Grünen im letzten Jahr selbst gemacht haben, geht aus einem Protokoll hervor, welches Würzburg erleben von einem Mitglied der rot-rot-grünen Liste zugeschickt wurde: „Johanna tritt zurück (und weitere), sodass Isi nachrücken würde. Lara würde ihr Mandat nicht annehmen. Agnes würde nachrücken, aber sollte sie in den SSR gewählt werden, würde sie zurücktreten und Daniel Sch. das Mandat übergeben“. Verständliche Gründe, wie ein Auslandspraktikum, gehen aus dem Protokoll nicht hervor, dafür aber viel machtpolitisches Kalkül und parteipolitische Strategie.

Täuschung?

Besonders die Juso-Hochschulgruppe begegnet dem Rücktritt mit einer fragwürdigen Kritik. Sie zählt den Rücktritt als einen Betrug an den Studierenden. Ihr Sprecher, Michael Kick, kritisiert: “Gerade beim Senat kommt es sehr auf die Persönlichkeit an, welche die Studierendenschaft nach außen vertreten soll. Die Wähler und Wählerinnen hier so zu täuschen schadet der demokratischen Ordnung der studentischen Selbstverwaltung. Der kritischen Frage, ob das nicht schon vorher so ausgemacht war, müssen sie sich stellen!”

Mangelndes Demokratieverständnis?

An dem Treffen am 3. Juni nahmen Vertreter der Juso-Hochschulgruppe, der Grünen Hochschulgrupppe und des SDS teil. Diese Hochschulgruppen bekamen bei den Hochschulwahlen 2014 neun Sitze, die sie offensichtlich wild tauschten. Ob das gegenüber dem Wähler vertretbar ist, ist fraglich. Auch sonst offenbart das Protokoll ein fragwürdiges Demokratieverständnis und ein abwertendes Schwarz-Weiß-Denken. Titel des Protokolls: „Treffen der progressiven Kräfte im Konvent aka ‚Die Guten“.

Politik ohne Kompromisse

Eine Politik, die nicht zu Gesprächen bereit ist und keine Kompromisse kennt, funktioniert nicht. Den beteiligten Hochschulgruppen gelang es acht von acht Sprecherräten zu stellen und ihre Politik so in das Exekutivorgan der StuVe zu tragen.

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