Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

ÖDP bekräftigt Ja zum Erhalt der Mozartschule

Dr. Schmuck und Dr. Steidle als Gastredner

Die ÖDP-Fraktion hat auf einer Informationsveranstaltung in den Greisinghäusern vor über 70 Interessierten ihr Ja zum Erhalt der Mozartschule bekräftigt. Fraktionsvorsitzender Raimund Binder erinnerte daran, dass die ÖDP – anders als alle anderen Gruppierungen im Stadtrat – stets eine konsequente und klare Position vertreten habe. „Wir haben seit dem Arcaden-Bürgerentscheid immer erklärt, dass es ein Einkaufszentrum in der Stadt nicht brauche – dieser Position sind dann nach und nach alle anderen Gruppierungen gefolgt“ so Binder. Es gelte jetzt für den Erhalt und die umgehende Renovierung der Mozartschule zu kämpfen. Dies gehe nur mit dem Bürgerentscheid „Rettet das MOZ“.

Architekturhistorikerin Dr. Suse Schmuck

Als Gastredner hatte die ÖDP die Architekturhistorikerin Dr. Suse Schmuck, sowie den Stadtheimatpfleger Dr. Hans Steidle eingeladen. Anhand von Fotos aus der Schule erläuterte Schmuck die einzigartige Bauweise des Denkmals: „Luft, Licht, Freiräume und eine Beziehung zur Stadt prägen neben den Kunstwerken das einmalige Gebäude.“ Es müsse aus Denkmalschutzgründen unbedingt erhalten werden. Schmuck ist auch Vorstandsmitglied der Heiner-Reitberger-Stiftung, die ein vollständiges Nutzungskonzept für die Mozartschule erstellt hat.

Ökologische Aspekte

Auf ökologische Aspekte wies der Stadtheimatpfleger hin. Experten seien sich einig, dass nicht Verdichtung, sondern Freiflächen und Begrünung die Qualität in der Innenstadt steigerten. Auch angesichts des Klimawandels seien solche Flächen in Würzburg zum Luftaustausch nötig, weil die Temperatur im Talkessel 3 bis 4 Grad höher liege als in den Randzonen. „Das vom Investor vorgestellte Modell ist keine Alternative für Würzburg“, so Steidle, auch weil der zusätzlich anfallende Autoverkehr die Luftverschmutzung erhöhe. Die Kostenrechnung der Stadt zur energetischen Sanierung des Gebäudes müsse stark in Frage gestellt werden. Aktuelle Beispiele wie die Sanierung einer 50er-Jahre-Schule in Ingolstadt sowie des Regierungs- und des Polizeigebäudes in Würzburg legen wesentlich niedrigere Kosten nahe.

Für die ÖDP-Fraktion fasste Binder die Argumente für den Erhalt zusammen:

  • Das Denkmal Mozartgymnasium darf nicht Investoreninteressen geopfert werden.
  • Die Gefährdung der Residenz durch Grundwasserstauung wegen der geplanten zweigeschossigen Tiefgarage muss die Stadt endlich ernst nehmen.
  • Das wertvolle Grundstück im Herzen der Stadt muss in städtischem Besitz bleiben.
  • Unter ökologischen Aspekten (Verkehrszunahme, Erhöhung der Stadterwärmung, zu wenig Grün) ist das vorgestellte Projekt des Investors abzulehnen.
  • Die künftige Nutzung und Weiterentwicklung des Denkmals muss im Rahmen einer Bürgerwerkstatt unter Beteiligung aller interessierten Gruppierungen zügig erarbeitet werden.
  • Für die Finanzierung sind Fördermittel vom Staat, von der Unesco und von Stiftungen zu beantragen.

Ökologie und Stadtentwicklung

In einem Grußwort bekräftigte ÖDP-Kreisvorsitzende Dagmar Dewald die Unterstützung der Partei für den Bürgerentscheid „Rettet das MOZ“. Es gehe nicht „nur“ um ein Denkmal, sondern um weitreichende Fragen der Ökologie und Stadtentwicklung. „Wir brauchen im Mozartquartier Kultur, Schule und Aufenthaltsqualität für viele, statt Luxuswohnungen für wenige“, so Dewald abschließend in ihrem Aufruf, am Sonntag zur Wahl zu gehen und weitere Bürger zur Wahl zu motivieren.

Dieser Artikel basiert auf einer Pressemitteilung der ÖDP Würzburg. 

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